Presseaussendungen

 SG/SM/8030
AIDS/35
OBV/249
20. November 2001

UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan:

AIDS erschüttert die Sicherheit von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen

Erklärung zum Welt-AIDS Tag am 1. Dezember 2001

NEW YORK, 19. Dezember - Am 1. Dezember 1988 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum ersten Mal einen Welt-Aids-Tag ausgerufen, der seither alljährlich begangen wird. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat aus Anlass des diesjährigen Welt-Aids-Tages folgende Erklärung veröffentlicht:

Die Welt, wie sie nach dem 11. September erscheint, lässt uns alle stärker darüber nachdenken, was für eine Welt wir für unsere Kinder wollen. In dem neuen unsicheren Umfeld, in das wir geworfen worden sind, fühlen wir so stark wie nie zuvor das Bedürfnis, uns an eine Vision von Frieden und Sicherheit halten zu können, aber auch an menschliche Sicherheit. Die Aufgabe der Vereinten Nationen, das Leben aller Völker zu verbessern, ist umso dringender geworden. Das bedeutet, wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, um HIV/Aids abzuwenden.

Unsicherheit erfüllt das Leben und die Familien derer, die von HIV/Aids betroffen sind. Doch Aids erschüttert auch die Sicherheit ganzer Gesellschaften, Gemeinschaften und Wirtschaftssysteme. Es ist tatsächlich eines der größten Hindernisse für Entwicklung. Es beeinträchtigt regionale und globale Stabilität und birgt das Risiko, demokratische Entwicklung zu verlangsamen. In diesem Sinne nimmt Aids nicht nur die Gegenwart. Es nimmt die Zukunft. Das ist der Tribut von Aids.

Dieser Tribut steigt. Die diesjährigen Zahlen zum Stand der Krankheit zeigen, dass die Gesamtzahl der Menschen, die mit HIV/Aids leben, stetig wächst. In jeder Stunde jedes Tages infizieren sich fast 600 Menschen. Und jede Stunde sterben mehr als 60 Kinder an dem Virus.

Das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tages stellt die Frage: "AIDS - das geht mich an... Dich auch?" Für uns alle, die wir eine Welt möchten, in der unsere Kinder leben können, ist die Antwort ganz klar "ja". Aber wir müssen mehr tun als es nur zu sagen. Wir müssen alle Kräfte einen und etwas tun.

Nach Jahren langsamer und ungenügender Reaktionen hat dieses Jahr einen Wendepunkt im Kampf gegen HIV/Aids gebracht. Zu keiner Zeit während der zwei Jahrzehnte aktiven Handelns gegen diese Katastrophe hat es je eine derartige Übereinstimmung zu gemeinschaftlicher Lösung und kollektivem Handeln gegeben - zwischen Regierungen, Gesellschaften und dem Privatsektor; zwischen Stiftungen, Meinungsbildnern und Menschen, die mit der Krankheit leben. Die beeindruckende Zahl von Spenden für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, der erst letztes Frühjahr eingerichtet wurde, ist eines von vielen Zeichen für eine neue Bereitschaft zur Verantwortung. Dank der Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu HIV/Aids im letzten Juni haben wir jetzt weltweit vereinbarte Ziele. Jeder von uns muss seinen Teil zur Erreichung dieser Ziele beitragen.

Lassen Sie uns an diesem Welt-Aids-Tag das Versprechen ablegen, unser Engagement in Handlung zu verwandeln; lassen Sie uns beschließen, dass wir engagiert genug sind, eine Welt frei von Aids für künftige Generationen zu schaffen.

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