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UNIS/NAR/1117
29. Juli 2011

Laut UNODC-Studie bleiben afghanische Opiate weiterhin eine globale Bedrohung

WIEN/KABUL, 29. Juli (UNO-Informationsdienst) - Einer Studie des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung zufolge bleibt Afghanistan weiterhin die größte Quelle für den weltweiten illegalen Handel mit Opium und Heroin, der im Jahr 2009 ungefähr 68 Milliarden US-Dollar lukrierte - eine Summe, die das Bruttoinlandsprodukt vieler Länder übersteigt. Die Studie "Der weltweite Opium-Handel Afghanistans - eine Bewertung der Bedrohung" (Global Afghan Opium Trade - A Threat Assessment) wurde gestern vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) vorgestellt.

Der ein Jahrzehnt umfassende Bericht sagt, dass jährlich ungefähr 16,5 Millionen Menschen weltweit Opiate missbrauchen. Heroin nimmt den Großteil am Markt ein, mit 12 - 13 Millionen Menschen, die pro Jahr 375 Tonnen Heroin konsumieren, beträchtliche 150 Tonnen davon in Europa.

Der Opiatkonsum in Afghanistan und in den Nachbarländern ist im letzten Jahrzehnt stark angestiegen - 35.000 von den derzeitigen 123.000 Hektar auf denen in Afghanistan Mohn angebaut wird, werden allein für die Produktion in dieser Region gebraucht. Aber das Problem geht weit darüber hinaus. Afghanisches Heroin hat sich auf die Konsumentenmärkte in Ostasien ausgebreitet, die traditionellerweise von Myanmar beliefert wurden.

Ein anderer bemerkenswerter Trend ist der Anstieg des Heroinflusses nach Afrika, das wieder als Handelsroute nach Europa auftaucht, oder zu mehr Drogenkonsum auf dem afrikanischen Kontinent führt.

Afghanistan und der Fluss der Vorläufersubstanzen

Essigsäureanhydrid ist eine legale Chemikalie, die in Haushalts- und Industrieprodukten allgemein verwendet wird. Da allerdings kein anerkannter Bedarf für diese Substanz in Afghanistan besteht, wird sie von legalen heimischen Märkten in Europa und Asien abgezweigt und in das Land geschmuggelt. Ungefähr 38 Tonnen an Essigsäureanhydrid wurden 2009 in Heroinproduktionsstätten beschlagnahmt, hauptsächlich im südlichen Afghanistan.

In Häfen in Pakistan und Iran wurden größere Mengen an exportiertem Heroin und importiertem Essigsäureanhydrid beschlagnahmt. 2009 haben 300 bis 500 Labors geschätzte 380 Tonnen Heroin hergestellt, wobei Afghanistan weiterhin das meiste des weltweiten Opiums in fertige Produkte umwandelt - Morphin und Heroin.

Die Profite aus den Verbrechen

UNODC schätzt, dass im Jahr 2009 150 Tonnen afghanisches Heroin nach Europa gelangten, 120 Tonnen nach Asien und 45 Tonnen nach Afrika. Strafverfolgungsorgane haben in jenem Jahr weltweit 76 Tonnen Heroin beschlagnahmt, mit einer Verbotsrate von bis zu 16 Prozent.

Gruppen des grenzüberschreitenden organisierten Verbrechens haben am meisten von dem 68- Milliarden-US-Dollar-Handel im Jahr 2009 profitiert, afghanische Bauern verdienten davon einen relativ kleinen Anteil (440 Millionen US$). Kriminelle und aufständische Gruppen, die vom Handel profitieren, stellen für die Regierungsführung, die Sicherheit, Stabilität und Entwicklung in Afghanistan, in seinen Nachbarländern und darüber hinaus eine ernste Herausforderung dar. Drogenhändler nützen die sich verschlechternde Sicherheitslage in den südlichen Provinzen von Hilmand, Kandahar und Nimroz aus, während Korruption die Industrie in der ganzen Nation schmiert.

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