Klimawandel

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COP26 endet mit „Kompromisslösung“ für das Klima, aber das ist nicht genug, sagt UN-Chef

"Es ist ein wichtiger Schritt, aber es ist nicht genug. Wir müssen die Klimaschutzmaßnahmen beschleunigen, um das Ziel am Leben zu erhalten, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen", sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, in einer Videoerklärung zum Abschluss der zweiwöchigen Verhandlungen.

Herr Guterres richtete auch eine Botschaft an die jungen Menschen, indigenen Gemeinschaften, führenden Frauen und all jene, die an der Spitze der Klimaschutzbewegung stehen.

“Ich weiß, dass ihr enttäuscht seid. Aber der Weg des Fortschritts ist nicht immer geradlinig. Manchmal gibt es Umwege. Manchmal gibt es Gräben. Aber ich weiß, dass wir es schaffen können. Wir befinden uns im Kampf unseres Lebens, und dieser Kampf muss gewonnen werden. Gebt niemals auf. Lasst niemals nach. Treibt den Fortschritt weiter an.“

Ein Kurzüberblick über die Vereinbarung

Der Glasgow-Klimapakt, so der Titel des Abschlussdokuments, fordert 197 Länder auf, bei der COP27 in Ägypten im kommenden Jahr über ihre Fortschritte hinsichtlich ehrgeizigerer Klimaziele zu berichten.

Eine in letzter Minute von China und Indien vorgenommene Änderung des Paktes milderte jedoch die in einem früheren Entwurf enthaltene Formulierung vom "Ausstieg aus der ungebremsten Kohleverstromung und aus ineffizienten Subventionen für fossile Energieträger" , so dass es nun stattdessen heißt, die Kohlenutzung werde „heruntergefahren“. 

Weitere wichtige Erfolge der COP26

Auf der Konferenz wurden viele ermutigende Ankündigungen gemacht. Eine der wichtigsten war die Zusage von Staats- und Regierungschefs aus mehr als 120 Ländern, die gemeinsam rund 90 Prozent der weltweiten Waldfläche repräsentieren, die Entwaldung bis 2030 stoppen und rückgängig zu machen. Hierbei wird dasselbe Jahr angestrebt, bis zu dem die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zur Eindämmung der Armut und zur Sicherung der Zukunft des Planeten erreicht sein sollen.

Von den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union angeführt, wurde zudem der Pakt gegen Methanausstoß besiegelt , mit dem sich mehr als 100 Länder bereit erklärten, die Emissionen dieses Treibhausgases bis 2030 zu verringern.

Währenddessen einigten sich mehr als 40 Länder - darunter große Kohleverbraucher wie Polen, Vietnam und Chile – darauf, aus der Nutzung der Kohle, einem der größten Verursacher von CO2-Emissionen, auszusteigen.

Auch der Privatsektor zeigte großes Engagement: fast 500 globale Finanzdienstleister erklärten sich bereit, 130 Billionen Dollar - etwa 40 Prozent des weltweiten Finanzvermögens - an den Zielen des Pariser Abkommens auszurichten, darunter die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5C Grad.

Für viele überraschend verpflichteten sich zudem die USA und China, die Klimakooperation in den nächsten zehn Jahren zu verstärken. In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten sie eine Einigung zur Ergreifung von Maßnahmen in einer Reihe von Themen, darunter Methanemissionen, Übergang zu sauberer Energie und Dekarbonisierung.  Sie bekräftigten ebenfalls ihre Verpflichtung, das 1,5C -Grad -Ziel aufrecht zu erhalten.

Was den umweltfreundlichen Verkehr betrifft, so unterzeichneten mehr als 100 nationale Regierungen, Städte, Bundesstaaten und große Automobilunternehmen die Erklärung von Glasgow über emissionsfreie Autos und Transporter, um den Verkauf von Verbrennungsmotoren bis 2035 in führenden Märkten und bis 2040 weltweit einzustellen.  Mindestens 13 Länder verpflichteten sich außerdem, den Verkauf von mit fossilen Brennstoffen betriebenen schweren Nutzfahrzeugen bis 2040 zu beenden.


