Frauen

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Der Generalsekretär
Botschaft anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen
25. November 2021

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weltweit nach wie vor das am weitesten verbreitete und drängendste Menschenrechtsproblem der heutigen Zeit.

Sie ist ein abscheuliches Verbrechen und eine gesundheitliche Notlage zugleich, mit weitreichenden Folgen für Millionen von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt.

Die aktuellsten Zahlen von UN-Frauen, der Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Stärkung der Frauen, belegen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen während der COVID-19-Pandemie zugenommen hat.

In 13 Ländern gab beinahe jede zweite Frau an, dass sie selbst oder eine Bekannte während der Pandemie erstmals geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt gewesen sei.

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"Die Ungleichheit der Geschlechter ist die überwältigende Ungerechtigkeit unserer Zeit und die größte menschenrechtliche Herausforderung, der wir gegenüberstehen."

UNO-Generalsekretär António Guterres

"Die Vorteile der Geschlechtergleichstellung kommen nicht nur Frauen und Mädchen zugute, sondern allen, deren Leben sich durch eine gerechtere Welt, in der niemand zurückgelassen wird, verändern wird."

Phumzile Mlambo-Ngcuka, Exekutivdirektorin von UN Women

Frauen und Mädchen machen die Hälfte der Weltbevölkerung und ihres Potenzials aus. Die Geschlechtergleichstellung ist ein grundlegendes Menschenrecht und ihre Verwirklichung hat enorme sozioökonomische Vorteile. Die Geschlechtergleichstellung ist auch die Grundlage für eine friedliche, wohlhabende und nachhaltige Welt. Dennoch ist Geschlechterungleichheit nach wie vor überall tief verankert und hemmt den gesellschaftlichen Fortschritt. Frauen und Mädchen wird viel zu oft der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit verwehrt. Sie werden Opfer von Gewalt und Diskriminierung und sind in Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert.

"Wir leben in einer männerdominierten Welt mit einer männerdominierten Kultur, und das gilt auch für die Vereinten Nationen. Männer haben seit Jahrtausenden das Sagen. Einstellungen zu ändern, ist eine der wichtigsten und schwierigsten Herausforderungen", sagte Generalsekretär António Guterres in einer Rede, mit der er weibliche Führungskräfte in den Vereinten Nationen würdigte.

Die Vereinten Nationen haben über viele Jahrzehnte hinweg bedeutende Fortschritte bei der Förderung der Geschlechtergleichstellung gemacht und setzen sich weltweit für die Stärkung und Rechte von Frauen und Mädchen ein. Die 1945 unterzeichnete Charta der Vereinten Nationen war das erste internationale Abkommen, das den Grundsatz der Geschlechtergleichstellung festhielt.

Seit dem Internationalen Jahr der Frau 1975 begehen die Vereinten Nationen am 8. März den Internationalen Frauentag, um daran zu erinnern, dass wir "alles tun müssen, um festgefahrene Vorurteile zu überwinden, Engagement und Aktivismus zu unterstützen und die Geschlechtergleichstellung und die Stärkung von Frauen zu fördern". (UNO-Generalsekretär António Guterres)

Nachhaltiges Entwicklungsziel #5: Geschlechtergleichheit

Ein wichtiges Ziel der Vereinten Nationen ist es, den Zusammenhang zwischen Geschlechtergleichstellung und nachhaltiger Entwicklung zu erkennen und zu stärken. "Lassen Sie uns sicherstellen, dass jedes Mädchen, überall, die Möglichkeit hat, ihre Träume zu verwirklichen, in ihre Kraft hineinzuwachsen und zu einer nachhaltigen Zukunft für alle beizutragen", sagte UNO-Generalsekretär António Guterres.

Dieser Zusammenhang spiegelt sich im Ziel 5 der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung wider, in dem die Geschlechtergleichstellung und die Stärkung der Rolle von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt werden. Ziel 5 hat neun Zielvorgaben, darunter die Punkte, alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen zu beenden, alle Formen von Gewalt und schädlichen Praktiken wie Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Zwangsheirat zu beseitigen, den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie die volle und wirksame Teilhabe und Chancengleichheit in Führungspositionen sicherzustellen.

