Presseaussendungen

SG/2105
8. Februar 2006

UNO, EU und Islamische Konferenz teilen "Verärgerung" der Muslime über Mohammed-Karikaturen, verurteilen aber Gewaltakte

NEW YORK, 7. Februar (UNO-Hauptquartier) - Folgende Erklärung wurde von UNO-General­sekretär Kofi Annnan; dem Hohen Vertreter für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Javier Solana; und dem Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz, Ekmeleddin Ihsanoglu, gemeinsam herausgegeben:

Wir sind tief bestürzt über die Folgen der Veröffentlichung der beleidigenden Karikaturen des Propheten Mohammed vor einigen Monaten in Dänemark, des Wiederabdrucks durch einige europäische Zeitungen und der Gewalttaten, die daraufhin erfolgt sind.

Die Verärgerung der muslimischen Welt über die Publikation dieser beleidigenden Karikaturen wird von allen Menschen und Gesellschaften geteilt, die Verständnis für die Sensitivität religiöser Überzeugungen haben. In allen Gesellschaften muss Sensitivität und Verantwortung bei der Behandlung von Themen gezeigt werden, die für die Anhänger einer Glaubensrichtung von besonderer Bedeutung sind. Das gilt auch für diejenigen, die nichts mit diesem Glauben zu tun haben.

Für uns gibt es kein Rütteln an der Meinungsfreiheit. Aber wir verstehen die tiefe Verletzung und weit verbreitete Verärgerung in der muslimischen Welt. Wir glauben, dass die Pressefreiheit Verant­wortung und Diskretion umfassen und alle Glaubensrichtungen und Grundsätze beinhalten muss.

Umgekehrt gehen die jüngsten Gewaltakte im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen über die Grenzen eines friedlichen Protests hinaus. Ganz besonders verurteilen wir die bedauerlichen Anschläge auf diplomatische Vertretungen wie in Damaskus, Beirut und anderswo. Aggressionen gegen das Leben und den Besitz anderer schaden dem Ansehen eines friedfertigen Islams.

Die Vorfälle lassen einen verstärkten Dialog zwischen Anhängern verschiedener Religionen noch dringlicher erscheinen. Wir rufen alle Seiten zu Ruhe und Besonnenheit im Sinne der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts auf. 

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