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Spielen mit Leben oder Tod: Ciné-ONU-Film enthüllt gefährliche Reisen junger Teenager, die aus ihrer Heimat fliehen und Zuflucht suchen

„Am Weltflüchtlingstag machen wir den Mut und die Widerstandskraft der Menschen zum Thema, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen – und würdigen das Mitgefühl derer, die ihnen die Tür öffnen. Die Zahl der Flüchtlinge weltweit war noch nie so hoch wie heute. [...] Jeder Mensch hat das Recht, Sicherheit zu suchen – unabhängig davon, wer er ist, woher er kommt und wann er zur Flucht gezwungen wird. […] Verlieren wir nie unsere gemeinsame Menschlichkeit aus den Augen.“ — Botschaft des UN-Generalsekretärs António Guterres zum Weltflüchtlingstag, 20. Juni 2022. (Vollständige Nachricht hier verfügbar)

Dieses Monat zeigte Ciné-ONU Wien „Shadow Game“, einen Dokumentarfilm, der die tiefgreifenden Folgen der europäischen Asylpolitik skizziert und die Kämpfe jugendlicher Flüchtlinge aus Syrien, dem Sudan, Afghanistan und darüber hinaus humanisiert. Der Film erzählt die Geschichte junger Flüchtlinge, die ihre extrem gefährlichen Reisen in verschiedene Arten von Spielen beschreiben. Das Wanderspiel, das Zugspiel oder das Bootsspiel; was in allen gemeinsam ist, dass sie mit Leben oder Tod spielen. Außerdem ist die Realität, die der Film aufdeckt, paradox. Während immer mehr getan wird, um diese Kinder bei ihrem „Spielen“ für ein besseres Leben zu unterstützen, werden immer noch Zäune und Grenzen gebaut und verstärkt, um sie fernzuhalten.

Die Filmvorführung wurde vom Informationsdienst der Vereinten Nationen (UNIS) Wien in Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingsorganisation (UNHCR) Österreich organisiert. Im Anschluss an den Dokumentarfilm fand eine Podiumsdiskussion mit ExpertInnen aus den Bereichen Menschenrechte und Flüchtlingshilfe statt. Sabine Kampmüller, Gründerin von AFYA (Verein zur interkulturellen Gesundheitsförderung) und Ruth Schöffl, Sprecherin von UNHCR Österreich, teilten ihre Erkenntnisse. Wir fühlten uns auch geehrt, Shahwali Walizada zu begrüßen, selbst ein junger Flüchtling aus Afghanistan, der derzeit eine Lehrederzeit zum Bankkaufmann absolviert. Die Diskussion wurde von UNIS Wien Direktor Martin Nesirky moderiert.

Das Panel stimmte überein, dass der effizienteste Weg Flüchtlingen zu helfen darin besteht, die Konflikte zu lösen, die sie zur Flucht veranlasst haben. Die Podiumsgästebetonten ebenso, dass es positive Fälle gegeben habe, in denen Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, da sie als sicher erachtet wurden. Schöffl sagte, der Dokumentarfilm zeige die schlimmsten Beispiele dafür, was den Kindern nicht passieren sollte. Um die in dem Dokumentarfilm gezeigten Reisen zu verhindern, sollte im Erstzufluchtsland Zugang zu Bildung ermöglicht werden. Schöffl betonte auch, dass Pushbacks illegal seien.

Es war äußerst wertvoll, Walizada zuzuhören, als er seine eigene Fluggeschichte erzählte. Als er zwei Jahre alt war, floh seine Familie vor rassistischer Verfolgung aus Afghanistan nach Pakistan und musste mit zwölf Jahren ein zweites Mal fliehen. Als Teil der ethnischen Gruppe der Hazara war es in beiden Ländern gefährlich. Sie reisten mit dem Bus durch den Iran. Als sie die Grenzen von der Türkei erreichten, mussten sie die bergigen Grenzen zu Fuß überqueren. Walizada beschrieb die Angst, die er empfand, da er wusste, dass die Soldaten, falls sie sie gefunden hätten, „die Flüchtlinge wie Tiere behandelt hätten“, sagte er. Er reiste in einem kleinen Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland und kam schließlich in Wien an. Walizada sagte dem Publikum, dass er sein „Schicksal“ – Krieg zu erleben und vor ihm zu fliehen – niemandem wünsche. Er betonte auch, wie dankbar und glücklich er sei, bei seiner Ankunft in Österreich von SOS -Kinderdorf so „herzlich empfangen“ worden zu sein, für die Unterstützung, die ihm dort gegeben wurde, und die Möglichkeiten, die sie ihm boten.

Kampmüller sagte: „Bevor [wir] über Politik sprechen, sollten wir alle anerkennen, was die Eltern erreicht haben, indem sie ihre Kinder in Sicherheit gebracht haben.“ Sie betonte, dass wir wissen, was es braucht, um eine so gefährliche Entscheidung zu treffen. Dies war ein Gefühl, dem ein Zuschauer zustimmte, der selbst ehemalige Flüchtling aus Afghanistan war. Nachdem er sich bei dem Gremium bedankt hatte, erläuterte er seine Umstände und betonte, dass niemand fliehen, seine Familie trennen oder seine Kinder in eine gewisse Gefahr schicken würde, wenn die Situation, in der er sich zu diesem Zeitpunkt befänden, nicht noch schlimmer wäre.

Indem er die Taten von Flüchtlingen auf der ganzen Welt als Taten des „Muts und der Widerstandskraft“ beschreibt, entspricht der Generalsekretär in seiner Botschaft zum Weltflüchtlingstag der Stimmung des Podiums und des Publikums. Es braucht Mut, vor Verfolgung zu fliehen, und Widerstandskraft, um ein neues Leben in einem anderen Land zu beginnen.