Um die Geschlechtergleichstellung bis 2030 zu erreichen, müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die vielen Ursachen der Diskriminierung zu beseitigen, die die Rechte der Frauen im privaten und öffentlichen Bereich immer noch beschneiden. Die Vereinten Nationen haben eine große Anzahl von Projekten und Kampagnen auf den Weg gebracht, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten.

Das Herzstück der Arbeit der Vereinten Nationen zur Erreichung der Geschlechtergleichstellung ist UN Women. Die Einheit der Vereinten Nationen für die Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen wurde 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen geschaffen und vereint die Arbeit des gesamten UNO-Systems. UN Women unterstützt die Frauenrechtskommission, ein wichtiges globales zwischenstaatliches Gremium, das sich der Förderung der Geschlechtergleichstellung und der Ermächtigung der Frauen widmet, bei der Formulierung von Strategien, globalen Standards und Normen. Darüber hinaus unterstützt UN Women die Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung dieser Standards und leitet und koordiniert die Arbeit des UN-Systems zur Geschlechtergleichstellung. Außerdem fördert UN Women die Rechenschaftspflicht.

UN Women hat auch eine starke humanitäre Agenda und ist in allen Ecken der Welt aktiv. Im Jahr 2019 hat UN Women mit Partnern rund um den Globus zusammengearbeitet, um für 509.000 Frauen und Mädchen humanitäre Hilfe zu leisten und die Unterstützung für Frauen und Mädchen, die Gewalt überlebt haben, in 49 Ländern auszubauen. Seit dem Moment, in dem die Pandemie ausgebrochen ist, hat UN Women die weltweite Aufmerksamkeit auf die besonderen Auswirkungen auf Frauen und Mädchen gelenkt und auf Maßnahmen gegen die eskalierende geschlechtsspezifische Gewalt während der Lockdowns gedrängt. UN Women half auch den zivilgesellschaftlichen Zuschussempfängern des Treuhandfonds zur Unterstützung von Maßnahmen zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, wichtige Dienste für Überlebende von Gewalt in 69 Ländern und Gebieten zu erhalten.

UN Women hat ebenfalls die innovative He-For-She-Kampagne ins Leben gerufen, die Männer und Menschen aller Geschlechter einlädt, sich mit Frauen zu solidarisieren, um eine mutige, sichtbare und vereinte Kraft für die Geschlechtergleichstellung zu schaffen.

"Die Geschlechtergleichstellung ist ein Mittel zur Neudefinition und Umwandlung von Macht, das allen zugutekommt. Es ist Zeit, aufzuhören zu versuchen, Frauen zu ändern, und damit zu beginnen, die Systeme und Machtungleichgewichte zu ändern, die sie daran hindern, ihr Potenzial zu erreichen." - UNO-Generalsekretär António Guterres, Internationaler Frauentag 2020

Bei der UN-Friedenssicherung wird besonderer Wert auf die Stärkung von Frauen gelegt, damit sie an Friedensprozessen teilnehmen und sich für ihre Einbeziehung in politische Systeme und Wahlsysteme einsetzen können. Darüber hinaus ist die Berücksichtigung der unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen Frauen und Männer in Konflikt- und Post-Konflikt-Situationen konfrontiert sind, ein integraler Bestandteil der UN-Einsätze.

Wie die Vereinten Nationen in Wien für die Erreichung von Nachhaltigkeitsziel #5 arbeiten

Die in Wien ansässigen Organisationen der Vereinten Nationen arbeiten aktiv daran, einen Beitrag zum Ziel der Geschlechtergleichstellung zu leisten.

Das Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA), zum Beispiel, hat ein Projekt namens "Space for women" ins Leben gerufen. Es fördert vor allem die Ausbildung und Karriere von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik und arbeitet auf ein Gender-Mainstreaming im Raumfahrtsektor hin.

Das Büro der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen (UNODA) arbeitet daran, insbesondere Frauen aus dem globalen Süden zu einer Ausbildung in den Bereichen Abrüstung und Nichtverbreitung zu ermutigen, zum Beispiel durch das Women Higher Education For Peace Vienna Forum.

Die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) hilft, Frauen in Entwicklungsländern mit sauberen Brennstoffen und erneuerbarer Energie zu versorgen. Dadurch verringert sich die Zeit, die sie für Hausarbeiten wie das Sammeln von Brennstoff oder Wasser aufbringen müssen, was ihnen ermöglicht, außerhalb des Haushalts Geld zu verdienen.

