Presseaussendungen

UNIS/SGSM/090
5. Dezember 2008

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Dein 'Nein' zählt"

Erklärung zum Internationalen Tag gegen die Korruption, 9. Dezember 2008

WIEN, 9. Dezember (UNO-Informationsdienst) - Die Welt wurde von der weltweiten Finanzkrise aus der Bahn geworfen, einer Krise, die teilweise durch Gier und Korruption verursacht wurde. Das Vertrauen in das Finanzsystem ist erschüttert. Die Integrität zahlreicher Banken wurde in Frage gestellt. Viele Menschen haben ihre Lebensersparnisse verloren.

Das ist schon schlimm genug, doch eine andere, geräuschlose Finanzkrise, die die Ärmsten der Welt heimsucht, erhält weit weniger Aufmerksamkeit. Jedes Jahr werden in Entwicklungsländern Milliarden von US-Dollar gestohlen oder gehen durch Bestechung und andere Verbrechen verloren - Geld, das dringend für Gesundheitsversorgung, Schulen, sauberes Wasser und Infrastruktur benötigt wird. Das macht es schwieriger grundlegende Dienstleistungen anzubieten und die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen. Es verweigert Menschen ihre grundlegenden Menschenrechte.

Die Vereinten Nationen kämpfen dagegen an. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption, das im Dezember 2005 in Kraft getreten ist, enthält harte Maßnahmen, um Integrität aufzubauen und Korruption zu bekämpfen - sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Wirtschaft. Es ist dringend erforderlich, dass das Übereinkommen funktioniert und weltweite Norm wird. Ich freue mich auf die Einrichtung eines robusten Mechanismus, der die Umsetzung des Übereinkommens überprüft. Es wird erwartet, dass dieser Mechanismus bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz angenommen wird.

Die weltweite Finanzkrise unterstreicht außerdem die Notwendigkeit weitergehender Regulierung. Unter dem Übereinkommen ist das Bankgeheimnis keine Hürde mehr, wenn es darum geht, gestohlenes Vermögen wiederzuerlangen. Die Weltbank und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) machen wichtige Fortschritte dabei, Staaten zu unterstützen, mit der Initiative zur Wiedererlangung gestohlener Vermögenswerte ihr Geld zurückzuerhalten.

Es sind nicht nur Regierungen und Finanzinstitutionen, die mehr tun müssen, um Korruption zu verhindern und Integrität zu stärken. Korruption betrifft uns alle. Sie schwächt demokratische Institutionen, untergräbt die Rechtsstaatlichkeit und ermöglicht es Terroristen ihr schändliches Werk zu finanzieren. An diesem Internationalen Tag lassen Sie uns alle unseren Teil dafür leisten, Integrität und Regeltreue zu stärken und das Blatt gegen diese weltweite Bedrohung zu wenden. Wie die Anti-Korruptions-Kampagne von UNODC ausdrückt: Dein "Nein" zählt.

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