Presseaussendungen

UNIS/INF/288
8. Oktober 2008

UNRWA-Generalkommissarin ruft zu arabischen Spenden auf

Palästinensischen Flüchtlingen drohen im Libanon Obdachlosigkeit und Hunger

WIEN, 8. Oktober (UNO-Informationsdienst) - Mit hoher Dringlichkeit hat die Generalkommissarin des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) Karen AbuZayd um arabische Spenden geworben. Die Nothilfe wird von etwa 30.000 palästinensischen Flüchtlingen benötigt, deren Häuser in den Kämpfen bei dem Flüchtlingslager Nahr el Bared im Norden Libanons im vergangenen Jahr zerstört wurden. Karen AbuZayd rief "arabische Spender dazu auf, UNRWA dabei zu unterstützen, angemessen auf die humanitären Bedürfnisse dieser Flüchtlinge zu reagieren, die genug Elend und Vertreibung erleiden mussten".

Im letzten Monat bat UNRWA um 43 Millionen US-Dollar für kurzfristige Hilfsleistungen wie Nahrungsmittel und Unterkünfte. Bis jetzt kamen dieser Anfrage einzig die Vereinigten Staaten mit einer Zusicherung von 4,3 Millionen US-Dollar nach, während nur wenige europäische Geber Unterstützung in Aussicht stellten. Von arabischen Gebern blieben Ankündigungen in diese Richtung aus. Mitarbeiter des UNRWA teilten mit, dass grundlegende Soforthilfe-Maßnahmen erheblich reduziert werden müssten, wenn Geldmittel nicht bald zur Verfügung stehen, da für die Basishilfe monatlich 2,5 Millionen US-Dollar benötigt werden. "Sollten wir keine zusätzlichen Beiträge bis Ende des Jahres erhalten, werden wir Probleme haben, die Flüchtlinge zu unterstützen. Das dürfen wir nicht zulassen", sagte Karen AbuZayd.

In Wien erklärte sie bei der Unterzeichnung eines Übereinkommens zwischen UNRWA und dem OPEC Fonds für Internationale Entwicklung (OFID), dass mit der Summe von fünf Millionen US-Dollar acht neue Schulen gebaut werden sollen, die als Ersatz für die bei den Kämpfen bei Nahr el Bared zerstörten Gebäude dienen sollen. Seit 2004 hat OFID sieben Millionen US-Dollar in UNRWA-Projekte investiert. Derzeit ist der Fonds der größte Einzelunterstützer der Programme für Mikrofinanzierung des Hilfswerks, die Flüchtlingen durch die Möglichkeit der finanziellen Selbstversorgung aus der Armutsfalle helfen. "Für dieses kooperative Unternehmen ist UNRWA dankbar, wir können alle stolz darauf sein", sagte die Generalkommissarin.

Karen AbuZayd betonte auch, dass OFID einer der ersten Geber gewesen ist, der auf die gemeinsame Bitte des UNRWA und der libanesischen Regierung um 445 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau Nahr el Bareds reagierte. Es handelt sich dabei um das größte Projekt in der fast 60-jährigen Geschichte des UNRWA. Bei ihrer Rede in Wien erwähnte sie zudem, dass von den bisher zugesagten 57,8 Millionen US-Dollar 91 Prozent von westlichen Regierungen stammen. "Hoffentlich werde ich bald von Spenden arabischer Regierungen erfahren. Wir rechnen fest damit. Das ist unerlässlich, damit das Projekt wie geplant vorankommt."

Bei einem Überblick zur finanziellen Lage des UNRWA erklärte Karen AbuZayd, ihre Organisation stehe vor einem Defizit von 80 Millionen US-Dollar des regulären Budgets. Ein Grund dafür sind die steigenden Ölpreise, die das "UNRWA hart getroffen haben". Sie bat um die Hilfe der OPEC-Staaten bei der Begleichung der Kraftstoffkosten von über 4 Millionen US-Dollar, die in zwölf Monaten in den besetzten palästinensischen Gebieten angefallen sind und erklärte, dass das Hilfswerk "lokale Stadtverwaltungen in Gaza mit Treibstofflieferungen für die Müllabfuhr helfe, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern."

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Chris Gunness
Spokesperson, UNRWA, East Jerusalem
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Hoda Samra
Public Information Officer, UNRWA, Beirut
Telefon: (+961-1) 840-461 Durchwahl 314
Email: h.samra@unrwa.org