Presseaussendungen

UNIS/INF/296
7. November 2008

Finanzen der UNO 'fragil' -
nur 31 Staaten haben ihre Beiträge für 2008 voll einbezahlt

Österreich und Slowenien beglichen alle Veranlagungen für den regulären Haushalt,
die internationalen Gerichtshöfe, die Friedenssicherungseinsätze
und den Sanierungsgesamtplan

WIEN, 7. November (UNO-Informationsdienst) - UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon fordert die Mitgliedstaaten auf, ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Vereinten Nationen für das Jahr 2008 vollständig and termingerecht nachzukommen, und warnt vor möglichen Liquiditätsproblemen, wenn die veranlagten Beiträge in den verbleibenden zwei Monaten des Jahres nicht beglichen werden.

"Die Finanzlage der UNO bleibt fragil", schreibt Ban Ki-moon in seinem jüngsten Bericht für die UNO-Generalversammlung, der die Finanzsituation der Weltorganisation überprüft.

Die finanziellen Mittel des UNO-Haushaltes, der auf Zweijahres-Basis genehmigt wird, stammen aus den Beiträgen der Mitgliedstaaten. Die Veranlagungen werden auf Grundlage einer Reihe von Faktoren, darunter Pro-Kopf-Einkommen, festgesetzt. Der reguläre Haushalt für den Zweijahres-Zeitraum 2008 bis 2009 beträgt fast 4,2 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zum regulären Haushalt werden die Kosten für die internationalen Gerichtshöfe der UNO, die Friedenssicherung und die fünfjährige Sanierung des UNO-Hauptquartiers in New York in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar, bekannt als der Sanierungsgesamtplan, veranlagt.

"Die Finanzindikatoren für das Jahr 2008 sind gemischt", erklärt der UNO-Generalsekretär in Bezug auf die vier Hauptfaktoren, die die Finanzstärke der UNO bestimmen, nämlich festgesetzte Veranlagungen, unbeglichene veranlagte Beiträge, verfügbare Kassenbestände und unbeglichene Schulden der UNO gegenüber Mitgliedstaaten. "Die Situation des regulären Haushalts ist ungewiss angesichts der gegenwärtigen und prognostizierten Kassenbestände. Auch werden die letztendlichen Auswirkungen für 2008 von Maßnahmen, die von einigen wenigen Mitgliedstaaten in den kommenden Monaten zu ergreifen sind, abhängen", sagt Ban Ki-moon.

Am 24. Oktober haben 133 Mitgliedstaaten ihre Veranlagung zum regulären UNO-Haushalt in vollem Umfang geleistet - sieben mehr als zum 31. Oktober im Vorjahr. Von den am 24. Oktober auf den regulären Haushalt noch ausstehenden 756 Millionen US-Dollar fielen 94 Prozent auf einen einzelnen Mitgliedstaat und sechs Prozent auf die restlichen Mitgliedstaaten. "Ohne Frage wird das Endresultat für 2008 davon abhängen, wie sich diese Länder in den nächsten Wochen verhalten", sagt Ban Ki-moon.

Die ausstehende Summe für Friedenssicherungseinsätze beläuft sich mit Stand 24. Oktober auf über 2,9 Milliarden US-Dollar - etwa 198 Millionen US-Dollar mehr als zum Ende des Jahres 2007, aber 575 Millionen US-Dollar unter dem Stand vom 31. Oktober des letzten Jahres. Hinsichtlich des regulären Haushalts sind die 2,9 Milliarden US-Dollar der unbeglichenen Veranlagungen "höchst konzentriert", so der Bericht. Mehr als die Hälfte, etwa 62 Prozent, fallen auf nur zwei und 21 Prozent auf vier weitere Mitgliedstaaten.

Die Kassenbestände zum Ende 2008 werden im Fall der Gerichtshöfe und des Sanierungsgesamtplans den Schätzungen zufolge über der Summe von Ende des Jahres 2007 liegen, sich jedoch in Bezug auf den regulären Haushalt und die Friedenssicherungseinsätze auf weniger belaufen. "Möglicherweise sind darüber hinausgehende Geldentnahmen aus Rücklagen für den regulären Haushalt nötig", kündigt Ban Ki-moon an.

