Presseaussendungen

UNIS/INF/6
6. April 2004

Internationale Gemeinschaft gedenkt des Ruanda-Massakers von 1994

Die Vereinten Nationen erklären den 7. April zum Internationalen Gedenktag an den Völkermord von 1994 in Ruanda

WIEN,  6. April (UNO-Informationsdienst) -- Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 7. April 2004 zum Gedenktag des Völkermordes von Ruanda im Jahr 1994 erklärt, um an das Massaker vor zehn Jahren zu erinnern, bei dem über 800,000 Menschen in ungefähr 100 Tagen im zentralafrikanischen Ruanda ermordet wurden. 

Das Massaker von Ruanda, bei dem Frauen, Männer und Kinder im ganzen Land von bewaffneten Gruppen systematisch und auf grausamste Weise getötet wurden, war einer der schrecklichsten Völkermorde der Menschheitsgeschichte. 

Um zu zeigen, dass diese Opfer von der Welt nicht vergessen sind, ist die internationale Gemeinschaft am 7. April um 12 Uhr (jeweils Ortszeit) zu einer Schweigeminute aufgerufen. Kofi Annan, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, wird am selben Tag vor der UNO-Menschenrechtskommission in Genf einen Aktionsplan zur Verhütung von Völkermord vorlegen.

Der Völkermord in Ruanda wird als beschämendes Beispiel für das Versagen der internationalen Gemeinschaft angesehen. Eine Intervention auf politischer oder militärischer Ebene hätte das Geschehen drastisch einschränken, wenn nicht gar verhindern können. Trotzdem zogen die Vereinten Nationen den größten Teil ihrer Friedenstruppe ab, da im Sicherheitsrat keine Einigung erzielt werden konnte.

Die schrecklichen Konsequenzen dieser Entscheidung zwangen die internationale Gemeinschaft, ihre Haltung zu überdenken. Das Internationale Tribunal für Ruanda (ICTR) wurde mit dem Ziel eingerichtet, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

“Wir können uns nicht erlauben, zu warten, bis das schlimmste passiert ist, oder gerade passiert, und wir in hilflosem Händeringen oder Gleichgültigkeit erstarren, sagte Kofi Annan. “Die Welt muss besser gerüstet sein, um Völkermord abzuwenden, und entschieden agieren, ihn zu beenden, wenn die Prävention misslingt.” Als Teil der präventiven Bemühungen der Vereinten Nationen hat Annan die Einrichtung eines Ausschusses zur Verhütung von Völkermord vorgeschlagen. Bestehende Verträge sollen so besser überwacht werden können. Der Generalsekretär kündigte ausserdem die Ernennung eines Sonderberaters zur Verhütung von Völkermord an. So soll eine direkte Verbindung zum Sicherheitsrat hergestellt werden und der internationalen Gemeinschaft die Möglichkeit gegeben werden, schneller zu reagieren.

Die Tatsache, dass der 7. April 2004 von der UNO-Generalversammlung zum Gedenktag des Völkermordes in Ruanda von 1994 erklärt wurde, unterstreicht auch die Bedeutung des Themas für die Vereinten Nationen. Verschiedene Organisationen der Vereinten Nationen arbeiten heute weltweit an der Bekämpfung der Wurzeln von Völkermord. Die Ursachen dafür sind vielfältig und beinhalten Intoleranz, Rassismus, Tyrannei und Rassendiskriminierung.

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