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Ciné-ONU Filmvorführung von „Iraq’s Lost Generation”   

Vor fünfundzwanzig Jahren rief die Weltgemeinschaft lautstark zum Handeln auf. Um zu verhindern, dass Kinder getötet, verstümmelt, rekrutiert und in Konflikten eingesetzt werden. (…) Die Ergebnisse sind vielversprechend. (…) Aber es gibt noch viel zu tun. Kinder sind immer noch in Gefahr. Frieden ist Mangelware. Zyklen von Gewalt und Verzweiflung werden nicht von alleine enden.” — Videobotschaft des UN-Generalsekretärs António Guterres zum 25. Jahrestag des Mandats für Kinder in bewaffneten Konflikten. (Vollständige Nachricht hier verfügbar)   

Die hoffnungsvollen Worte des Generalsekretärs zu den Fortschritten beim Schutz der Kinderrechte in bewaffneten Konflikten werden vor dem Hintergrund erneuter und anhaltender internationaler Konflikte auf der ganzen Welt gesprochen. Einer dieser Konflikte ist der Krieg in der Ukraine, wo nach UN-Schätzungen mehr als die Hälfte der ukrainischen Kinder entweder vertrieben wurden oder in die Nachbarländer fliehen mussten (Weitere Info).  

Die Ciné-ONU Wien Vorführung des Dokumentarfilms „Iraq's Lost Generation“ erzählt die Geschichte von etwa 100.000 Kindern, die seit dem Ende des Kampfes gegen den IS im Irak auf sich alleine gestellt sind, Kinder von ISIS-Eltern sind und jenen, die direkt von diesem Krieg zwischen terroristischen Gruppen und Staaten betroffen sind.

Die Online-Filmvorführung wurde vom Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) Vienna organisiert. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit folgenden ExpertInnen statt: Jo Becker, Advocay Director, Abteilung für Kinderrechte, Human Rights Watch; Adrianne Lapar, Direktorin, Watchlist on Children and Armed Conflict; Dawd Mohmed, Bildungsprogramm-Koordinator, Save the Children, Landesbüro im Irak; und Zubaida Sulaiman Shakir, Project Officer, GLO.ACT (Global Action against Trafficking in Persons and the Smuggling of Migrants – Asia and the Middle East – Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), Büro im Irak. UNIS Wien Direktor Martin Nesirky moderierte die Diskussion.

„Einmal mit dem IS in Verbindung gebracht und sicherlich, wenn einmal verurteilt, macht es wirklich schwierig, sich wieder der Gesellschaft anzuschließen”, sagte Jo Becker nach dem Film. Adrianne Lapar sprach über das Mandat für Kinder in bewaffneten Konflikten und sagte, es gebe eine gemeinsame Agenda innerhalb der UN-Gremien. Denn Mitgliedsstaaten sehen Kinder als „eine der am stärksten gefährdeten Gruppen” und „es gibt ein gewisses Maß an Konsens [zwischen den Mitgliedstaaten], dass besonders der Situation von Kindern in Konflikten Aufmerksamkeit geschenkt werden muss ”.  

Als Bildungsprogrammkoordinator bei Save the Children, befasst sich Dawd Mohmed mit den Bildungsrechten von Kindern. Während der Diskussion sagte er, dass „die meisten irakischen Schulen im Camp unter einem Mangel an LehrerInnen leiden ”. Wenn jüngere Kinder zudem sehen, wie ihre älteren Geschwister mit Studien-Abschlüssen und anderen Qualifikationen keine Arbeit finden, „verlieren sie ihre Hoffnung und sie wissen nicht, warum sie studieren sollten”. Von Seiten der UNO, sagte Zubaida Sulaiman Shakir, beginnt im Fall des Iraks, „unsere [Strategien] zur Vorbeugung und Milderung immer mit der Reaktion ” und die „Reaktion bedeutet, Kinder zu entkriminalisieren und die Erwachsenen, die für dieses Problem verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen“.

Die Podiumsrunde kam zur Ansicht, dass Kinder vor allem als Opfer bewaffneter Konflikte behandelt werden sollten. Versöhnung und der Aufbau der Gemeinschaft sind notwendig für die Wiedereingliederung der Kinder, und dieser Prozess sollte mit einer einheitlichen Vision und ausreichender Finanzierung vorangetrieben werden. 

Im aktuellen Bericht über Kinder in bewaffneten Konflikten im Irak, bestätigte UN-Generalsekretär Guterres, dass er „durch den allgemeinen Rückgang der schweren Übergriffe gegen Kinder im Irak seit [seinem] vorherigen Bericht ermutigt sei“, er sich aber weiterhin immer noch sorge, da diese Verstöße weiterhin vorkommen. (Vollständige Nachricht hier verfügbar)