Presseaussendungen

UNIS/SGSM/115
18. Mai 2009

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Ich fordere alle Regierungen, Organisationen und Einzelpersonen dazu auf, ihre Anstrengungen zu erneuern, das Leben auf der Erde zu schützen"

Erklärung zum internationalen Tag der biologischen Vielfalt, 22. Mai 2009

WIEN, 18. Mai 2009 (UNO-Informationsdienst) - Der weltweite Rückgang der biologischen Vielfalt ist nach wie vor alarmierend, obwohl der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung eine erhebliche Verminderung der Verlustrate bis zum Jahr 2010 vereinbart hat. Die Hauptgründe dafür sind unter anderem Entwaldung, Veränderungen in Lebensräumen und Zerstörung der Böden, die oftmals in Verbindung mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels stehen. Eine andere Bedrohung, die das Schwerpunktthema des diesjährigen Internationalen Tages der biologischen Vielfalt bildet, ist die Zunahme von eindringenden Fremdarten.

Als ungewollter Nebeneffekt der Globalisierung schädigen nicht-einheimische Tierarten Ökosysteme, Lebensgrundlagen und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt. Die Regierung von Südafrika allein gibt pro Jahr 60 Millionen Dollar für den Versuch aus, Pflanzen zu beseitigen, wie etwa die süßduftende Akazie, die auf wertvolles Farmland, Flusslandschaften und wirtschaftlich wichtige Tourismusorte wie das Cape Floral Kingdom vordringen.

In den Großen Seen in Nordamerika beeinträchtigen Zebramuscheln Schifferei, Fischerei und Stromerzeugung. Inseln im gesamten pazifischen Ozean sind davon betroffen, dass Ratten, die von ausländischen Schiffen eingeschleppt wurden, einheimische Vogelarten ausrotten. In vielen Ländern Afrikas verstopfen Wasserhyazinthen Seen und Flüsse zum Schaden der Wasserfauna, des Gemeinwesens und der Industrien.

Es gibt viele weitere Beispiele dafür, wie eindringende Fremdarten die ursprüngliche Artenvielfalt, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und sogar menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Solche Gefahren können sich durch andere Ursachen des Verlusts der Artenvielfalt, insbesondere des Klimawandels noch verschärfen. Die Folgen für die Armutsbekämpfung, nachhaltige Entwicklung und Millenniums-Entwicklungsziele sind tiefgreifend.

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt geht die Gefahren an, die von eindringenden Fremdarten ausgehen, indem es globale Prioritäten und Leitlinien setzt, Information und Expertise austauscht sowie die Koordination des internationalen Handelns unterstützt. Die kosteneffizienteste und machbare Methode ist die Vorsorge. Um erfolgreich zu sein, benötigt diese Strategie die Zusammenarbeit von Regierungen, der Privatwirtschaft, nichtstaatlichen und internationalen Organisationen. Ein Land kann das Eindringen nur verhindern, wenn bekannt ist, welche Gattungen und woher sie möglicherweise kommen sowie welche geeigneten Maßnahmen zur Verfügung stehen.

Auch Einzelpersonen tragen Verantwortung. Die Einhaltung lokaler und internationaler Quarantäne- und Zollbestimmungen trägt dazu bei, die Weiterverbreitung von Schädlingen, Unkraut und Krankheiten zu verhindern. Eine einfache Regel gilt: Lasse lebendige Organismen in ihrem natürlichen Lebensraum und nimm nur Erinnerungen mit nach Hause.

Im kommenden Jahr ist das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt. Höhepunkte bilden das hochrangige Segment der UNO-Generalversammlung und die 10. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien zum Übereinkommen über biologische Vielfalt im japanischen Nagoya. Diese Anlässe werden dazu beitragen, zukünftige Strategien zu bestimmen, wie die Ökosysteme des Planeten zu erhalten sind. Eine besonders dringliche Aufgabe ist es, eindringende Fremdarten zu kontrollieren und sich auch der anderen Ursachen des Verlusts der biologischer Vielfalt zu widmen. Ich fordere alle Regierungen, Organisationen und Einzelpersonen dazu auf, ihre Anstrengungen zu erneuern, um das Leben auf der Erde zu schützen.

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