Presseaussendungen


Pressemeldung

Note Nr. 224
28. November 2002

LEBEN UND LEBEN LASSEN
EIN KAMPF GEGEN STIGMATISIERUNG
UND DISKRIMINIERUNG

Aus Anlass des Welt AIDS Tages am 1.Dezember, ruft das AIDS Programm
der Vereinten Nationen zur Anti-Diskriminierungsarbeit auf

WIEN, 28 November (UNO-Informationsdienst Wien) -- Im Juni 1981 wurde eine der gefährlichsten und verheerendsten Seuchen in den USA von einem Forschungsteam entdeckt, man gab ihr den Namen Acquired Immunodeficiency Syndrome. Noch immer ist wenig bekannt über HIV/AIDS, dennoch wissen wir: Es wurden bis jetzt auf der ganzen Welt 60 Millionen Menschen infiziert und heute leben über 40 Millionen Menschen mit AIDS. Die Krankheit ist noch immer in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung und ihr weiterer evolutionärer Werdegang bleibt im Unklaren. Jedoch steigen die Infektionen unaufhaltsam an, jeden Tag 14.000 Neuinfektionen zeigen ein trübes Bild der Zukunft.

Die Vereinten Nationen erkannten die globale Dimension der Krankheit sehr schnell, so dass die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) schon 1987 das „Special Programme on AIDS" aus der Taufe hob. 1988 wurde der Vorschlag, jährlich einen Welt-AIDS-Tag zu begehen, durch den Beschluss der UNO-Generalversammlung Nummer 43/15 angenommen. Von diesem Zeitpunkt an fungierte der 1. Dezember als Drehscheibe für das zielgerichtete Vorgehen gegen die Krankheit, um jedes Jahr auf das Neue AIDS weltweit zu thematisieren. Die Bildung von globalen Partnerschaften, zwischen Regierungen, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft, bereichern die fortwährenden und kompetenten Bemühungen. Das wachsende internationale Bewußtsein bestätigt diesen Weg.

Um auf verschiedene Schlüsselthemen zu orientieren, wird der Welt AIDS Tag jedes Jahr unter ein neues Motto gestellt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt nach dem Motto „Leben und Leben lassen" in der Auseinandersetzung mit der Stigmatisierung der Krankheit, den Auswirkungen von Diskriminierung für die Betroffenen und in der Prävention. Frühere Kampagnen und Projekte haben gezeigt wie einschneidend die Aufklärung von jungen Menschen die Verbreitung der Epidemie eindämmt. So zeigte sich eine starke Veränderung im sexuellen Verhalten von städtischen Jugendlichen in Sambia seit den 90er Jahren vor allem durch Aufklärungsprojekte, die den Gebrauch von Kondomen vermittelten. Partnerschaften mit der Wirtschaft, zum Beispiel mit MTV, dem weltweit bekannten Musik- und Jugendsender, sollen genutzt werden, um Jugendliche in „ihrer Umgebung zu erreichen". Ein Benefizkonzert und eine Dokumentation zur derzeitigen Verbreitung von AIDS soll die heurige Kampagne unterstützen und zusätzlich Informationen bieten.

AIDS ist eine Krankheit, die mit vielen Vorurteilen einher geht. Vorurteile führen zu Diskriminierung und Diskriminierung verstößt gegen fundamentale Menschenrechte. Dies bringt Isolation für die betroffenen oder gefährdeten Bevölkerungsgruppen mit sich und es nimmt einer Gesellschaft die Möglichkeit, konstruktiv auf die Auswirkungen der Epidemie zu antworten. Aus diesem Grund sind Aktivitäten aus vielerlei Richtungen unentbehrlich, um den Zusammenhang zwischen Vorurteilen, Diskriminierung und Verletzung von Menschenrechten aufzuzeigen. Aus diesem Grund forderte die letztjährige Sondersitzung der UNO-Generalversammlung zum Thema HIV/AIDS alle Mitgliedsländer auf, bis zum Jahr 2003 jegliche Art von Diskriminierung gegen Menschen, die mit der Immunschwächekrankheit leben, aus dem Weg zu räumen.

Um das ehrgeizige „Jahrtausend-Ziel", die Verbreitung von AIDS bis 2015 zu stoppen, auch nur annähernd zu erreichen, braucht es mehr als guten Willen. Die UNO-Mitgliedsstaaten einigten sich auf einen Betrag zwischen 7 und 10 Milliarden US Dollar, der jährlich benötigt wird, in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen die Vorhaben der UNO im Kampf gegen die Krankheit zu finanzieren. Jedoch ergab eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung den Anstieg des benötigten Betrages auf mindestens 10.5 Milliarden. Dies unterstreicht die Forderung von Generalsekretär Kofi Annan, der für eine Anhebung des Budgets auf jährliche 10 Milliarden US Dollar plädiert. "Trotz aller Fortschritte, sind wir noch Jahre vom Ziel entfernt", sagt Annan über die weltweite Aktion gegen AIDS. "Wir leben in einer verflochtenen Welt mit unaufhaltsamen Menschenströmen. Wenn es um Gesundheit, Seuchen, Umwelt oder Terrorismus geht, sitzen wir alle in einem Boot".

In Österreich infizieren sich jährlich 400-500 Menschen, eine relativ kleine Anzahl. Dennoch treffen sich jedes Jahr im Frühjahr hunderte Menschen beim „Life Ball" im Rathaus der Stadt Wien. Die Erlöse dieses rauschenden Festes kommen AIDS-Hilfsorganisationen zugute, letztes Jahr erhielt man immerhin 805.000 Euro. Seit 1992 feiert Wien dieses Fest der Lebensfreude mit den Zielen „nicht zu schweigen und möglichst viel Geld zu lukrieren". Es ist gibt kein vergleichbares Ereignis, das in einem politischen Gebäude auf „die sozialen Komponenten der Krankheit hinweist". Am 1. Dezember wird ein „Rotes Band" das Wiener Rathaus verzieren, als Bekenntnis der Stadt zu „Toleranz und Offenheit", wie es Bürgermeister Michael Häupl formulierte.

Für nähere Informationen zum Welt Aids Tag:

www.unaids.org
www.who.org
www.staying-alive.org

Für nähere Informationen zur AIDS und Österreich:

www.aids.at
www.lifeball.at

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