Der Bericht merkt außerdem an, dass die Schulden bei Truppen- und Ausrüstungsstellern am 31. Dezember vermutlich deutlich geringer sein werden als in früheren Schätzungen angenommen. Sie werden etwa 134 Millionen US-Dollar unter dem Betrag vom 31. Dezember des Vorjahres liegen. "Während die Zahlungen von Verbindlichkeiten aus Truppen und Ausrüstung bei etlichen Missionen weitestgehend beglichen wurden, fielen bei vier Missionen die Rückzahlungen aufgrund von Defiziten bei den Kassenbeständen hinter die normalen vierteljährlichen Rückzahlungen zurück", erklärt Ban Ki-moon. Dabei handelt es sich um die UNO-Mission für das Referendum in Westsahara (MINURSO), die UNO-Übergangsverwaltungsmission im Kosovo (UNMIK),             die UNO-Beobachtermission in Georgien (UNOMIG) und die UNO-Friedenstruppe in Zypern (UNFICYP).

Ban Ki-moon würdigt die 31 Mitgliedstaaten, die ihre Veranlagungen für den regulären Haushalt sowie die internationalen Gerichtshöfe, die Friedenssicherungseinsätze und den Sanierungsgesamtplan, die bis zum 24. Oktober fällig waren, voll beglichen haben. Bei den Ländern handelt es sich um Aserbaidschan, Australien, Brasilien, Bulgarien, Burundi, Dänemark, Deutschland, Finnland, Georgien, Guatemala, Irland, Italien, Kanada, Liechtenstein, Mexiko, Moldawien, Monaco, Neuseeland, Niger, Norwegen, Österreich, die Philippinen, die Russische Föderation, Samoa, Schweden, Singapur, Slowenien, Südafrika, Thailand, Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.

Der Generalsekretär spornte andere Staaten an, diesem Beispiel zu folgen. "Um die finanzielle Gesundheit der Organisation zu erhalten, bleibt es für die Mitgliedstaaten so entscheidend wie eh und je, ihre finanziellen Verpflichtungen vollständig und termingerecht zu erfüllen," betont er.

Bericht des Generalsekretärs: Verbesserung der finanziellen Situation der Vereinten Nationen, (A/63/514): http://www.un.org/Docs/journal/asp/ws.asp?m=A/63/514 (in den sechs Amtssprachen der UNO)

* *** *

Pressekontakt:

Lothar Mikulla
Associate Information Officer, UNIS Vienna

Telefon: (+43-1) 26060-5693
Mobiltelefon: (+43-699) 1459-5693
Email: Lothar.Mikulla@unvienna.org

WIEN, 7. November (UNO-Informationsdienst) - UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon fordert die Mitgliedstaaten auf, ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Vereinten Nationen für das Jahr 2008 vollständig and termingerecht nachzukommen, und warnt vor möglichen Liquiditätsproblemen, wenn die veranlagten Beiträge in den verbleibenden zwei Monaten des Jahres nicht beglichen werden.

"Die Finanzlage der UNO bleibt fragil", schreibt Ban Ki-moon in seinem jüngsten Bericht für die UNO-Generalversammlung, der die Finanzsituation der Weltorganisation überprüft.

Die finanziellen Mittel des UNO-Haushaltes, der auf Zweijahres-Basis genehmigt wird, stammen aus den Beiträgen der Mitgliedstaaten. Die Veranlagungen werden auf Grundlage einer Reihe von Faktoren, darunter Pro-Kopf-Einkommen, festgesetzt. Der reguläre Haushalt für den Zweijahres-Zeitraum 2008 bis 2009 beträgt fast 4,2 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zum regulären Haushalt werden die Kosten für die internationalen Gerichtshöfe der UNO, die Friedenssicherung und die fünfjährige Sanierung des UNO-Hauptquartiers in New York in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar, bekannt als der Sanierungsgesamtplan, veranlagt.

"Die Finanzindikatoren für das Jahr 2008 sind gemischt", erklärt der UNO-Generalsekretär in Bezug auf die vier Hauptfaktoren, die die Finanzstärke der UNO bestimmen, nämlich festgesetzte Veranlagungen, unbeglichene veranlagte Beiträge, verfügbare Kassenbestände und unbeglichene Schulden der UNO gegenüber Mitgliedstaaten. "Die Situation des regulären Haushalts ist ungewiss angesichts der gegenwärtigen und prognostizierten Kassenbestände. Auch werden die letztendlichen Auswirkungen für 2008 von Maßnahmen, die von einigen wenigen Mitgliedstaaten in den kommenden Monaten zu ergreifen sind, abhängen", sagt Ban Ki-moon.

