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Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) Wien begeht den Internationalen Tag der Frauen mit Ciné-ONU Online-Filmvorführung von “Picture A Scientist” 

Geschlechterungleichheit ist die bedrückendste Ungerechtigkeit unserer Zeit und die größte menschenrechtliche Herausforderung, der wir gegenüberstehen. (…) Aus diesem Grund bin ich entschlossen, auf allen Ebenen der Vereinten Nationen Geschlechterparität zu erreichen, und ich freue mich, dass wir es zwei Jahre früher als geplant auf höheren Ebenen erreicht haben. (…) Ohne die Führung von Frauen und ihre volle Beteiligung, werden wir nie die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung schaffen oder den Klimawandel besiegen. (…) Nur durch die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen können wir von der Intelligenz, Erfahrung und den Erkenntnissen der gesamten Menschheit profitieren, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Botschaft zum Internationalen Tag der Frauen. (Vollständige Rede auf Englisch hier)  

Die Botschaft von dem Generalsekretär für Inklusion und Gleichberechtigung spiegelte sich auch in der Ciné-ONU Wien-Vorführung des Dokumentarfilms „Picture A Scientist“ am 7. März wider. Der Film zeigt die ungleiche Behandlung, mit der Wissenschaftlerinnen in den letzten Jahrzehnten bis heute konfrontiert werden, einschließlich struktureller Diskriminierung, sexueller Belästigung und mangelndem Respekt. Die Filmvorführung und die anschließende Diskussion fanden aufgrund der COVID-19 Pandemie virtuell statt.

Die Online-Filmvorführung wurde vom Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) Wien gemeinsam mit der Ständigen Vertretung der Vereinigten Staaten von Amerika bei den Vereinten Nationen (Wien) organisiert. In ihrer Eröffnungsrede vor dem Film sagte die US-Botschafterin Laura S. H. Holgate: “Das tief verwurzelte, systemische Problem der Ungleichheit der Geschlechter kann nicht allein durch individuelles Handeln gelöst werden.” Sie forderte alle Anwesenden dazu auf, “aktive Führungskräfte” im Kampf gegen sexuelle Belästigung und Diskriminierung zu sein.  

Nach dem Film gab es ein Diskussionsforum mit Helene Gressenbauer, Präsidentin von UN Women Austria; Simonette Di Pippo, Direktorin des Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA), Jodie Miller, Leiterin der Abteilung Isotopenhydrologie bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Sabine Grenz, Professorin für Geschlechterforschung an der Universität Wien. Die Podiumsdiskussion wurde von UNIS Wien Direktor Martin Nesirky moderiert. 

Während der Diskussion sprach Helene Gressenbauer von der weiter bestehenden Notwendigkeit der Stärkung der Frauen, denn "sogar, wenn die jeweiligen Gesetze erlassen werden, ist die Realität [für Frauen] ganz anders”. Gressenbauer betonte insbesondere die Rolle von UN Women bei der Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft und sagte: “UN Women sieht sich selbst als eine weltweite Vorkämpferin auf diesem Gebiet.” Simonette di Pippo, selbst Wissenschaftlerin, drückte ihre Bestürzung aus, dass viele junge Mädchen von STEM (Wissenschaft, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik) entmutigt werden. Di Pippo stellte auch ihr Programm ‘ASTRO GIRLS’ vor, das STEM für junge Mädchen und Kinder mit Behinderungen fördert – ein Programm, dass ihr „sehr am Herz liegt“. Als UNOOSA Direktor, betonte Di Pippo auch, wie wichtig die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in ihrer Arbeit und für die Zukunft seien.

In ihrer Reaktion auf den Film sagte Jodie Miller, dass es für sie überraschend „hart“ war ihn anzusehen und sie sich mit den abgebildeten Wissenschaftlerinnen sehr gut identifizieren könne. Miller wiederholte die immer noch sehr präsente Notwendigkeit der Stärkung der Rolle der Frau in allen Bereichen der Wissenschaft und stellte dasIAEA Marie Sklodowska-Curie Fellowship Programmeder IAEA vor, das Frauen in der Nuklearwissenschaft fördert. Ihrer Meinung nach sei es besonders wichtig, “gute Vorbilder zu haben, nicht nur in Bezug auf Geschlecht, sondern auch hinsichtlich Diversität und unterschiedlicher Herkunft”. Sabine Grenz sprach davon, dass “es eine Fülle an Forschung gibt, die beweist, dass alles noch von einer sehr männlichen Kultur geprägt ist”. Sie gab auch Einblicke in ihre Forschung zur Kulturgeschichte der Geschlechterungleichheit in der Wissenschaft. Martin Nesirky unterstrich die Bedeutung der Gleichstellung der Geschlechter in Institutionen wie der UNO und wie wichtig es sei, den Internationalen Tag der Frauen zu feiern, auch in schweren Zeiten wie diesen. 

Vor kurzem forderte Generalsekretär Guterres in seiner Botschaft für den Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft 2022 mehr Inklusion in STEM: “Diese Ungleichheit beraubt unsere Welt um enormes ungenutztes Talent und Innovation. Wir brauchen die Perspektiven von Frauen, um sicherzustellen, dass Wissenschaft und Technologie für alle funktioniert.” Seine Worte spiegeln auch die Erfahrungen von Botschafterin Holgate wider: “Als Frau, die vor ihrer Tätigkeit als Botschafterin im Bereich Nichtverbreitung von Atomwaffen und nukleare Sicherheit gearbeitet hat, kenne ich diese Herausforderungen nur zu gut. Frauen in Berufen, die traditionell von Männern dominiert sind, sind immer noch nicht so präsent, werden nicht so gehört und sind nicht so einflussreich, wie sie sein könnten. Die globalen Prioritäten unserer Zeit - von Atomwaffen bis Klimawandel bis zu der Pandemie - sind zu folgenreich, um die Hälfte unserer Talente an der anderen Seite der Tür zu lassen.”