Presseaussendungen

UNIS/SGSM/144
13. Oktober 2009

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Das teuerste Krankenhaus ist das, das einstürzt"

Erklärung zum Internationalen Tag zur Verhinderung von Naturkatastrophen, 14. Oktober 2009

Wien, 14. Oktober (UNO-Informationsdienst) - Neben ihrer praktischen Bedeutung haben Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen einen einzigartigen Wert als Symbole des öffentlichen Wohlergehens. Sie vor Naturkatastrophen zu schützen ist essenziell. Deshalb begeht die Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge (ISDR), zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank, den Internationalen Tag zur Verhinderung von Naturkatastrophen. Besonders hervorgehoben wird dabei die im September 2008 ins Leben gerufene weltweite Kampagne zur Verhinderung von Naturkatastrophen, die dem Katastrophenschutz von Krankenhäusern gewidmet ist.

Wenn eine Naturkatastrophe eintritt, sind Krankenhäuser das schwächste Glied der Infrastruktur. Sie stehen, fast wörtlich gesprochen, für das Lebensblut einer Gemeinschaft. Sind Krankenhäuser schwer beschädigt, werden die Möglichkeiten, Leben zu retten, stark beeinträchtigt. Im Zeitalter zunehmend eintretender Klimakatastrophen ist nicht sichergestellt, ob medizinische Einrichtungen auf Notfälle vorbereitet und auch in diesen Ausnahmesituationen in der Lage sind, lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Das trifft insbesondere in Ländern zu, deren schwache Gesundheitssysteme ohnehin Schwierigkeiten haben, den medizinischen Bedürfnissen ihrer Bevölkerung nachzukommen. In Burkina Faso mussten Patienten aufgrund einer Überschwemmung aus dem größten Krankenhaus der Hauptstadt evakuiert werden. In Indonesien kamen nach dem Einsturz eines Krankenhauses im Zuge des Erdbebens in Sumatra weitere Menschen ums Leben. In der italienischen Stadt L'Aquila erinnerte der Einsturz eines neu errichteten Krankenhauses eindrücklich daran, dass auch die Gesundheitssysteme der wohlhabenden Nationen von Naturkatastrophen betroffen sind.

Die Kampagne "Sichere Krankenhäuser" (Safe Hospitals) ergreift praktische Schritte, um Krankenhäuser zu schützen. Dazu gehört zum Beispiel ein Index für die Sicherheit von Krankenhäusern. Anhand einer Checkliste kann bewertet werden, wie Krankenhäuser auf Naturkatastrophen vorbereitet sind. Dieser Index wurde bereits in zahlreichen Einrichtungen in Lateinamerika und anderen Ländern, wie dem Oman, dem Sudan und Tadschikistan eingeführt.

Ich appelliere an die Regierungen und alle Entscheidungsträger, einschließlich den Städteplanern, die Sicherheit der Krankenhäuser zu überprüfen. Medizinische Einrichtungen müssen besser vorbereitet sein, um auf örtliche Gefahren reagieren zu können. Sie müssen so entworfen, gebaut und in Stand gehalten werden, dass sie Krankenhausmitarbeiter und Patienten gleichermaßen besser schützen können, wenn sich eine Naturkatastrophe ereignet. Die Kosten für den Schutz der Krankenhäuser vor Naturkatastrophen sind relativ gering. Das teuerste Krankenhaus ist das, das einstürzt.

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