Am 24. Oktober haben 133 Mitgliedstaaten ihre Veranlagung zum regulären UNO-Haushalt in vollem Umfang geleistet - sieben mehr als zum 31. Oktober im Vorjahr. Von den am 24. Oktober auf den regulären Haushalt noch ausstehenden 756 Millionen US-Dollar fielen 94 Prozent auf einen einzelnen Mitgliedstaat und sechs Prozent auf die restlichen Mitgliedstaaten. "Ohne Frage wird das Endresultat für 2008 davon abhängen, wie sich diese Länder in den nächsten Wochen verhalten", sagt Ban Ki-moon.

Die ausstehende Summe für Friedenssicherungseinsätze beläuft sich mit Stand 24. Oktober auf über 2,9 Milliarden US-Dollar - etwa 198 Millionen US-Dollar mehr als zum Ende des Jahres 2007, aber 575 Millionen US-Dollar unter dem Stand vom 31. Oktober des letzten Jahres. Hinsichtlich des regulären Haushalts sind die 2,9 Milliarden US-Dollar der unbeglichenen Veranlagungen "höchst konzentriert", so der Bericht. Mehr als die Hälfte, etwa 62 Prozent, fallen auf nur zwei und 21 Prozent auf vier weitere Mitgliedstaaten.

Die Kassenbestände zum Ende 2008 werden im Fall der Gerichtshöfe und des Sanierungsgesamtplans den Schätzungen zufolge über der Summe von Ende des Jahres 2007 liegen, sich jedoch in Bezug auf den regulären Haushalt und die Friedenssicherungseinsätze auf weniger belaufen. "Möglicherweise sind darüber hinausgehende Geldentnahmen aus Rücklagen für den regulären Haushalt nötig", kündigt Ban Ki-moon an.

Der Bericht merkt außerdem an, dass die Schulden bei Truppen- und Ausrüstungsstellern am 31. Dezember vermutlich deutlich geringer sein werden als in früheren Schätzungen angenommen. Sie werden etwa 134 Millionen US-Dollar unter dem Betrag vom 31. Dezember des Vorjahres liegen. "Während die Zahlungen von Verbindlichkeiten aus Truppen und Ausrüstung bei etlichen Missionen weitestgehend beglichen wurden, fielen bei vier Missionen die Rückzahlungen aufgrund von Defiziten bei den Kassenbeständen hinter die normalen vierteljährlichen Rückzahlungen zurück", erklärt Ban Ki-moon. Dabei handelt es sich um die UNO-Mission für das Referendum in Westsahara (MINURSO), die UNO-Übergangsverwaltungsmission im Kosovo (UNMIK),             die UNO-Beobachtermission in Georgien (UNOMIG) und die UNO-Friedenstruppe in Zypern (UNFICYP).

Ban Ki-moon würdigt die 31 Mitgliedstaaten, die ihre Veranlagungen für den regulären Haushalt sowie die internationalen Gerichtshöfe, die Friedenssicherungseinsätze und den Sanierungsgesamtplan, die bis zum 24. Oktober fällig waren, voll beglichen haben. Bei den Ländern handelt es sich um Aserbaidschan, Australien, Brasilien, Bulgarien, Burundi, Dänemark, Deutschland, Finnland, Georgien, Guatemala, Irland, Italien, Kanada, Liechtenstein, Mexiko, Moldawien, Monaco, Neuseeland, Niger, Norwegen, Österreich, die Philippinen, die Russische Föderation, Samoa, Schweden, Singapur, Slowenien, Südafrika, Thailand, Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.

Der Generalsekretär spornte andere Staaten an, diesem Beispiel zu folgen. "Um die finanzielle Gesundheit der Organisation zu erhalten, bleibt es für die Mitgliedstaaten so entscheidend wie eh und je, ihre finanziellen Verpflichtungen vollständig und termingerecht zu erfüllen," betont er.

Bericht des Generalsekretärs: Verbesserung der finanziellen Situation der Vereinten Nationen, (A/63/514): http://www.un.org/Docs/journal/asp/ws.asp?m=A/63/514 (in den sechs Amtssprachen der UNO)

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