Presseaussendungen

UNIS/CP/560
15. Februar 2008

PRESSEMITTEILUNG

Wiener Forum stärkt den Kampf gegen Menschenhandel

Skizzierung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung eines Verbrechens,
das uns alle beschämt

WIEN, 15. Februar (UNO-Informationsdienst) -- Das Wiener Forum zur Bekämpfung des Menschenhandels ist nach drei Tagen leidenschaftlicher Aufrufe zu einem stärkeren Bewusstsein, größeren Ressourcen und verstärkten koordinierten Maßnahmen im Kampf gegen den Menschenhandel zu Ende gegangen. Es brachte 1400 Delegierte aus 116 Ländern zusammen, um Wissen weiterzugeben und eine koordinierte Strategie zur Bekämpfung des Menschenhandels zu entwickeln.

Antonio Maria Costa, Exekutivdirektor des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) beschrieb das Wiener Forum als "Wendemarke" im weltweiten Kampf gegen den Menschenhandel und sagte: "Dieses Forum ist lediglich der Beginn eines Prozesses. Lassen Sie uns auf der entstandenen Dynamik aufbauen, um sicherzustellen, dass Menschenleben nicht zum Verkauf stehen."

Antonio Maria Costa rief die nationalen Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft auf, die Umsetzung praktischer Maßnahmen zu beschleunigen, um dem Menschenhandel vorzubeugen, darunter: Einführung einer Selbstzertifizierung von Unternehmen, damit von Sklaven hergestellte Produkte aus dem Handel genommen werden; Entwicklung einer Technologie zur Identifizierung, Überwachung und Unterbrechung der Menschenhandelsrouten; Nachverfolgung und Sperre von Kreditkartenzahlungen bei Menschenhandeltransaktionen im Internet; sowie Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes zur Eindämmung des Sextourismus.

Antonio Maria Costa hat gemeinsam mit Renuka Chowdhury, indische Ministerin für Frauen und Kinderentwicklung, Helga Konrad, ehemalige österreichische Ministerin für Frauenfragen, und Dan Henkle, Vizepräsident für soziale Verantwortung bei GAP Inc. die Abschlusssitzung gehalten.

Renuka Chowdhury unterstrich die Notwendigkeit "vom Reden zum Handeln" überzugehen. Sie beschrieb Menschenhandel als die "größte Obszönität" und rief dazu auf, dass Menschen "den nötigen Mut haben, um sich gegen unbequeme Wahrheiten auszusprechen." Sie lobte den Erfolg der Diskussionen der vergangenen drei Tage und sagte: "Wir verlassen dieses Forum mit innovativen Wegen, um Einfluss auf unsere jeweiligen Staaten und Regierungen auszuüben."

Helga Konrad sagte: "Lassen Sie mich Sie daran erinnern, dass, wenn wir an die Startlinie treten, die Menschenhändler bereits weit vorne im Rennen sind. Trotz des Fortschritts, den wir erzielt haben, hinken wir hinterher. Wir können es uns nicht leisten, selbstzufrieden zu sein - lassen Sie uns eine konzertierte Aktion unternehmen, um dieses komplexe Problem in den Griff zu bekommen."

Dan Henkle strich die entscheidende Rolle heraus, die Wirtschaftsunternehmen bei der Bekämpfung des Menschenhandels spielen, und sagte: "Ich bin erfreut, dass die Privatwirtschaft so gut auf dem Forum repräsentiert war. Meine Hoffnung ist es, dass das nächste Mal, wenn wir uns treffen, noch mehr Unternehmen repräsentiert sind - wir brauchen eine kritische Masse."

Antonio Maria Costa hob die Bedeutung hervor, die der Stärkung von Allianzen zwischen nationalen Regierungen, Wirtschaftsunternehmen und der Zivilgesellschaft zukommt. In dieser Hinsicht zollte er besondere Anerkennung dem Rat weiblicher Führungskräfte, einer einmaligen Koalition aus Politikern, Diplomaten, Gewerkschaftern, Führungskräften aus der Wirtschaft, Aktivisten und Unterhaltungskünstlern aus der ganzen Welt, der auf dem Wiener Forum gegründet wurde, um Aktionen zu koordinieren, neue Partnerschaften zu bilden, den Zugang zu Ressourcen zu erleichtern und darauf hinzuarbeiten, dass das Stigma der Opfer des Menschenhandels abgebaut wird.

In bezug auf die 76 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, die noch nicht das Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels, zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität ratifiziert haben, sagte Antonio Maria Costa: "Es ist Zeit, aktiv zu werden."

Er forderte auch, größere Aufmerksamkeit der geistigen Gesundheit von Opfern des Menschenhandels zu schenken. "Viele der Überlebenden, auch wenn sie frei sind, können nicht der geistigen Versklavung entkommen", sagte Antonio Maria Costa.

Das Wiener Forum war von der Globalen Initiative der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des Menschenhandels (UN.GIFT) einberufen worden, die in Anerkennung der Tatsache begründet wurde, dass Menschenhandel viele Formen hat und ein koordinierter und einheitlicher Ansatz notwendig ist.

UN.GIFT wurde im März 2007 vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Internationalen Organisation für Migration (IOM), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gegründet.

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