Presseaussendungen


    Note Nr. 168
    14. November 2001

    Generalsekretär Kofi Annan:

    WIRTSCHAFTSFREUNDLICHES KLIMA UND OFFENE AUSSENMÄRKTE FÜR AFRIKA

    New York, 14 November 2001 – UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat zum Afrika-Industrialisierungstag, der jedes Jahr am 20. November gewürdigt wird, folgende Erklärung abgegeben:

    Jedes Jahr am 20. November begehen die Vereinten Nationen den Afrika-Industrialisierungstag, der darauf ausgerichtet ist, die internationale Unterstützung für Afrikas industrielle Entwicklung voranzutreiben.

    Viele afrikanische Staaten stehen weiterhin einer schlechten Infrastruktur, schwachen institutionellen Kapazitäten, einer sich vergrössernden Technologiekluft zu anderen Nationen und nicht ausreichenden Regulierungssystemen gegenüber. Für afrikanische Länder ist es immer schwieriger, sich in die schnell wandelnde globale Wirtschaft zu integrieren; und die Vorteile der Globalisierung gehen zum grössten Teil an ihrem Kontinent vorbei. Bedenken gegenüber der Globalisierung, besonders die Fortdauer der Armut und die Gefahr, noch weiter an den Rand gedrängt zu werden, sind ebenfalls gewichtige afrikanische Sorgen.

    Die industrielle Entwicklung kann bei der Überwindung dieses Zustandes eine Schlüsselrolle spielen. Das Thema des diesesjährigen Afrika-Industrialisierungstages , "Die Herausforderungen der afrikanischen Industrialisierung im neuen Jahrhundert", unterstreicht die dringende Notwendigkeit, dass die afrikanischen Staaten ihre Industriepolitik überprüfen und überarbeiten. Eine Reihe Länder hat dies bereits begonnen, in der Erkenntnis, dass sich afrikanische Staaten nicht länger nur auf billige Arbeitskräfte und Rohstoffe verlassen dürfen. Vielmehr müssen sie statische Vergleichs-Vorteile in dynamische verwandeln, was bedeutet, die Arbeitsproduktivität zu steigern, die Wirtschaftsführung zu verbessern, Investitionen und Unternehmen zu fördern und die zentrale Rolle der Frauen zu sichern. Ländlicher Industrialisierung, der Informationstechnologie und der Konzentration auf Kleinbetriebe und mittelständische Unternehmen – das Rückgrat jeder industrialisierten Gesellschaft – muss ebenfalls Vorrang eingeräumt werden.

    Industrielle Entwicklung ist ein bedeutender Teil der ‘Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung’ (NEPAD) – des umfassenden Planes für die afrikanische Wiedererstarkung, der auf dem Gipfeltreffen im Juli in Lusaka angenommen wurde, auf dem die afrikanischen Führer auch die Gründung einer Afrikanischen Union verkündet hatten. Beruhend auf afrikanischem Besitz und afrikanischer Führung legt NEPAD besonders grosses Gewicht auf die Verarbeitung, die Entwicklung neuer sowie die Weiterentwicklung bestehender Industrien und ein regionales Konzepte.

    Wenn afrikanische Industrien wachsen sollen, brauchen sie nicht nur ein wirtschaftsfreundliches Klima im Inland, sondern ebenso offene Aussenhandelsmärkte und internationale Unterstützung. Die Vereinten Nationen, insbesondere die Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung (UNIDO), werden fortfahren, bei der Profilierung der afrikanischen Wirtschaften und der industriellen Entwicklung des Kontinents zu helfen.

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