Presseaussendungen

UNIS/SGSM/161
11. Dezember 2009

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Weit davon entfernt die Krise verursacht zu haben, ist Migration Teil der Langzeitlösung"

Erklärung zum Internationalen Tag der Migranten, 18. Dezember 2009

WIEN, 18. Dezember (UNO-Informationsdienst) - Migration betrifft jedes Land, sei es als Herkunfts-, als Durchreise- oder als Zielland oder auch als Kombination aus diesen. Im Jahr 2009 haben geschätzte zweihundert Millionen Menschen bzw. drei Prozent der Weltbevölkerung außerhalb ihres Geburtslandes gelebt.

Migration kann eine positive und bereichernde Erfahrung für die Migranten selbst ebenso wie für das Heimat- und das Gastland sein. Aber für viel zu viele Migranten besteht die Realität aus Diskriminierung, Ausbeutung und Missbrauch. Sie sind wiederholtes Ziel von Hassreden, Belästigungen und Gewalt. Sie werden zu Unrecht für Verbrechen und wirtschaftliche Schwierigkeiten verantwortlich gemacht und sind weit verbreiteter Diskriminierung ausgesetzt.

Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Verwundbarkeit von Migranten erhöht. Viele Länder haben ihre Beschränkungen für Migranten verschärft und haben strengere Maßnahmen eingeführt, um irreguläre Migration zu bekämpfen. Solche Maßnahmen können das Risiko von Ausbeutung und Missbrauch erhöhen. Diese mögen auch den Eindruck stärken, dass Migranten für die Auswirkungen der Krise teilweise zu beschuldigen sind, was wiederum fremdenfeindliche und gegen Migranten gerichtete Verhaltensweisen schürt.

Doch auch wo die Arbeitslosigkeit hoch ist, gibt es oft Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften in einzelnen Branchen, wo sie Fähigkeiten bieten, die den Wirtschaftsaufschwung antreiben. Weit davon entfernt die Krise verursacht zu haben, ist Migration tatsächlich Teil der Langzeitlösung.

Auf internationalem Niveau ist das Übereinkommen zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen ein umfassendes Rahmenwerk für den Schutz der Rechte von Migranten. Ich rufe alle Mitgliedstaaten auf, die das Überkommen noch nicht ratifiziert oder ihm beigetreten sind, dies zu tun.

An diesem 10. Internationalen Tag der Migranten ermutige ich die Regierungen, die Menschenrechte der Migranten zu wahren, Menschenrechte zum Herzstück der Migrationspolitik zu machen und ein Bewusstsein zu schaffen für die positiven Beiträge der Migranten zum wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben ihrer Gastländer.

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