Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/1128
23. April 2021

UNO-Generalsekretär António Guterres

Erklärung zum 35. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

26. April 2021

Heute denken wir an einen der schwersten nuklearen Unfälle in der Geschichte, die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, die vor genau 35 Jahren am 26. April 1986 geschah.

Hunderttausende Menschen waren von der Strahlung betroffen. Rund 350.000 Menschen mussten ihre Häuser in stark kontaminierten Gebieten verlassen, was tiefe Traumata hinterließ und sich langfristig auf ihre Leben auswirkt. Ihr Leiden darf nicht vergessen werden.

Dieser Jahrestag ist eine Gelegenheit, die Bemühungen der Regierungen von Belarus, der Russischen Föderation und der Ukraine sowie die Arbeit von Wissenschaftlern anzuerkennen. Sie haben Beweismaterial gesammelt und durchsucht, und wichtige Analysen durchgeführt, die die Notfallplanung beeinflusst und die Risiken verringert haben.

Seit 1986 haben die Vereinten Nationen dazu beigetragen, den Menschen in der Umgebung von Tschernobyl zu helfen, zunächst durch Soforthilfe und humanitäre Hilfe und dann durch die Unterstützung der Erholung von der Katastrophe. Zudem haben die Länderteams der Vereinten Nationen, die mit der internationalen Zivilgesellschaft, Partnern und Spendern zusammenarbeiten, zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region beigetragen.

Unsere gemeinsamen Bemühungen haben einige Erfolge erzielt. Die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen, die in Gebieten tätig sind, die direkt von der Katastrophe betroffen sind, ist von 2.000 Unternehmen im Jahr 2002 auf heute 37.000 Unternehmen gestiegen. Tausende Anwohner, Gemeindevorsteher und Ärzte wurden in den Bereichen Gesundheitsrisiken und gesunde Lebensstile geschult.

Die Katastrophe von Tschernobyl wurde von Regierungen eingedämmt, die mit Akademikern, der Zivilgesellschaft und anderen für das Gemeinwohl zusammenarbeiten. Sie enthält wichtige Lehren für die heutigen Bemühungen, auf die COVID-19-Pandemie zu reagieren.

Katastrophen kennen keine Grenzen. Aber gemeinsam können wir daran arbeiten, sie zu verhindern und einzudämmen, alle Bedürftigen zu unterstützen und eine starke Erholung aufzubauen.

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