Presseaussendungen

UNIS/INF/127
6. März 2006

Internationaler Frauentag mit Fokus auf Frauen in Entscheidungsfindungsprozessen in Österreich begangen

WIEN, 6. März (UNO-Informationsdienst) -- "Lasst uns sicherstellen, dass die Hälfte der Weltbevölkerung ihren rechtmäßigen Platz in den weltpolitischen Entscheidungsfindungsprozessen einnimmt", sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan in seiner Erklärung zum Internationalen Frauentag 2006. Angeregt durch das Thema "Frauen und Entscheidungsfindung", wird der Tag am und um den 8. März von den Vereinten Nationen in Wien und bei vielen verschiedenen Veranstaltungen in Österreich begangen.

Im Vienna International Centre (VIC) begehen Mitarbeiter der in Wien ansässigen UN-Organisationen und Vertreter der Ständigen Vertretungen den Tag am 8. März zwischen 12.00 und 14.00 Uhr. Teil der Veranstaltung sind eine Rede von Dr. Shizuyo Kusumi, Bevollmächtigte der Japanischen Nationalen Sicherheitskommission zum Thema "Frauen und Entscheidungsfindung" und ein Vortrag zum Thema "Belästigung von Frauen am Arbeitsplatz (Mobbing)", von der Psychiaterin und Neurologin Dr. B. Schmidl-Mohl. Um 17.00 Uhr wird "The Gift from Beate" (Beate's Geschenk), ein Film über die Frauenrechtsbewegung in Japan in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg  gezeigt.

Das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen hält am 7. und 8. März eine "Frauenmesse" im Palais Auersperg ab. Das Thema Frauen in der Entscheidungsfindung reflektierend, wird die Frauen-Business-Mentoring-Messe ihr Augenmerk auf Karriere und Business-Mentoring legen. Die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Maria Rauch-Kallat; die Bundesministerin für Justiz, Karin Gastinger; und die Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, Ursula Haubner sind die Hauptrednerinnen. Die Botschaft des UNO-Generalsekretärs zum Internationalen Frauentag in deutscher Sprache wird bei dieser Veranstaltung verteilt werden. 

Die österreichische nichtstaatliche Organisation "Frauen ohne Grenzen", in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt, zeigt am 7. März um 10.00 Uhr im Haus des Sports in Wien die Dokumentation "Women Swimming into the Future - Different Strokes". Der Film stellt ein einzigartiges Projekt von Frauen ohne Grenzen vor:  Als Folge der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean, wo viele Frauen ertranken, weil sie nicht schwimmen konnten, organisiert diese NGO Schwimmkurse für Frauen in den vom Tsunami betroffenen indischen Küstenregionen von Tamil Nadu. Bei der Eröffnung der Veranstaltung wird die Direktorin der Informationsdienstes der Vereinten Nationen in Wien, Frau Nasra Hassan, die Botschaft von UNO-Generalsekretär Kofi Annan zum Internationalen Frauentag lesen. 

Der Internationale Frauentag wird von den Vereinten Nationen und vielen Ländern rund um die Welt jährlich am 8. März begangen. Ein Tag, an dem die Frauen für ihre Errungenschaften anerkannt werden, und zwar ohne Berücksichtigung von nationalen, ethnischen, sprachlichen, kulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Bereichen. Es ist eine Gelegenheit, auf vergangene Kämpfe und Leistungen zurückzuschauen, und noch wichtiger, auf das unangezapfte Potenzial und die Möglichkeiten, die auf zukünftige Generationen von Frauen warten, vorzuschauen.  

"Die Welt scheint nun auch zu begreifen, dass es keine effizientere Strategie zur Umsetzung von Entwicklung, Gesundheit und Bildung gibt, als die aktive Teilnahme  und Einbindung von Frauen und Mädchen. Und ich würde meinen, dass es keine bessere Strategie gibt, um Konflikte zu vermeiden oder eine Versöhnung nach beigelegten Konflikten herbeizuführen." sagte Generalsekretär Kofi Annan in seiner Botschaft.

Das Thema des Internationalen Frauentages 2006 "Frauen in der Entscheidungsfindung" bietet die Möglichkeit zu bewerten, wie die Stimmen der Frauen in Parlamenten und Ratssälen gehört werden. Während der weltweite Anteil an Frauen im Parlament höher als je zuvor liegt, beträgt er doch nur 16,3 Prozent. Der signifikanteste Anstieg von Frauen in Parlamenten wurde in Afrika und Lateinamerika bemerkt. Bei hochrangigen Entscheidungsfindungsprozessen in der Wirtschaft ist der Frauenanteil ebenfalls noch gering. Der Europäischen Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen zufolge beträgt der Frauenanteil weniger als ein Drittel aller Angestellten  in den Entwicklungsländern.

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