Presseaussendungen

UNIS/VIC/119
17. August 2004

25 Jahre Vienna International Centre

WIEN, 17. August (UNO-Informationsdienst) -- Vor 25 Jahren, am 23. August 1979, wurde das Vienna International Centre (VIC) eröffnet und an die Vereinten Nationen und die Internationale Atomenergie-Organisation übergeben. Seitdem sind die Organisationen im VIC in einer Vielzahl verschiedener Aufgabenbereiche aktiv: Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, Drogen und Terrorismus, sowie der Lösung des Problems der nuklearen Aufrüstung, in Fragen der Entwicklungspolitik,  der friedlichen Weltraumnutzung und des Umweltschutzes.

„Wichtige politische Ereignisse im letzten Vierteljahrhundert wie der Liberalisierungsprozess in Ost- und Mitteleuropa haben die Rolle Wiens als internationale Stadt und Tagungsort aufgewertet. Die jüngste Erweiterung der Europäischen Union im Mai stärkte zusätzlich Wiens geografische Lage im Herzen Europas und erhöht die Bedeutung des VIC als ein Forum für internationale Zusammenarbeit“, so Antonio Maria Costa, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Wien, in seiner Botschaft anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des VIC.

 Die Organisationen des UN-Systems im VIC umfassen unter anderem das Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV), das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO), das Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (OOSA) und die Vorbereitende Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO PrepCom).

Die erste mit den Vereinten Nationen kooperierende Organisation in Wien war die IAEO, die 1957 im ehemaligen Grand Hotel nahe der Oper untergebracht war. Als 1966 die Entscheidung fiel, die UNIDO nach Wien zu verlegen, machte die österreichische Bundesregierung das Angebot, einen ständigen Amtssitz für beide Organisationen zu errichten. Damit wurde der Grundstein gelegt, Wien als einen von vier Hauptsitzen der Vereinten Nationen zu etablieren (neben New York, Genf und Nairobi).

Nach einem international ausgeschriebenen Architektenwettbewerb fiel die Entscheidung für das Projekt des Österreichers Johann Staber, und im Frühjahr 1973 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Sechs Jahre später wurde das VIC fertiggestellt. Die futuristische, Y-förmige Konstruktion mit ihren rund 24.000 Fenstern ragt 120 Meter in die Höhe und ist seither aus dem Stadtbild Wiens nicht mehr wegzudenken. Die jährlichen Betriebs- und Instandhaltungskosten, die vollständig von den ansässigen Organisationen getragen werden, belaufen sich auf etwa 22 Millionen Euro. Von den Ausgaben des VIC fließen rund 360 Millionen Euro pro Jahr in die österreichische Wirtschaft.

Über 4.000 Angestellte aus mehr als 100 Ländern sind heute im VIC beschäftigt. Die zahlreichen internationalen Konferenzen und Tagungen, die jährlich hier stattfinden, stellen  einen wirtschaftlichen Vorteil für das Gastland Österreich dar, und stärken gleichzeitig den symbolischen Wert Wiens als Ort der Diplomatie und Völkerverständigung. Die vergangenen 25 Jahre der Vereinten Nationen in Wien waren durch ausgezeichnete Beziehungen und Zusammenarbeit mit dem Gastland charakterisiert.

Die „UNO-City“, wie das VIC von den Wienern gerne genannt wird, ist durch eine schnelle U-Bahn-Verbindung zwar nur 10 Minuten von der Stadtmitte entfernt, bildet allerdings offiziell weder einen Teil Wiens noch Österreichs, sondern stellt „exterritoriales Gebiet“ dar. Trotzdem ist das Gebäude durch Besichtigungstouren, die Montags bis Freitags um 11:00 und um 14:00 angeboten werden, öffentlich zugänglich. Das VIC wird sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür am 26. Oktober 2004 feiern, als Teil der Aktivitäten zum Tag der Vereinten Nationen am 24. Oktober.

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