Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/298
14. Oktober 2011

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Wir müssen die Verbindung zwischen Armut, Ernährungsunsicherheit und Unterernährung durchbrechen"

Erklärung zum Welternährungstag,
16. Oktober 2011

WIEN, 16. Oktober (UNO-Informationsdienst) - Heute sind am Horn von Afrika mehr als 13 Millionen Menschen von einer der schlimmsten Dürrekatastrophen dieser Region seit 60 Jahren betroffen. In weiten Teilen im Süden Somalias herrscht eine verheerende Hungersnot. Dennoch muss eine Dürre nicht zwangsläufig zu einer Hungersnot führen. Es darf nicht zugelassen werden, dass aufgrund von politischem Versagen oder durch die Behinderung von Nahrungsmittellieferungen durch die Al-Shabaab Menschen an Hunger leiden.

Der Hunger am Horn von Afrika ist nur Teil einer unnötigen globalen Bedrohung. Es gibt genug Nahrungsmittel auf diesem Planeten, um jeden Einzelnen zu versorgen, aber heute leidet fast eine Milliarde Menschen Hunger. Ich appelliere an die Führenden der Welt, in reichen und armen Ländern gleichermaßen die nötige Energie und Ressourcen zu investieren, um den Krieg gegen den Hunger zu gewinnen - eine zentrale Säule unserer Bemühungen für die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele. Dauerhafte Lösungen müssen das ganze Spektrum der Nahrungsmittelsicherheit abdecken - die Ausfallsicherung für Kleinbauern muss verbessert werden und es muss ein Sicherheitsnetz entwickelt werden, um die Bedürftigsten zu schützen.

Ein Schwerpunkt dieses Welternährungstages ist das Problem der Preisschwankungen. Für die Ärmsten der Welt, die bis zu 80 % ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, hat das katastrophale Auswirkungen. Mehr als 80 Millionen Menschen wurden 2007 und 2008 durch die Inflation der Lebensmittelpreise in Hunger und Armut gestürzt. Durch den jüngsten Anstieg der Lebensmittelpreise sind weitere 70 Millionen Menschen in extreme Armut geraten.

Wir müssen die Verbindung zwischen Armut, Ernährungsunsicherheit und Unterernährung durchbrechen. Durch die Preisschwankungen verarmte Familien müssen zusehen, wie Geist und Körper ihrer Kinder auf Grund von Mangelernährung dauerhaft Schaden nehmen. Die Kinder können nicht mehr in die Schule gehen, sondern müssen arbeiten. Die Eltern müssen aus Not ihr Nutzvieh schlachten, um die Familie zu ernähren. Eine Lösung dieser Situation bieten politische Strategien wie die "Scale Up Nutrition"-Bewegung, um eine ausreichende Lebensmittelversorgung zu gewährleisten.

Diesen Monat wird die Weltbevölkerung auf mehr als sieben Milliarden Menschen wachsen. Die Welt hat das Wissen und die Ressourcen, dem Hunger ein Ende zu setzen. Wir haben die Mittel, um die Ärmsten vor den Folgen steigender Preise zu schützen. Lassen Sie uns diese jetzt nutzen, um den Hunger zu besiegen.

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