Presseaussendungen

 UNIS/CP/405
19. Februar 2002

Kampf gegen den Menschenschmuggel: ein neues Kurz-Video als Teil einer weltweiten Fernsehkampagne

WIEN, 19. Februar (UNO-Informationsdienst) -- Ein neues Video, dass heute als Teil einer weltweiten Fernsehkampagne durch das Büro der Vereinten Nationen zur Drogenkontolle und Verbrechensver- hütung (ODCCP) vorgestellt wird, soll verstärkt Aufmerksamkeit auf den Menschenschmuggel lenken und das Wissen darüber erhöhen.

Das Augenmerk dieser 30 bzw. 60 Sekunden langen Video-Spots richtet sich auf den Schmuggel von Männern, Frauen und Kindern mit dem Zweck, deren Arbeitskraft auszubeuten, und zwar in Fabriken, in der Landwirtschaft oder als Hausangestellte. Das Video soll ein deutliches Warnsignal an die Millionen potentieller Opfer senden, sie über die Gefahren des Schmuggels aufklären und innerhalb der breiten Öffentlichkeit die Wahrnehmung des epidemischen Wachstums dieser modernen Form der Sklaverei zu wecken. Der Menschenschmuggel gilt als ein weltweites Phänomen und das Video ist sowohl darauf ausgerichtet, das Publikum in den Ländern zu erreichen, in denen der Schmuggel seinen Ursprung hat als auch in den Zielländern, in denen die Opfer oft enden.

Der Menschenschmuggel ist die am schnellsten wachsende Branche des organisierten Verbrechens. Ungefähr 700.000 Menschen werden jedes Jahr zu Zwecken sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit verschleppt. Europol schätzt, dass diese Industrie jetzt jährlich einige Milliarden Dollar einbringt.

Armut ist eine der Hauptursachen für den zunehmenden Menschenschmuggel, wobei sich die Schmuggler die am leichtesten Verwundbaren zu Opfern machen - vor allem Frauen und Kinder - die Ärmsten und am wenigsten Gebildeten. Die Schleuser stellen ihren Opfern gut bezahlte Jobs im Ausland in Aussicht, aber sobald sie das Zielland erreichen, werden den Betroffenen meist ihre Dokumente abgenommen und sie werden unter Androhung von Gewalt dazu gebracht, vermeintliche Schulden abzuarbeiten. Viele sind dann zu Sklavenarbeit gezwungen, die oft auch sexuelle Ausbeutung einschliesst.

Im Januar 2001 hat ODCCP seine weltweite Fernsehkampagne begonnen, durch die eine größere öffentliche Aufmerksamkeit für das Problem des Menschenschmuggels geschaffen werden soll. Der erste Spot behandelte den Schmuggel von Frauen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Sklavenarbeit. Dieses Video wurde von mehr als 35 nationalen Fernsehstationen sowie von weltweiten bzw. regionalen Netzwerken wie CNN und MTV ausgestrahlt.

Das neue Video über Menschenschmuggel zum Zweck von Sklaven- und Zwangsarbeit ist momentan in neun Sprachen erhältlich: Englisch, Russisch, Chinesisch, Portugiesisch, Spanisch, Französisch, Kiswahili, Hausa und Deutsch.

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Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Kemal Kurspahic, Vereinte Nationen, kemal.kurspahic@undcp.org; +(43-1) 26060-5629
Luciana Viegas, Vereinte Nationen, l.viegas-assumpcao@undcp.org; +(43-1) 26060-4712