Veranstaltungen

Girls Not Brides: "Weil ich einzigartig, wertvoll und etwas Besonderes bin"

WIEN, 28. November 2017 - Jedes Jahr werden 15 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, das heißt 28 Mädchen pro Minute und eine alle zwei Sekunden. Die Bekämpfung von Kinderehen ist eine der Zielsetzungen des Nachhaltigen Entwicklungsziels 5 für Geschlechtergleichheit. Die Veranstaltung 'Girls Not Brides' lockte eine multikulturelle Zuschauermenge ins VIC.

'Girls Not Brides' wurde anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und der Kampagne "16 Days of Activism Against Gender Violence" vom Wiener NGO-Ausschuss zum Status der Frau organisiert. Ziel der Kampagne ist es, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen und Menschen zu mobilisieren, um Änderungen zu bewirken. Die 16 Tage finden vom 25. November bis 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, statt.

Das diesjährige Thema der Kampagne "Leave no one behind: end violence against women and girls" (Niemanden zurücklassen: Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden) ist zur Unterstützung derjenigen, die besonders gefährdet sind, unbedingt notwendig.

Im Namen von UNIS begrüßte Anne Thomas, die auch Anlaufstelle für Frauen von UNOVUNODC ist, alle TeilnehmerInnen und betonte, dass mehr als eine von drei Frauen Gewalterfahrungen erlebt haben. Sie zitierte UNO-Generalsekretär António Guterres in seiner Ansprache bei der Veranstaltung in New York am Internationalen Tag: "Bei der Gewalt gegen Frauen geht es grundsätzlich um Macht. Sie wird nur dann enden, wenn die Gleichstellung der Geschlechter und die völlige Gleichstellung der Rolle der Frau erreicht wird. "

Margit Fischer, Vorsitzende des Vereins ScienceCenter-Netzwerk und des Österreichischen Frauenrates und Ehefrau des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten, hielt eine Rede über die Bedeutung der Arbeit mit Frauen auf der ganzen Welt. Sie erwähnte, dass Frauen in den letzten 100 Jahren viel bewegt haben, dennoch gebe es eine große Anzahl ungelöster oder unerkannter Probleme.

An der Podiumsveranstaltung nahmen die Expertinnen Zoe Birchall, Global Advocacy Focal Point, Girls Not Brides; Dr. Kapila Gupta, Vorsitzende, International Inner Wheel, Indien; Sonja Hönig Schough, Vorsitzende, ZONTA International, und Viviane Tassi Bela, Expertin für Geschlechtergleichstellung und Menschenrechte, Kamerun, teil. Moderiert hat Martina Gredler, Vorsitzende des Wiener NGO-Ausschusses zum Status der Frau.

Alle Podiumsgäste erläuterten ähnliche Ziele: Verbesserung der Gesundheit der Mädchen, Zugang zu Bildung, Schutz vor Gewalt und die Beseitigung der Kinderehe. Kinderehen geschehen über Länder, Kulturen und Religionen hinweg und werden durch Ungleichheit der Geschlechter, Armut, Traditionen und Unsicherheit verstärkt. Die am stärksten betroffenen Regionen sind Südasien, Subsahara-Afrika, der Nahe Osten und Lateinamerika. Viviane Tassi Bela bekräftigte die Notwendigkeit, Jungen und Männer in die Diskussion einzubeziehen. Die Diskussionsteilnehmer erwähnten, dass die Beseitigung von Kinderehen auch andere wichtige Ziele für nachhaltige Entwicklung lösen würde, wie 1: Keine Armut, 2: Kein Hunger, 3: Gesundheit und Wohlergehen, 4: Hochwertige Bildung, 5: Geschlechtergleichheit, 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, 10: Weniger Ungleichheiten und 16: Frieden, Gerechtigkeit und Starke Institutionen.

Alle Teilnehmer fanden die Veranstaltung 'Girls Not Brides' äußerst beeindruckend. Es gab viele Kommentare, Fragen und Anerkennung aus dem Publikum. Viele Zuhörer meldeten sich zu Wort, um sich bei den Podiumsteilnehmerinnen zu bedanken und die Bedeutung ihrer Arbeit zu betonen. Einer der wenigen Männer aus dem Publikum sagte: "Ich fühle mich demütig und passioniert. Ich bewundere Ihr Engagement und danke Ihnen."