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Die Vereinten Nationen in Wien begehen Friedenstag mit Besuch von Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú

Der Internationale Friedenstag war Anlass für Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú, am 20. September 2013 das Vienna International Centre (VIC) zu besuchen und an Gesprächen mitzuwirken. An der von der Universal Peace Federation (UFP), dem Academic Council of the United Nations System (ACUNS) und der "Art of Reconcilitation" sowie mit Unterstützung des Informationsdienstes der Vereinten Nationen (UNIS) Wien und der Botschaft von Guatemala organisierten Veranstaltung nahmen zahlreiche Gäste und UNO-Mitarbeiter teil.

Rigoberta Menchú ist eine indigene Guatemaltekin, die ihr Leben der Förderung und dem Schutz der Menschenrechte für indigene Völker in Guatemala widmet. 1992 erhielt sie den Friedensnobelpreis und 1998 den Prinz-von-Asturien-Preis für ihren Beitrag an die Gesellschaft. Sie ist auch noch UNESCO Goodwill Ambassador.  

UNIS-Direktor Janos Tisovszky eröffnete die Veranstaltung und bemerkte, dass der Internationale Friedenstag "ein Tag des Nachdenkens über Gewaltfreiheit sei und ein Tag, um jener zu gedenken, die ihr Leben im Kampf für Gewaltlosigkeit verloren […]. Es ist auch ein Tag um nachzudenken, was wir tun sollten, damit Gewaltlosigkeit über einen Tag in unserem Leben hinaus verbreitet wird." Der Botschafter von Guatemala, Antonio Roberto Castellanos Lopez, begrüßte Frau Menchú und brachte seine tiefe Wertschätzung und seinen Respekt für ihre Arbeit zum Ausdruck: "Wir guatemaltekischen Menschen wollen den Frieden und dies ist nur durch nationale Versöhnung möglich".  Ferner stellte der irische Musiker Desmond Doyle die Arbeit von "Art of Reconciliation" vor, die internationale Kunst- und Kulturprojekte und Veranstaltungen zum Thema Versöhnung organisiert. 

In ihrer Rede bemerkte Rigoberta Menchú, dass die Schaffung und Gewährleistung von Weltfrieden als gemeinsames Ziel aller Menschen erkannt werden muss und dass jeder Mensch für die Erreichung dieses Zieles Verantwortung trägt. Sie unterstrich die Tatsache, dass Frieden handeln bedeutet: "Wir müssen den Begriff von Frieden erneuern und können dabei unsere Arbeitsmethoden neu erfinden. Um das zu tun, brauchen wir Information und Bildung, und, vor allem ist es wichtig zu wissen, wer wir sind […]. Wenn wir definieren wer wir sind, deuten wir einen Dialog an." Frau Menchú würdigte auch die Arbeit der Vereinten Nationen als "die wichtigste Instanz für die Schaffung einer Ordnung auf der Welt", die eine wichtige Rolle bei der Erfüllung ihrer Mission zur Erreichung des Weltfriedens spielt. Bevor  sich Menchú an Gesprächen mit den Teilnehmern beteiligte, beendete sie ihre Rede mit einer optimistischen Anmerkung: "Wir haben viel erreicht und Veränderungen möglich gemacht […] und wir haben eine wunderbare Perspektive vor uns, wenn die Menschen in Frieden  leben wollen, und das beginnt mit der persönlichen Haltung jedes einzelnen von uns."

An der Veranstaltung, die vom österreichischen Journalisten, Sozialanthropologen und Dokumentarfilmer Leo Gabriel moderiert wurde, nahmen mehr als 120 Vertreter der Zivilgesellschaft, der Ständigen Vertretungen und der UNO-Büros teil.

Rigoberta Menchú beendete ihren Besuch im Vienna International Centre mit dem Läuten der Friedensglocke auf der United Nations Plaza, zusammen mit Dennis Thatchaichawalit, dem Verwaltungsdirektor von UNOV/UNODC, der die Erklärung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Internationalen Friedenstag verlas, und mit Botschafter Castellanos Lopez. Beim Läuten sagte Frau Menchú: "Um die Fülle des Lebens zu erreichen, müssen wir den Ethikkodex anwenden: Respekt, Dankbarkeit, Gegenseitigkeit und bedingungslose Liebe".

Weitere Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Friedenstages in Österreich wurden von den Children's International Summer Villages (CISV) im Rahmen der globalen Initiative 'Peace One Day' mit Konzerten, Podiumsdiskussionen und vielen anderen Aktivitäten auf dem Karlsplatz in Wien am 21. September 2013 organisiert.  UNIS-Mitarbeiterin Antonia Seilern eröffnete den Event und stellte die Arbeit der UNO im Dienste der Erreichung der Weltfriedens vor.

Der Internationale Friedenstag wird jährlich am 21. September auf der ganzen Welt begangen. Die UNO-Generalversammlung hat den Tag als einen Tag bestimmt, der der Stärkung der Ideale des Friedens, innerhalb aller Nationen und Völker, gewidmet ist. Das diesjährige Thema des Tages lautete "Bildung für Frieden". Der Generalsekretär ermutigte in seiner Erklärung alle Menschen, sich auf die Wichtigkeit von Bildung für die Gewährleistung und Förderung von Toleranz und den Weltfrieden  zu besinnen und sich der Worte des Nationalen Jugend-Friedenspreisgewinners und jungen Friedensaktivisten Malala Yousafza zu erinnern: "Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und eine Feder können die Welt verändern."