Presseaussendungen

UNIS/NAR/848
25. Juni 2004

UNO-Büro startet Kampagne „Drogen: Behandlung lohnt sich“

Am 26. Juni, dem Internationalen Anti-Drogentag, startet eine einjährige Kampagne über die Wichtigkeit der Behandlung von Drogenabhängigen

WIEN, 25. Juni (UNO-Informationsdienst) – Der Internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr wird jedes Jahr am 26. Juni begangen, um an die Unterzeichnung der Erklärung zu erinnern, die anlässlich der Internationalen Konferenz gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr an diesem Tag im Jahr 1987 verabschiedet wurde. Aus Anlass des diesjährigen Anti-Drogentages hat das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechens­bekämpfung (UNODC) eine einjährige Kampagne unter dem Motto „Drogen: Behandlung lohnt sich“ gestartet. Die Aktion zielt darauf ab, die Wichtigkeit und Effektivität der Behandlung von Drogenabhängigkeit hervorzuheben – sowohl für Drogenabhängige als auch für die Allgemeinheit.

UNODC hofft auch, die Stigmatisierung der Drogenkonsumenten zu vermindern, indem es die Möglichkeiten für eine positive Zukunft anhand von Fallstudien jener veranschaulicht, die sich erfolgreich einer Behandlung unterzogen haben und jetzt wieder aktiv am Leben teilnehmen.

„Ein verbreiteter Irrglaube ist die Denkweise ’einmal drogenabhängig, immer drogenabhängig’. Diese Einstellung und die Stigmatisierung von Drogenmissbrauch und Drogenabhängigkeit hält die Gesellschaft davon ab, von selbst auf Drogenabhängige zuzugehen und deren Bedürfnissen entgegenzukommen. In Wahrheit ist die Behandlung von Drogenmissbrauch effektiv und kann eine große Auswirkung auf Einzel­personen, Familien und die Gesellschaft haben“, sagte UNODC-Exekutivdirektor Antonio Maria Costa.

Eine wirksame Behandlung von Drogenmissbrauch kann auch helfen, manche der verheerendsten sozialen Übel zu verringern – Kriminalität, die Übertragung ansteckender Krankheiten, den Verlust der Arbeitsfähigkeit oder der Familie, sowie soziale Verhaltensstörungen.

Der von UNODC ebenfalls zum Anti-Dogentag veröffentlichte Weltdrogenbericht schätzt die Gesamtanzahl der Drogenkonsumenten weltweit auf ungefähr 185 Millionen. Cannabis ist der am häufigsten konsumierte Suchtstoff, gefolgt von amphetaminähnlichen Stimulanzien. Was die Gesundheitsschädigung, gemessen an der Nachfrage nach Behandlungsprogrammen, betrifft, so bleiben Opiate das ernsthafteste Drogenproblem auf der Welt.

Informationsmaterial zur Kampagne „Drogen: Behandlung lohnt sich“ ist auf der UNODC-Internetseite (www.unodc.org) verfügbar und beinhaltet Informationsbroschüren; Radiospots mit Erfahrungsberichten von geheilten Drogenabhängigen; ein Radiointerview mit einem Experten für Sucht­behandlung; Berichte von Menschen, die sich erfolgreich einer Suchtbehandlung unterzogen haben; sowie ein Behandlungs- und Rehabilitationspaket bestehend aus vier Publikationen, die anhand von Forschungsergebnissen, Analysen und Feldstudien den Wert der Behandlung verdeutlichen.

Jedes Jahr wird von der UNO ein anderer Schwerpunkt zum Welttag gegen Drogenmissbrauch gesetzt, und das Netzwerk der lokalen UNODC-Büros mobilisiert tausende Menschen auf der ganzen Welt, diesen Tag aktiv zu begehen. Zivilgesellschaftliche Organisationen sind besonders engagiert, ihre Aktivitäten auf diesen Internationalen Tag auszurichten.

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