Presseaussendungen

UNIS/SGSM/155
27. November 2009

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Erfolgreiche Maßnahmen gegen Aids bestrafen Menschen nicht - sie schützen sie"

Erklärung zum Welt-Aids-Tag, 1. Dezember 2009

WIEN, 1. Dezember (UNO-Informationsdienst) - Die Welt sieht Anzeichen des Fortschritts in manchen Ländern der Aids-Epidemie Einhalt zu gebieten. Investitionen in Maßnahmen gegen Aids zeigen Resultate und retten Leben.

Zur selben Zeit übersteigen die Neuinfektionen auf globaler Ebene die erzielten Behandlungserfolge, womit Aids eine der führenden Ursachen für vorzeitigen Tod weltweit bleibt.

Am diesjährigen Welt-Aids-Tag ist unsere Herausforderung eindeutig: Wir müssen mit dem fortfahren, was funktioniert, aber wir müssen auch dringend mehr tun, um unsere Verpflichtung einzuhalten, den allgemeinen Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung bis 2010 zu erreichen.

Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn wir die Menschenrechte in Bezug auf HIV voll anwenden. Das bedeutet, jeglicher Form von HIV-bezogener Diskriminierung und Stigmata entgegenzuwirken. Es bedeutet, der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein Ende zu bereiten. Es bedeutet auch, den Zugang zu HIV-Informationen und Diensten zu ermöglichen.

Ich fordere alle Länder auf, Strafgesetze, Bestimmungen und Praktiken, die Maßnahmen gegen Aids erschweren, zu beseitigen, darunter auch Reisebeschränkungen gegen Menschen mit HIV. Erfolgreiche Maßnahmen gegen Aids bestrafen die Menschen nicht - sie beschützen sie.

In vielen Ländern institutionalisiert die Gesetzeslage Diskriminierung gegen besonders gefährdete Risikogruppen. Bis jetzt heizt die Diskriminierung gegen Sexarbeiter, Drogenkonsumenten und Männern, die mit Männern Sex haben, die Epidemie an und verhindert kosteneffiziente Interventionen. Wir müssen sicherstellen, dass Maßnahmen gegen Aids auf Tatsachen und nicht auf Ideologie basieren, und jene erreichen, die in größter Not und am stärksten betroffen sind.

Menschen, die mit HIV leben, können starke Vorbilder sein, um uns eine bessere Vorgehensweise für Vorbeugung, Gesundheit und Menschenwürde zu zeigen. Wir müssen ihren Beitrag anerkennen und ihre aktive Teilnahme in allen Aspekten der Maßnahmen gegen Aids fördern.

Lassen Sie uns an diesem Welt-Aids-Tag die Menschenrechte hochhalten für alle Menschen, die mit Aids leben und die mit dem Risiko einer Infektion konfrontiert sind, sowie für Kinder und Familien, die von der Epidemie betroffen sind. Lasst Sie uns gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise die Reaktion auf Aids nützen, um einen Fortschritt bei den Millenniums-Entwicklungszielen zu erreichen. Vor allem lassen Sie uns jetzt handeln.

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