"2021 ist ein entscheidendes Jahr, um dem globalen Klimanotstand zu begegnen". UN-Generalsekretär António Guterres

COVID-19 hat die Klimakrise nicht gestoppt. Die Emissionen steigen weiter an. Dies ist ein Notfall. Wir sehen eine schnell wachsende Koalition von Ländern, Städten, Regionen, Unternehmen und Investoren, die sich zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 verpflichten. Wir müssen JETZT handeln, bei der Abschwächung, Anpassung und Finanzierung.

Die UN-Klimakonferenz (COP26) wird vom 1. bis 12. November 2021 in Glasgow stattfinden.

Bis zur COP26 müssen die Länder:

  • Sich der wachsenden globalen Koalition für Netto-Null bis 2050 anschließen;
  • Konkrete, ehrgeizigere Aktionspläne (Nationally Determined Contributions, kurz NDCs) vorlegen
  • In einen grünen Aufschwung investieren, die Finanzierung der Anpassung erhöhen, aus der Kohle aussteigen, niemanden zurücklassen

Übergang zu Klimastabilität und sauberer Energie

Mit der Verschärfung des Klimanotstands wird der Übergang zur Klimastabilität immer dringlicher. Die Staaten müssen ihre Verpflichtungen aus dem Übereinkommen von Paris erfüllen, um den Klimawandel zu bekämpfen und den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter 2°C zu halten. Um dies zu erreichen, müssen wir die Emissionen von Verkehr und Industrie senken und in erneuerbare Energien investieren.

"Der Ausstieg aus der Kohle im Stromsektor ist der wichtigste Schritt, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen" - UN-Generalsekretär António Guterres (2021)

Der Generalsekretär hat die Bedeutung des Ausstiegs aus der Kohle als den "wichtigsten Einzelschritt" hervorgehoben, den die Welt unternehmen kann, um das Klima zu stabilisieren. Solartechnologien sind eine nachhaltige Alternative zu Kohle, die helfen, den Planeten zu retten und die Energiekosten zu senken.

Die Vereinten Nationen statten Hunderte von Gesundheitseinrichtungen in einigen der ärmsten Teile der Welt mit Solarenergie aus - von Solardächern bis hin zu Batterien. Dadurch haben sie Zugang zu sauberer, erschwinglicher und zuverlässiger Elektrizität und sparen gleichzeitig Geld, das in die Gesundheitsversorgung reinvestiert werden kann.

Was tun die Vereinten Nationen sonst noch gegen den Klimawandel?

Die UN-Familie steht an vorderster Front bei den Bemühungen, unseren Planeten zu retten. Durch die Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (IPCC) stellen die Vereinten Nationen den politischen Entscheidungsträgern wissenschaftliche Daten über den Klimawandel, seine Auswirkungen und zukünftigen Risiken sowie Optionen für Anpassung, Widerstandsfähigkeit und Abschwächung zur Verfügung.

Mit dem UN-Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen (UNFCCC) bieten die Vereinten Nationen außerdem ein Forum, um die Welt zusammenzubringen und gemeinsam gegen den Klimawandel vorzugehen.

Auf der ganzen Welt arbeiten die Vereinten Nationen daran, Länder beim Übergang zu klimaresistenten und emissionsarmen Strategien zu unterstützen und gleichzeitig denjenigen, die besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels sind, bei der Anpassung an ein instabileres Klima zu helfen.

Warum ist die Bekämpfung des Klimawandels wichtig?

Es gibt alarmierende Hinweise aus dem IPCC-Bericht, dass wichtige Kipp-Punkte, die zu irreversiblen Veränderungen in wichtigen Ökosystemen und dem planetaren Klimasystem führen, möglicherweise bereits erreicht oder überschritten sind. So unterschiedliche Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald und die arktische Tundra nähern sich durch Erwärmung und Austrocknung möglicherweise Schwellenwerten, die zu dramatischen Veränderungen führen. Die Gebirgsgletscher befinden sich in einem alarmierenden Rückzug und die Auswirkungen der reduzierten Wasserversorgung in den trockensten Monaten werden Auswirkungen haben, die Generationen überdauern.

