Presseaussendungen

Pressenotiz

Note Nr. 190
29. Mai 2002

ANTONIO MARIA COSTA, EXEKUTIVDIREKTOR DES BÜROS DER VEREINTEN NATIONEN FÜR DROGENKONTROLLE UND VERBRECHENSVERHÜTUNG (ODCCP)

Auszüge aus den letzten Stellungnahmen

Die fünf dringlichsten Schwerpunkte

In einer Rede an die Mitarbeiter des Büros der Vereinten Nationen für Drogenkontrolle und Verbrechensverhütung am 7. Mai 2002, sprach der neuernannte Exekutivdirektor, Antonio Maria Costa über seine Schwerpunkte bei der Leitung des Büros:

"In den Besprechungen mit Mitarbeitern des ODCCP sowie ranghöheren Vertretern der Vereinten Nationen in New York, habe ich verschiedene Gedanken entwickelt, die zu den Schwerpunkten der Arbeit unserer Organisation gehören sollen. Diese fünf Punkte möchte ich Ihnen kurz vorstellen.

  • Verantwortungsbewusstes Handeln. Ich werde dieses Konzept immer und immer wieder als eine fundamentale Voraussetzung betonen, um Glaubwürdigkeit und Verantwortlichkeit unserer Büros in Wien zu erreichen: das umfasst die Glaubwürdigkeit für uns selbst, unserer Kollegen im gesamten UNO System, aber vor allem auch mit unseren Partnern.
  • Arbeits- und institutionelle Schwerpunkte. In den letzten Jahren wurde gute Arbeit geleistet, um eine umfassende Reihe von Programmen und Projekten einzuführen, von denen die meisten eine grosse Aufmerksamkeit bekommen. Trotzdem wäre es gut, alle diese Aktivitäten in einem umfassenden operationalen Kontext zusammzufassen und Schwerpunkte in einer konkreten und verständlichen Weise zu etablieren.
  • Es sind grosse Anstrengungen notwendig, um das Budget der wahrscheinlich ansteigenden Anzahl der Operationen und demzufolge der benötigten Mitarbeiter, aufrecht zu erhalten. Das erfordert eine höhere Stabilität und Vorhersagbarkeit der Finanzierung und eine Ausweitung ihrer Quellen.
  • Personalverwaltung. Wir brauchen eine Personalpolitik, die verbesserte Möglichkeiten des Aufstiegs entwickelt, um einen Vorteil daraus zu ziehen, was die Mitarbeiter können und wollen.
  • Ich möchte die Fähigkeit der Kommunikation innerhalb der Organisation und nach aussen hin verbessern. Die Möglichkeiten in dem Bereich, wo wir die am tiefsten empfundenen Sorgen unserer Gesellschaft, wie Drogen und Kriminalität, ansprechen können, sind sehr gross. Lassen Sie die Menschen wissen was wir erreichen und wie gut wir die Ressourcen verwenden, die uns anvertraut wurden.

Ich glaube, das sind die wichtigsten ineinandergreifenden Aspekte unserer Arbeit. Es gibt eine operative Logik, die diese Aspekte zusammenhält: Verantwortungsbewusstes Handeln und die Verständlichkeit der Schwerpunkte sind der Schlüssel zu Glaubwürdigkeit und der Sicherstellung einer angemessenen Finanzierung. Das heisst auch, grössere Ressourcen sind notwendig, um eine Stabilität der Beschäftigung zu gewährleisten. Das ist die Belohnung für die exzellente Arbeit die Sie alle leisten.

Der Leistung einer Institution muss hervorragende Arbeit sein, um ihr Image in die Aussenwelt zu transportieren und Partner davon zu überzeugen, dass es Sinn macht, in die Büros der Vereinten Nationen in Wien zu investieren.

Ansprache an die Ständigen Vertreter bei den Vereinten Nationen in Wien am 17. Mai 2002

Ein ‘Neues Büro’

"Willkommen in diesem Büro, Ihrem UNO Büro in Wien. Ich möchte Sie alle ganz herzlich im Namen der neuen Leitung begrüssen. Ich benutze das Wort "neu", da das Büro verständlicherweise neu für mich ist. Hoffentlich finden auch Sie später heraus, dass das Büro neu für Sie ist. Neu in dem Sinne, dass ich erwarte, dass es sich zu einer zuverlässigen und effizienten Institution entwickelt, die einen Unterschied zu denen macht, die von den Konsequenzen der Einnahme von Drogen, organisiertem Verbrechen, Korruption und Terrorismus beeinträchtigt werden."

Schnelldurchlauf

Ich beabsichtige, immer am Ball zu bleiben, wie der Jargon sagt. Sie werden das später beurteilen. Ich für meinen Teil, habe die Woche mit einem 24-Stunden Besuch in New York begonnen und komme gerade von einem 12-Stunden Besuch aus Genf zurück. Ich fühle mich, als hätte ich aus Versehen den ‘Schnellvorlauf’ gewählt.

Abhängigkeit Afghanistans vom Opium

Ich freue mich, dass es in den letzten Monaten zu einem Konsens über die Notwendigkeiten der zugrunde liegenden strategischen Schwerpunkte gekommen ist. Bei den Tagungen mit den Mitarbeitern und während der Konsultationen mit verschiedenen Partnern gestern in Genf, gab es einen Fortschritt im Verständnis darüber, wer was für den Wiederaufbau des Landes macht. Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die sich auf bestehendes Material beziehen soll, um die wirtschaftlichen Abhängigkeiten vom Opium in Afghanistan und den angrenzenden Ländern zu verstehen. Aber wir müssen über die Kurzfristigkeit hinausschauen: engere Zusammenarbeit mit bilateralen und multilateralen Hilfspartnern und angemessene Entwicklungsalternativen für das Land müssen bedacht werden.

Verpflichtung zur Leistung

Wir alle kennen die schwierigen Finanzprobleme, mit denen ODCCP zur Zeit konfrontiert ist. Massnahmen wurden immer als Antwort auf Ihre Anliegen und denen der Aufsichtsbehörden, besonders des OIOS and der externen Prüfer, getroffen. Ich glaube, wenn die richtigen Instrumente der Steuerung etabliert sind und wir Klarheit über unsere institutionellen Schwerpunkte erreicht haben, sowie die Motivation unserer Mitarbeiter wiederhergestellt sein wird, ab dann wird die Budgetrestriktion ODCCP nicht mehr so stark beeinträchtigen wie sie es heute tut. Ich für meinen Teil werde, in enger Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern, die Ressourcen die zu unserer Verfügung stehen, als eine "Verpflichtung zur Leistung" betrachten und nicht als eine "Möglichkeit zur Hilfe". Diese Worte sind nicht rhetorisch und auch nicht aus der Sprache der Öffentlichkeitsarbeit. Ich stehe für den substantiellen Gehalt, den sie repräsentieren.

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