Presseaussendungen

SG/SM/9923
OBV/492
REF/1181
15. Juni 2005

Generalsekretär Kofi Annan:

„Flüchtlinge sind Menschen wie wir“

Erklärung zum Weltflüchtlingstag, 20. Juni 2005

NEW YORK, 15. Juni (UNO-Hauptquartier) -- Die meisten von uns werden im Leben nie mit Terror, Angst, Konflikten und Verfolgung konfrontiert werden. Dies alles sind Gründe, durch die Millionen anderer Menschen gezwungen wurden, zu fliehen. Wir vergessen nur zu schnell, dass die meisten Flüchtlinge Menschen wie wir sind – mit einer Heimat, Familien, einem Arbeitsplatz und Träumen. Dies alles müssen sie bei ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit in fremder Umgebung aufgeben. Sie stehen vor einer ungewissen Zukunft, müssen außerordentlichen Mut aufbringen, um zu überleben und ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen.

An diesem Weltflüchtlingstag ehren wir Millionen von Flüchtlingen und ihren unbezwingbaren Mut. Viele erfahren großes Leid und verlieren die Hoffnung nicht. Sie haben die Stärke, Verzweiflung zu überwinden und entgegen aller Widrigkeiten ein neues Leben zu beginnen. Wir können ihren Mut jeden Tag in den Flüchtlingslagern in Asien und Afrika beobachten, wo ganze Familien neue Fähigkeiten erwerben und sehnsüchtig auf den Tag warten, an dem sie in ihre Heimat zurückkehren und ihr Land wieder aufbauen können. Wir beobachten das in Afghanistan, Angola, Sierra Leone und vielen weiteren Ländern, wo Millionen Flüchtlinge mit neuer Hoffnung in ihre vom Krieg zerstörte Heimat zurückkehren. Wir sehen es auch in Städten auf der ganzen Welt, wo Flüchtlinge, die nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, dem Gastland neuen Wohlstand und kulturelle Vielfalt geben konnten.

In den vergangenen 50 Jaren besaß das Büro des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) die Pflicht und das Privileg mehr als 50 Millionen Flüchtlingen zu helfen. Momentan unterstützen UNHCR-Mitarbeiter in 115 Ländern 17 Millionen Flüchtlinge. Bei ihrer wichtigen Arbeit beweisen auch sie ihren Mut. Mut, den sie auch aus ihrer Arbeit für die Flüchtlinge schöpfen. Ein UNHCR-Mitarbeiter sagte mitten in einem Krisengebiet: „Wenn die Flüchtlinge, die alles verloren haben, die Hoffnung nicht aufgeben, wie könnten wir es dann tun?“

Jede Geschichte eines Flüchtlings ist anders und jeder Verlust ein persönlicher. Lassen Sie uns aber an diesem Tag aus ihrem Mut und ihrer Beharrlichkeit die Kraft schöpfen, die Not zu überwinden und eine bessere Zukunft zu schaffen.

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