Karl Schafranek

9. Juni 1890 - 1944 (Belzec, Polen)

Jüdischer Händler aus Etsdorf am Kamp (Niederösterreich)

Im Jahr 1940 wurde Karl Schafranek in das Arbeitslager Bründlgschütt bei Eisenerz, Steiermark, eingewiesen. Dort entstanden die Postkarten mit Zeichnungen, die er an seine seine Tochter Lily (geboren 1928) schrieb. Die Postkarten wurden aus dem Lager geschmuggelt und erreichten die Familie in Wien. Karl Schafranek wurde im Jahre 1941 zusammen mit seiner Ehefrau und Tochter ins Ghetto von Modliborzyce, einem Dorf im Bezirk Lublin, Polen, deportiert, wo er Zwangsarbeit bei einem Bauern leisten musste. Nach der Auflösung des Ghettos im Oktober 1942 wurde die Familie ins Vernichtungslager Belzec transportiert, wo sie 1944 ermordet wurde.

Nach dem Krieg gelangten die Postkarten in den Besitz seiner Schwester Ida Schafranek, die Österreich im Jahr 1938 verlassen hatte und nach Großbritannien emigriert war. Sie wurden später an seinen Großneffen, Dr. Martin Komjati, vererbt, der die Postkarten anlässlich des dritten Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust im Vienna International Centre im Januar 2008 zum ersten Mal öffentlich zugänglich macht.

Die Postkarten-Serie besteht aus vier Karten zum Familienbesitz in Etsdorf und 17 Karten, die das Leben im Arbeitslager Bründlgschütt mit Beschreibungen und Kommentaren des Autor sowie anderer Gefangener zeigen.

Karl Schafranek (links) mit seiner Tochter Lily (vorne), Nichte Erzsi (Elisabeth) und Neffen Franz (Dr. Martin Komjatis Vater)
Entstehungsdatum: um 1935