Darüber hinaus ermutigt die Women's Network Initiative des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und der Weltzollorganisation weibliche Zoll- und Strafverfolgungsbeamte zur Teilnahme an Schulungs- und Führungsprogrammen. Diese Frauen kontrollieren Containersendungen auf illegale Waren wie Drogen oder Waffen.

"UNODC fördert ganzheitliche Ansätze gegen geschlechtsspezifische Gewalt und bringt die Sektoren Gesundheit, Soziales, Polizei und Justiz zusammen, um Präventionsstrategien zu entwickeln und Unterstützungsdienste anzubieten. Wir helfen dabei, Gender-Perspektiven in Antworten auf Terrorismus und Gefängnismanagement zu integrieren", sagte die Exekutivdirektorin des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung und Generaldirektorin des Büros der Vereinten Nationen in Wien, Ghada Waly.

Im Zusammenhang mit dem Mandat von UNODC werden die Mitgliedstaaten in einer Reihe von internationalen Instrumenten und Resolutionen aufgefordert, eine Gleichstellungsperspektive in ihre Gesetzgebung und Politik einzubeziehen und besondere Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung und der Stärkung von Frauen zu ergreifen.

Zahlreiche UNODC-Projekte und -Maßnahmen befassen sich mit der erhöhten Gefährdung von Frauen und Kindern im Zusammenhang mit Drogen und Kriminalität, mit Menschenhandel, mit der Prävention von und dem Zugang zu Behandlungen für drogenbedingte Krankheiten und HIV-Infektionen sowie mit der Rehabilitation von weiblichen Häftlingen.

Frauen in Führungspositionen

Weibliche Führungskräfte und Frauenorganisationen haben ihre Fähigkeiten und ihr Wissen in allen Arbeitsbereichen unter Beweis gestellt, von der lokalen bis zur globalen Ebene. Frauen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Fähigkeiten ein und leisten einen unersetzbaren Beitrag zu Entscheidungen, Strategien und Gesetzen, die für alle von Vorteil sind. Dennoch sind Möglichkeiten für Frauen in Führungspositionen und ihre politische Beteiligung eingeschränkt. Dies geschieht trotz ihrer erwiesenen Fähigkeiten als Führungspersönlichkeiten und Akteure des Wandels und trotz ihres Rechts, gleichberechtigt an einer demokratischen Regierungsführung teilzunehmen. Einzelne Frauen haben diese Hindernisse mit großem Erfolg und oft zum Nutzen der gesamten Gesellschaft überwunden. Aber für Frauen als Ganzes muss das Spielfeld geebnet werden, um Chancen für alle zu eröffnen.

Weibliche Führungskräfte in den Büros der Vereinten Nationen in Wien

 

Ghada Waly

Ghada Waly ist die erste Frau an der Spitze des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Frau Waly ist auch Generaldirektorin des Büros der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) und war zuvor Ministerin für soziale Solidarität in Ägypten. Sie verfügt über 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen der nachhaltigen Entwicklung, der Armutsbekämpfung und des sozialen Schutzes sowie der Stärkung von Frauen und Jugendlichen.

 


 

Simonetta Di Pippo

Simonetta Di Pippo ist die Direktorin des Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA). Zuvor hatte sie Positionen bei der italienischen Raumfahrtbehörde (ASI) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) inne und war Mitbegründerin von Women in Aerospace Europe (WIA-E).

 

 


 

Anna Joubin-Bret

Anna Joubin-Bret ist Sekretärin der Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht (UNCITRAL) und Direktorin des Bereichs Rechtsangelegenheiten im Büro der Vereinten Nationen. Bevor sie zu den Vereinten Nationen kam, hielt Frau Joubin-Bret Vorlesungen über internationales Investitionsrecht an verschiedenen Universitäten und Instituten auf der ganzen Welt und war als Rechtsanwältin in Paris tätig.

 


 

Borislava Batandjieva-Metcalf

Borislava Batandjieva-Metcalf ist Sekretärin des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen für die Auswirkungen radioaktiver Strahlung (UNSCEAR). Sie verfügt über 22 Jahre Erfahrung im Bereich Strahlenschutz und nukleare Sicherheit, hat zuvor bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gearbeitet und war als wissenschaftliche Projektleiterin für die Europäische Kommission tätig.