Presseaussendungen

UNIS/SGSM/068
26. September 2008

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Ich rufe alle Partner und Interessensvertreter auf, ihr Möglichstes zu tun, um angemessene Lebensbedingungen für alle zu schaffen"

Erklärung zum Welttag des Wohn- und Siedlungswesens, 6. Oktober 2008

WIEN, 6. Oktober (UNO-Informationsdienst) - Bei vielen der vordringlichsten Herausforderungen vor denen unsere Welt steht - Armut, Naturkatastrophen, steigende Nahrungsmittel- und Ölpreise - gibt es bedeutende Verbindungen zur rasch fortschreitenden Verstädterung.

Die Urbanisierung verändert für immer die Art und Weise, wie wir Grund und Boden, Wasser und Energie nutzen. Wenn man es richtig anstellt, kann es Menschen Auswahlmöglichkeiten geben und ihnen helfen, dass es ihnen gut geht. Wenn es schlecht gemacht wird, leidet die Sicherheit, die Umwelt wird zerstört und die Marginalisierung jener, die ohnehin bereits von Leid betroffen und ausgeschlossen sind, wird weiter verschlimmert.

Das Thema des diesjährigen Welttags des Wohn- und Siedlungswesens lautet "Harmonische Städte". Unsere Welt, die sich schnell verstädtert, kann nicht für sich in Anspruch nehmen, harmonisch zu sein, wenn Bewohner von Elendsvierteln nicht die Möglichkeiten haben, Arbeit zu finden und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Sie wird auch nicht harmonisch sein, wenn Wachstum und Ausbreitung von städtischen Gebieten auf Kosten der Natur sind.

Die Millenniums-Entwicklungsziele sprechen sich für eine wesentliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Bewohnern von Elendsvierteln bis 2020 aus. Im Jahr 2005 lebte etwas mehr als ein Drittel der Stadtbevölkerung in Entwicklungsregionen unter Elendsbedingungen. In Afrika südlich der Sahara waren es über 60 Prozent, was bedeutet, dass große Investitionen notwendig sind, um etwa den Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen, haltbaren Unterkünften oder auch ausreichend Lebensraum zu gewährleisten. Allerdings brauchen sogar in dieser Region, und in anderen, in denen die Entbehrungen nicht so akut sind, weniger kostspielige Interventionen einen langen Vorlauf.

Städte haben das enorme Potenzial Orte zu sein, wo es eine ausgeglichene Entwicklung gibt, wo unterschiedlichste Menschen in Harmonie leben können und wo gesunde Lebensbedingungen vorherrschen - und das bei geringem Energie- und Rohstoffverbrauch sowie Müllaufkommen. Da wir den Welttag des Wohn- und Siedlungswesens begehen, rufe ich alle Partner und Interessensvertreter auf, ihr Möglichstes beizutragen, um dieses Potenzial zu realisieren und angemessene Lebensbedingungen für alle Frauen, Männer und Kinder zu schaffen, und zwar auf eine Art und Weise, die das Erbe der Natur erhält und für eine grünere und intelligentere Entwicklung eintritt.

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