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UNIS Wien feiert den Welttag der Telekommunikation und Informationsgesellschaft mit einer lang erwarteten Ciné-ONU Präsenzfilmvorführung von „A New Shift“

An diesem Welttag der Telekommunikation und Informationsgesellschaft richten wir unsere Aufmerksamkeit auf digitale Technologien für ältere Menschen und gesundes Altern. Vom Bau intelligenterer Städte über die Bekämpfung altersbedingter Diskriminierung am Arbeitsplatz, die Gewährleistung der finanziellen Eingliederung, die Wahrung der Unabhängigkeit bis hin zur Unterstützung von Millionen von Bezugspersonen auf der ganzen Welt – die Informationstechnologie hat ein enormes Potenzial, das Leben älterer Menschen und ihrer Familien und Gemeinschaften zu verbessern.“ – Botschaft von UN-Generalsekretär António Guterres vor dem Welttag der Telekommunikation und Informationsgesellschaft 2022. (Vollständige Nachricht verfügbar hier )

Die diesjährige Botschaft des UN-Generalsekretärs für den Welttag der Telekommunikation und Informationsgesellschaft betont die Wichtigkeit des Kampfes gegen altersbedingte Diskriminierung in der Zeit der raschen digitalisierenden Arbeitswelt. Obwohl die Digitalisierung ihren Anteil an Ungleichheiten schaffte, hat sie das Potenzial, alle ArbeitnehmerInnen und Gesellschaften unabhängig vom Alter einzubeziehen und zu unterstützen. Die Ciné-ONU Wien Filmvorführung „A New Shift“ erzählt die gleiche Geschichte. Dieser Dokumentarfilm handelt vom ehemaligen Bergarbeiter Tomáš Hisem, der einen neuen Karriereweg in der objektorientierten Programmierung verfolgt, nachdem sein Bergwerk plötzlich geschlossen wurde. Der Film zeichnet ein ungeschöntes Bild von Tomáš' Anstrengungen, als er versucht nicht nur eine ganz andere Fähigkeit zu erlernen, sondern auch seinen Weg in eine sehr junge und hochtechnologische Industrie zu finden, nachdem er fast die Hälfte seines Lebens „unterirdisch“ verbracht hat.

Die Ciné-ONU Wien Filmvorführung, organisiert vom Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) Wien, wurde von der Ständigen Vertretung der Tschechischen Republik bei den Vereinten Nationen und dem Tschechischen Zentrum Wien unterstützt. An der Podiumsdiskussion nach dem Film nahmen der Filmregisseur Jindřich Andrš und Filmprotagonist Tomáš Hisem teil sowie ExpertInnen derArbeiterkammer Österreich, Michal Soder, und der Delegation der Europäischen Union bei den Internationalen Organisationen in Wien, Konstantina Kostova. Die Diskussion wurde von UNIS Wien Direktor Martin Nesirky moderiert.

Filmregisseur Andrš erzählte, dass der Dokumentarfilm ursprünglich ein Studentenfilm war. Er war von Tomáš beeindruckt, denn dieser glaubte, dass es nicht nur seine persönliche Geschichte sei, sondern auch andere inspirieren könnte.  Einige Freunde von Tomáš stehen seinem Wechsel jedoch noch skeptisch gegenüber. Andrš erzählte einige persönlichen Geschichten über den Filmdreh und wie er den Protagonisten traf. Er erinnerte sich mit einem Lachen, dass es auf einen Fragebogen im Bergwerk eine Antwort gab, die sich von den anderen abhob, weil sie sowohl zum Nachdenken anregte als auch philosophisch war. Aber nachdem er Tomas getroffen hatte, konnte er nicht glauben, dass diese Antwort von ihm kam: „Eine Person und eine Maschine können eine Beziehung haben“.

In diesem Sinne, sagte Kostova von der Delegation der Europäischen Union (EU), dass die Transformation, die heutzutage stattfindet, von Wahrnehmung, Präsentation und Menschen abhängt. Darüber hinaus sind alle Herausforderungen gleichzeitig auch Möglichkeiten. Für die EU ist der europäische Grüne Deal ein Beispiel für eine solche Möglichkeit, die die Solidarität mit denen an der Spitze der Transformation unterstützen und aufrechterhalten kann. Sie betonte, dass der Grüne Deal „ein ganzheitliches Instrument“ sei, das alle und alles berücksichtige. Michael Soder, Ökonom der Arbeiterkammer Österreich sagte, dass „es im Transformationsprozess nicht um Geld, Jobs oder Geschäft ginge. Es gehe um Lebensperspektiven, um menschenwürdige Arbeit, um Anstand und um das Leben der Menschen.“ Er fügte hinzu, dass der Kern der digitalen Transformation eine gesellschaftliche Frage sei und man maßgeschneiderte Maßnahmen schaffen müsse, um die Menschen in den Regionen zu unterstützen, die diesen Transformationsprozessen massiv ausgesetzt seien.

Das Publikum beteiligte sich an der lebhaften Diskussion. Eine Person kommentierte, dass dieser „sehr unterhaltsame Film, [der] immens aufbauend ist, genau das ist, was wir nach der Pandemie brauchen“. Wie der UNO-Generalsekretär, brachte sie das Thema mit Altersdiskriminierung in Verbindung. Ein anderer Zuschauer fragte den Protagonisten, ob er Empfehlungen für andere Umschulungsprogramme hätte. Tomáš antwortete: „Requalifizierungs-Programme allein reichen nicht aus. Menschen, die daran teilnehmen, sollten auch Praxis-Möglichkeiten haben.“

Der strahlende Optimismus von Tomáš war während des gesamten Dokumentarfilms und während der Diskussion präsent. Im Film sagt er: „Niemand wird als IT-Spezialist geboren, genauso wie niemand als Bergarbeiter geboren wird.“ Eine Lektion, die man in dieser sich schnell verändernden Welt lernen muss.