Presseaussendungen

UNIS/INF/47
17. Januar 2005

Experten beraten wie sich die schlimmste Folgen von Naturkatastrophen verhindern lassen

Bis zu 3.000 Delegierte bei der Weltkonferenz für Katastrophenvorbeugung in Kobe - Ausserordentliche Sitzungen zu Tsunami-Verwüstungen

WIEN, 17. Januar (UNO-Informationsdienst) – Zu einer Zeit, die von den Naturkatastrophen des Vorjahres überschattet wird, findet in Kobe, Japan, die zweite Weltkonferenz für Katastrophenvorbeugung statt. Das Jahr 2004 war eine der grössten Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft, vor allem wegen der grossen Zahl an Umweltkatastrophen. Zu Beginn des Jahres bestimmten die Folgen des Erdbebens im iranischen Bam die Schlagzeilen, das 26.000 Tote in nur zehn Minuten forderte. Den Jahresausklang 2004 überschattete die südost-asiatische Flutkatastrophe vom 26. Dezember, die vom stärksten Erdbeben der letzten 40 Jahre ausgelöst wurde und mehr als 150.000 Menschen das Leben kostete. Laut dem Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, sind „mehr und mehr Menschen durch die steigende Zahl verheerender Naturereignisse  gefährdet.“

Bis zu 3.000 Delegierte aus 120 Ländern werden zu der Weltkonferenz für Katastrophenvorbeugung (WCDR), die vom 18. bis zum 22. Januar in Kobe, Japan, stattfindet, erwartet. Sie alle haben sich zum Ziel gesetzt, einen Plan zur Schadensbegrenzung durch Naturgewalten zu verabschieden.

Auf der ersten Weltkonferenz zur Einschränkung der Folgen von natürlichen Katastrophen, die im Mai 1994 in Yokohama abgehalten wurde, unterzeichneten die Abgeordneten die „Yokohama Strategie“. Dieses Strategie-Programm umfasste einige konkrete Leitlinien für Prävention,  Bereitschaft und Entschärfung von Risiken durch Umweltkatastrophen für einen Zeitraum von zehn Jahren. Die zweite Weltkonferenz in Kobe hat weiterführende Ziele: Die Yokohama Strategie und ihren Aktionsplan durch neue Leitlinien für Katastrophenvorbeugung im 21. Jahrhundert zu aktualisieren; bewährte Erfahrungen und Methoden zum Allgemeingut zu machen; Handlungsbedarf und neue Anforderungen zu benennen; das öffentliche Bewusstsein auf die Wichtigkeit von Katastrophenvorbeugung zu lenken; und die Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit von Informationen sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Krisenmanagement-Büros weltweit sicherzustellen.      

Aus aktuellem Anlass beraumt die Weltkonferenz in Kobe nach den verheerenden Tsunami-Schäden in Südost-Asien zwei zusätzliche ausserordentliche Sitzungen an. So ist ein Gespäch zwischen hohen Regierungsvertretern der betroffenen Länder und Jan Egeland geplant, mit dem Ziel, Erfahrungen und Fachkenntnisse auszutauschen und Frühwarnsysteme in der Region zu verbessern. Die zweite Sitzung wird ein technischer Workshop, in dem Tsunami-Risiken im Indischen Ozean diskutiert und ausgewertet werden sollen. “Jede Region in der Welt muss auf gute Frühwarnsysteme bauen können, um sicher zu sein, nicht nur am Indischen Ozean sondern auch in anderen Risikoregionen wie dem Mittelmeer und der Karibik,“ sagt Savano Briceno, Direktor des Sekretariats für Internationale Strategien zur Katastrophenvorbeugung. „Wir hoffen, dass die Konferenz langfristige Lösungen bringt und das Bewusstsein stärkt, wie wichtig es ist, Umwelt-Gefahren zu reduzieren.“

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