Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/1194
8. Dezember 2021

Der Generalsekretär

Botschaft zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Verbrechens des Völkermordes und ihrer Würde

9. Dezember 2021

Jedes Jahr an diesem Tag gedenken wir der Opfer von Völkermord und anderen Gräuelverbrechen und bekennen uns erneut zur Verhütung dieser entsetzlichen Taten.

Dank der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes verstehen wir heute besser, welche Frühwarnzeichen und Risikofaktoren es gibt. Dennoch ist Völkermord nach wie vor eine sehr reale Bedrohung. Die internationale Gemeinschaft hat es wiederholt versäumt, gemeinschaftlich, rasch und entschlossen zu handeln, um Völkermord und damit verbundene Gräueltaten zu verhüten.

Seit 1945 hat es nie so viele gewaltsame Konflikte gegeben wie heute. Diese Konflikte dauern länger und sind immer komplexer. Straflosigkeit ist an der Tagesordnung, und in der Regel werden die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit missachtet. Gegen bestimmte Gruppen gerichtete Hetze, Aufstachelung und Diskriminierung breiten sich weiter aus und werden zunehmend zum Zweck der politischen Manipulation und des politischen Nutzens eingesetzt. Dies alles sind besorgniserregende Warnzeichen, auf die umgehend reagiert werden sollte.

Wir wissen, was zu tun ist. Wir müssen der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Identität ein Ende setzen und Vielfalt als Stärke anerkennen. Wir müssen die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit achten. Wir müssen diejenigen, die Gräueltaten begangen haben, zur Rechenschaft ziehen und für Wiedergutmachung sowie für die Aussöhnung und Wiederherstellung zerrütteter Gemeinschaften sorgen.

Die Staaten tragen die Hauptverantwortung für die Verhütung von Völkermord, doch ohne die Mitwirkung der Gesellschaft als Ganzes können sie dieses Ziel nicht erreichen. Junge Menschen, religiöse und lokale Führungspersönlichkeiten, der private Sektor und die Medien – insbesondere die sozialen Medien – haben allesamt eine Verantwortung, sich die Verhütung von Völkermord auf die Fahnen zu schreiben.

Wenn wir gemeinsam agieren, können wir die krassen Fehler der Vergangenheit vermeiden.

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