Globale Vereinbarungen und Kooperationen

Der "Erdgipfel" von 1992 führte zur Gründung des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) als erstem Schritt zur Bewältigung des Problems des Klimawandels. Heute hat das Übereinkommen eine nahezu universelle Mitgliedschaft: 197 Länder haben sie ratifiziert. Das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll verpflichtet die Vertragsparteien der Industrieländer rechtlich zu Emissionsreduktionszielen.

Übereinkommen von Paris

Im Jahr 2015 wurde auf der 21. Vertragsstaatenkonferenz des UNFCCC in Paris ein wegweisendes Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Beschleunigung und Intensivierung der für eine nachhaltige kohlenstoffarme Zukunft erforderlichen Maßnahmen und Investitionen getroffen. Das Klimaübereinkommen von Paris baut auf der Konvention auf und vereint erstmals alle Nationen in einer gemeinsamen Sache, um ehrgeizige Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Anpassung an seine Auswirkungen zu unternehmen, mit verstärkter Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Umsetzung. Als solches stellt es einen neuen Kurs in den globalen Klimabemühungen dar.

Das zentrale Ziel des Pariser Übereinkommens ist es, die globale Antwort auf die Bedrohung durch den Klimawandel zu stärken, indem der weltweite Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gehalten wird und die Bemühungen fortgesetzt werden, den Temperaturanstieg noch weiter auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Am Tag der Erde, dem 22. April 2016, unterzeichneten 175 Staats- und Regierungschefs das Pariser Übereinkommen im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Dies war die mit Abstand höchste Anzahl von Ländern, die jemals ein internationales Abkommen an einem einzigen Tag unterzeichnet haben.

Wie wirkt die UNO in Wien dem Klimawandel entgegen

Die Verpflichtung für Klimamaßnahmen - Ziel Nr. 13 der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) - obliegt der Verantwortung von Regierungen, Organisationen, Städten, Regionen, Unternehmen und Investoren. Viele der in Wien ansässigen UN-Organisationen sind aktiv in die Erreichung von Ziel 13 eingebunden.

Die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO), zum Beispiel, teilt ihre Expertise in grüner und innovativer Technologie, um, unter anderem, Mexiko beim Schutz der Ozonschicht der Erde zu unterstützen. In Myanmar und China hat die UNIDO ein Projekt umgesetzt, um die Anwendung der Praktiken und Methoden der Sozialen Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) zu fördern.

Das Büro der Vereinten Nationen für Weltraumangelegenheiten (UNOOSA) wendet Weltraumtechnologien an, um Treibhausgase in Verbindung mit Abholzung und Industrieprozessen, die Veränderung des Eises an den Polkappen und Gletschern, sowie den Anstieg des Meeresspiegels und der Temperaturen zu überwachen.

Das UN-Umweltprogramm (UN Environment) bietet in den gefährdeten Bergregionen am Westbalkan, im Südkaukasus, in Zentralasien, in Ostafrika und in den Tropischen Anden Unterstützung, um sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. UN Environment, zum Beispiel, macht Straßen widerstandsfähiger gegen Überflutungen und baut Wasserreservoirs, um Überflutungen durch schmelzende Gletscher abzuschwächen.

Die Vorbereitende Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) unterstützt Forschungen über Eisberge und Gletscherbewegungen, Hurrikans und Tornados, Erdrutsche und Lawinen, saisonale und jährliche Veränderungen spezieller Radionuklide, ozeanische Prozesse und Meereslebewesen mittels Daten, die gesammelt werden.

Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bietet für Wissenschaftler eine Plattform für die Nutzung von Nukleartechnologien. Damit kann eine Optimierung der landwirtschaftlichen Methoden untersucht werden, um Ressourcen zu schützen und Emissionen zu reduzieren.