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UNO in Wien begeht den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust mit einer Reihe von virtuellen und persönlichen Veranstaltungen

Der Holocaust hat die Vereinten Nationen in ihren Anfängen geprägt.(…)Unsere Charta wurde in San Francisco verfasst, während das Konzentrationslager Dachau befreit wurde.Die Vereinten Nationen müssen im Kampf gegen den Antisemitismus und alle anderen Formen der religiösen Intoleranz und des Rassismus immer an vorderster Front stehen,sagte UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Botschaft für den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. (Vollständige Botschaft verfügbar hier)

Die von Ciné-ONU Wien und Budapest veranstalteten virtuellen Filmvorführungen am 24. und 27. Januar von zwei Dokumentarfilmen, “Box for Life” und “The Last Survivors”, spiegelten seine Botschaft wider.

Die Ciné-ONU Vienna Filmvorführung von “Box for Life” wurde vom Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) in Wien in Zusammenarbeit mit Ciné-ONU Brussels, der Ständigen Vertretung Israels bei den Vereinten Nationen (Wien), der französischen Botschaft in Österreich und dem Zentrum für Israelstudien, Wien organisiert. An der anschließenden Diskussionsrunde nahmen Filmregisseur Uri Borreda, Journalistin Iris Lifschitz Klieger und Shlomo Balsam von Yad Vashem teil. Vor der Filmvorführung sagte der Ständige Vertreter Israels bei den Vereinten Nationen (Wien) Mordechai Denis Paul Rodgold, dass er “zutiefst berührt” war, als er die Geschichte des Protagonisten sah, weil es ihn an das Schicksal seiner eigenen Familienmitglieder erinnert, die den Holocaust nicht überlebt haben. Der französische Botschafter Gilles Pécout hielt ebenfalls eine Eröffnungsrede via Videobotschaft.

Während der Diskussionsrunde erklärte der Filmregisseur Borreda den Entstehungsprozess dieses Dokumentarfilms und sagte, sein Ziel sei es, dass das Publikum mit Noah (dem Protagonisten) mitfühlt. Iris Lifschitz Klieger, Tochter von Noah Klieger, sprach von dem Wunsch ihres Vaters, dass “die Menschen weiterhin über den Holocaust sprechen und nie vergessen, was passiert ist”. Aus ihrer Sicht als Journalistin betonte sie, dass die Medien eine wichtige Rolle in der Vermittlung der Geschichte des Holocaust haben, vor allem für jüngere Generationen. Balsam erzählte, wie er Noah kennenlernte und sagte, dass das Ziel seines Freundes Noah gewesen sei Menschen verstehen zu lassen „was der Holocaust wirklich war“. Der israelische Botschafter betonte, wie wichtig Geschichtsbewusstsein bei diesem Thema ist und stellte fest, dass seine Generation “das Bindeglied” zwischen den Generationen sei. UNIS Wien Direktor Martin Nesirky, der die Diskussion moderierte, unterstrich die Bedeutung, die das Holocaust-Gedenken innerhalb der UN hat und erwähnte die von der Generalversammlung verabschiedete Resolution zur Verurteilung der Leugnung des Holocaust.

Nach der Cine-ONU Budapest Filmvorführung von “The Last Survivors”, organisiert von UNIS Wien und der International Diplomatic Student Association (IDSA), gab es eine angeregte Diskussion über die Notwendigkeit, die lebendige Erinnerung von Holocaust-Überlebenden zu bewahren. UNIS Wien Direktor Martin Nesirky moderierte die Diskussion mit Miriam Bracha Heimler, Therapeutin und Senior Lecturer der Heimler Method of Social Functioning (HMSF), Márta Goldmann, Lecturer an der Universität von Jüdischen Studien in Budapest und Linda Németh, Historikerin am Holocaust Memorial Center, Budapest.

Miriam Heimler sprach von ihrem Ehemann, einem Überlebenden eines Nazi-Konzentrationslagers. Sie sagte: „Sein einziger Weg durchzuhalten bestand darin, seine Erfahrung zu nützen.” Er unterrichtete später in seinem Leben “die Kinder seiner Verfolger“ (deutsche Studenten) und sagte, dass sein “Hass verschwunden ist, aber [seine] Erinnerungen sind immer noch lebendig”. Am wichtigsten sei, dass er noch “Botschaften an die Lebenden von den Verstorbenen zu überbringen“ hat. Er warnte vor dem Hass, der „Gift“ sei und dass Solidarität an erster Stelle stehen müsse. Diskussionsteilnehmerin Marta Goldmann sagte, dass Holocaust-Überlebende der Schlüssel zur Aufklärung jüngerer Generationen über den Holocaust sind und eine mächtige Kraft gegenüber denjenigen, die den Holocaust leugnen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Meinung, dass der spürbare Anstieg des Antisemitismus in letzter Zeit ein Grund zu großer Sorge sei. Weiterhin betonten sie alle die Notwendigkeit, die Verbindung zwischen Holocaust-Überlebenden und zukünftigen Generationen zu bewahren.

Eine virtuelle Gedenkfeier, die am 27. Januar auf dem UNIS Youtube-Kanal gestreamt wurde, um den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust zu begehen, wurde von der Ständigen Vertretung Israels bei der UN in Wien und UNIS Wien gemeinsam mit dem United Nations Outreach Programme on the Holocaust organisiert. Die Gedenkfeier beinhaltete Botschaften von UN-Generalsekretär António Guterres, dem Ständigen Vertreter Israels bei der UN (Wien), Botschafter Mordechai Denis Paul Rodgold und dem Außenminister Israels, Yair Lapid.

Des Weiteren gab es 26. Januer bis 3. Februar eine Ausstellung in der UNO-City mit dem Titel “After the End of the World: Displaced Persons and Displaces Persons Camp”, die auch vom österreichischen Präsidenten Alexander Van der Bellen besucht wurde.

Die Ausstellung zeigt die Arbeit von der Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA), Einblicke über das Leben von Holocaust-Überlebenden kurz nach dem Krieg und Fotos von den Archiven der Vereinten Nationen und des YIVO Instituts für Jüdische Forschung.

In der Slowakei unterstützte UNIS Vienna die Levice Business School, die am 27. Januar einen Workshop for Schülerinnen und Schülerinnen organisierte und die Ausstellung “Seeing Auschwitz” präsentierte.