Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/589
28. November 2014

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

Erklärung zum Welt-Aids-Tag

1. Dezember 2014

WIEN, 1. Dezember (UNO-Informationsdienst) - An diesem Welt-Aids-Tag begrüße ich den enormen Fortschritt, den die Welt im Kampf gegen die Aids-Epidemie gemacht hat. In diesem Jahr haben sich führende Politiker auf der ganzen Welt verpflichtet, Aids bis 2030 zu beenden. Der letzte Woche veröffentlichte "Fast Track"-Ansatz wird uns dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. 

Fast 14 Millionen Menschen weltweit haben mittlerweile Zugang zu HIV-Behandlungen. Wir konnten die HIV-Neuinfektionen seit 2001 um 38 Prozent verringern. Wir konnten durch die Gabe von antiretroviralen Medikamenten 1,16 Millionen Infektionen unter Neugeborenen verhindern. Wir liegen mit  unseren Bemühungen, 15 Millionen Menschen mit antiretroviralen Therapien bis 2015 zu versorgen und die Mutter-Kind-Übertragungen innerhalb der nächsten Jahre zu verhindern im Zeitplan. Dank des Einsatzes und der Energie vieler Partner, darunter auch die Zivilgesellschaft, werden wir weiterhin Gesetze in Angriff nehmen und abschaffen, die Kranke stigmatisieren und diskriminieren. Die Fortschritte gehen voran.  

Aber die Erfolge sind brüchig.  35 Millionen Menschen leben heute mit HIV, etwa 19 Millionen davon wissen nicht, dass sie das Virus in sich tragen. Es gibt große Lücken beim Erreichen bestimmter Schlüsselgruppen. Zwei von drei Kindern, die eine Behandlung bräuchten, bekommen sie nicht. In vielen Ländern mit hohen HIV-Raten sind junge Frauen besonders gefährdet. Die Aids-Epidemie nimmt in Osteuropa, Zentralasien und im Nahen Osten zu, nicht zuletzt durch Stigma, Diskriminierung und Strafgesetze. Und der wichtigen Arbeit der Gemeinschaftssysteme und Unterstützungsorganisationen fehlt es oft an Unterstützung. Wir dürfen niemanden zurücklassen.

Ich bin stolz und froh, dass wir Fortschritte machen. Das Vermächtnis der Aids-Bekämpfung ist auch bei der Bekämpfung von Ebola in Westafrika sichtbar. Wir wissen, dass Gesundheitssysteme allein nicht reichen, um eine stabile Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Soziale Gerechtigkeit, die Demokratisierung der Wissenschaft, gemeinsame Verantwortung für die Finanzierung, Menschenrechte, Gleichberechtigung und ein auf die Bevölkerung gerichteter Ansatz in der Gesundheitsfürsorge sind Lektionen, die wir in Bezug auf die Bekämpfung von Aids gelernt haben, und die global sowie bei unseren Diskussionen über die Post-2015 Entwicklungsagenda angewendet werden.  

Am heutigen Welt-Aids-Tag appelliere ich an die politischen Führer dieser Welt, sich gemeinsam dieser Sache zu stellen. Wir haben begonnen, den Trend umzukehren. Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Wir wollen Aids bis 2030 gemeinsam bekämpfen.

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