Presseaussendungen

     
     Note Nr. 117
    4. Januar2001
    UNO verschärfte Vorgehen gegen illegale Waffen im Kosovo

    WIEN, 3. Januar (UNO-Informationsdienst) -- In Reaktion auf die sich häufenden Fälle von Waffengewalt im Kosovo verstärken die UNO-Polizeieinheiten ihre Anstrengungen zur Beschlagnahmung illegaler Waffen, so ein UNO-Sprecher heute in der Provinzhauptstadt Pristina.

    In Anbetracht der gewalttätigen Vorkommnisse der vergangenen Tage unterstrich der Sprecher der UNO-Interimsverwaltung im Kosovo (UNMIK), Derek Chapell, die Gefahren, die mit einer bewaffneten Gesellschaft verbunden sind, "die nur zu bereit ist, zur Lösung kleinerer Streitigkeiten extreme Gewalt einzusetzen."

    "Als eine Maßnahme gegen den Besitz dieser illegalen Waffen in der Region um Pec haben Polizei und KFOR die gezielte Suche nach in Privathaushalten befindlichen illegalen Waffen aufgenommen", so der Sprecher. In den letzten drei Tagen wurden so 14 Feuerwaffen und 20 Handgranaten beschlagnahmt, während 13 Personen unter dem Vorwurf des illegalen Waffenbesitzes verhaftet wurden.

    Der Sprecher gab detailliert Auskunft über das jüngste Ausmaß tödlicher Zwischenfälle, wie etwa die Tötung zweier Personen durch einen Albaner, der seine Opfer am 30. Dezember nach einem Streit in einem Café in der Nähe von Vustrin erschoß. In einem anderen Fall entwickelte sich ein verbaler Streit in einer Bar in Süd-Mitrovica in einen Kampf, infolgedessen ein Albaner von zwei Schüssen in der Brust getroffen wurde.

    Einem weiteren 'tragischen Mord' fiel ein jugendlicher Albaner zum Opfer, als am Silvesterabend ein Streit in eine Schießerei eskalierte, so Derek Chappel. Im Zusammenhang mit diesem Verbrechen befinden sich 5 Personen in Haft.

    Der Silvesterabend habe auf drastische Weise gezeigt, wieviele Waffen sich im Kosovo in privaten Händen befänden, so die Ausführungen des Sprechers. In der gesamten Provinz verhaftete die Polizei 15 Personen und beschlagnahmte 24 Waffen in Verbindung mit 'Freudenfeuern'. Der Sprecher betonte, daß der Gebrauch von Waffen zu Feierzwecken inakzeptabel sei. 'Dies sei gefährlich, einfältig und auch kriminell.'

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