Presseaussendungen

    UNIS/SGSM/029
    21. November 2007

     

    UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

    "Gewalt gegen Frauen ist immer ein Verbrechen und niemals akzeptabel"

    Erklärung zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, 25. November 2007

    Wien, 21. November 2007 (UNO-Informationsdienst) - Gewalt gegen Frauen zählt weiterhin zum abscheulichsten, systematischsten und weit verbreiteten Missbrauch der Menschenrechte weltweit. Sie ist eine Gefahr für alle Frauen und behindert unsere Bemühungen für Entwicklung, Frieden und Gleichheit der Geschlechter in allen Gesellschaften.

    Viele Staaten haben bemerkenswerte Fortschritte durch Änderungen von Gesetzen, Richtlinien, Verfahren und Grundeinstellungen gemacht, die in der Vergangenheit dazu beitrugen, Schlupflöcher für eine Straffreiheit für dieses verabscheuenswürdige Verbrechen zu schaffen. Aber es gibt weiterhin viel zu tun, die Tolerierung der Gewalt zu beenden, die manchmal nach wie vor besteht.

    Im letzten Jahr haben unsere Bemühungen eine neue Dringlichkeit erreicht. Entsprechend der detaillierten Studie meines Vorgängers im Jahr 2006 verabschiedete die Generalversammlung eine grundlegende Resolution zur Verschärfung der Bemühungen, jegliche Form von Gewalt gegen Frauen zu beseitigen. Von neuen Initiativen der Regionalkommissionen bis zur besseren Zusammenarbeit und Programmgestaltung auf Länderebene, erhöht das System der Vereinten Nationen seine Aktivitäten in allen Bereichen. Gegenwärtig bestehen Bemühungen, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erhöhen, politischen Willen zu erzeugen und effektiv zu reagieren. Auch arbeiten wir an Vorschlägen, um Staaten bei der Abschätzung der Verbreitung und des Auftretens von Gewalt gegen Frauen zu unterstützen und darauf effizienter zu antworten.

    Um all diese Bemühungen zu bündeln, habe ich mich entschieden, eine systemweite Kampagne bis 2015 zu leiten, die die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen zum Ziel hat. Die Kampagne wird sich auf drei Schlüsselbereiche konzentrieren: globales Eintreten für die Sache, Führerschaft der UNO durch gutes Beispiel und verstärkte Partnerschaften auf nationaler und regionaler Ebene zur Unterstützung der Arbeit von Regierungen, der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft und anderer. Ich habe vorgeschlagen, dass die Generalversammlung jährlich einen Tagesordnungspunkt der Frage von Gewalt gegen Frauen widmet. Auch habe ich dem Sicherheitsrat vorgeschlagen, einen Mechanismus einzurichten, der die Überwachung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen innerhalb des Rahmens der Resolution Nr. 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit erlaubt.

    In all diesen Punkten glaube ich, dass wir durch die Vorschläge zur Verbesserung der Geschlechterstruktur der UNO Unterstützung gewinnen können, wie es die Hochrangige Gruppe für Kohärenz des Systems der Vereinten Nationen vorgelegt hat. Ich glaube wir können einen bedeutenden Fortschritt in dieser Sache erzielen, wenn wir einige der vorhandenen Strukturen durch ein dynamisches Gremium der UNO ersetzen. Es sollte einem solchen, neuen Gremium möglich sein, innerhalb des UNO-Systems alle Mittel heranzuziehen, die einen größeren Einfluss der Frau und die Gleichheit der Geschlechter weltweit erreichbar machen. Es sollte Kräfte für einen Wandel auf globaler Ebene mobilisieren und verbesserte Ergebnisse auf Staatenebene anstoßen.

    Gewalt gegen Frauen ist immer eine Verletzung der Menschenrechte. Sie ist immer ein Verbrechen und niemals akzeptabel. Lassen Sie uns dieses Thema mit der entschlossenen Ernsthaftigkeit angehen, die es verdient - nicht nur an diesem Internationalen Tag, sondern an jedem Tag.

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