Presseaussendungen

    UNIS/SGSM/022
    28. September 2007

    UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

    "Die Zahl der Slumbewohner weltweit überschreitet erstmals die Milliardengrenze"

    Erklärung zum Welttag des Wohn- und Siedlungswesens, 1. Oktober 2007

    Wien, 28. September 2007 (UNO-Informationsdienst) -- Wir befinden uns am Beginn einer neuer städtischen Epoche. Die Hälfte der Menschheit lebt in Städten. Schätzungsweise werden bis 2030 zwei Drittel der Weltbevölkerung Stadtbewohner sein.

    An diesem Wendepunkt der menschlichen Geschichte zeigen Untersuchungen, dass die Gewalt in den Städten überall zunimmt. Furcht vor Gewalt ist eine der stärksten Ängste, die unser Leben bestimmen kann. In zu vielen Städten weltweit ist Angst vor Gewalt ausschlaggebend dafür, wo wir wohnen, arbeiten und sich unser tägliches Leben abspielt. Das ist schlecht für den menschlichen Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicklung. Vor allem in einer Welt, in der die Zahl der Slumbewohner zum ersten Mal die Milliardengrenze überschreiten wird. In vielen Ländern hat Gewalt die Städte geteilt - in zerfallende Stadtteile, in denen Waffen, Vergewaltigung und Raub vorherrschen, und in reiche Gegenden, deren Bewohner für ihren Schutz bezahlen können.

    In Slums und armen Stadtteilen fehlt es den Menschen an Jobsicherheit, Versorgungseinrichtungen und Gesundheitsdiensten. Auch sind sie die am meisten durch den Klimawandel gefährdete Bevölkerungsgruppe. Der Internationale Tag des Wohn- und Siedlungswesens 2007 bietet eine Gelegenheit, Bürgermeister zu ermutigen, den Rückgang der Kriminalität, Jobsicherheit und die Abschwächung des Klimawandels besser anzugehen. Das Motto des diesjährigen Internationalen Tages ist treffend: "Eine saubere Stadt ist eine gerechte Stadt".

    Da wir uns in der Halbzeit der Millenniums-Entwicklungsziele befinden, sollten wir auch die Gelegenheit nutzen, um herauszufinden, wie die Regierungsführung in den Städten verbessert werden kann. Viele Formen städtischer Gewalt überschreiten lokale und nationale Grenzen. Dies bedarf einer besseren Kooperation zwischen allen Regierungsebenen und der Zivilgesellschaft. Wir müssen mehr in unsere Kinder und die Jugend investieren. Besonders in jugendliche Außenseiter und solche, die sich der Kriminalität hinwenden als Flucht vor einer harten Realität in Armut. Lassen Sie uns ebenfalls unsere Bemühungen verstärken, energiebewusster zu sein. In unseren Städten geschieht die größte Umweltverschmutzung und dies erfordert entsprechend innovatives Denken gemessen an ihren Dimensionen.

    Lassen Sie uns an diesem Internationalen Tag des Wohn- und Siedlungswesens entschlossener werden, Städte auf der ganzen Welt zu sichereren, grüneren und einladenderen Orten für jeden zu machen.

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