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UNIS/INF/390
23. September 2010

UNO-Gipfel endet mit der Annahme eines globalen Aktionsplans zur Erreichung der Entwicklungsziele bis 2015

Generalsekretär sichert mehr als 40 Milliarden US Dollar für die Gesundheit von Frauen und Kindern

WIEN/NEW YORK, 23. September (UNO-Informationsdienst) - Der UNO-Gipfel zu den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) ist zu Ende gegangen mit der Annahme eines globalen Aktionsplans Erreichung der acht Anti-Armutsziele bis 2015 und dem Versprechen, die Gesundheit von Frauen und Kindern künftig stärker zu fördern.

Das Abschlussdokument des dreitägigen Gipfels - Das Versprechen halten - die Millenniums-Entwicklungsziele gemeinsam erreichen - unterstreicht die Unterstützung der Regierungschefs für die MDGs und definiert in einen konkreten Aktionsplan, wie die Ziele bis 2015 erreicht werden können. Auf der Basis von Erfolgen und Lernprozessen der letzten zehn Jahre zeigt das Dokument konkrete Schritte für alle Beteiligten auf, um die Erreichung jedes einzelnen der acht Ziele zu beschleunigen. Es unterstreicht auch die bemerkenswerten Fortschritte, die trotz der globalen Finanzkrise in den Bereichen Armutsbekämpfung, Einschulung und Verbesserung des Gesundheitsbereichs in vielen Ländern gemacht wurden; die Ziele bleiben erreichbar.

In einem gemeinsamen Versuch, die Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern zu beschleunigen, haben einige Regierungschefs von Industrie- und Entwicklungsländern gemeinsam mit Vertretern der Privatwirtschaft, Stiftungen, internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft und Forschungseinrichtungen über $US 40 Milliarden für die nächsten fünf Jahre in Aussicht gestellt. Die globale Strategie für die Gesundheit von Frauen und Kindern - eine konzertierte, weltweite Aktion, die von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon initiiert wurde - kann potentiell die Leben von 16 Millionen Frauen und Kindern retten, 33 Millionen ungewollte Schwangerschaften verhindern, 120 Millionen Kinder vor Lungenentzündung und 88 Millionen vor Verkrüppelung wegen Unterernährung schützen, die Bekämpfung von HIV/AIDS und Malaria vorantreiben und den Zugang von Frauen und Kindern zu einem qualitativ hochwertigen Gesundheitssystem und geschultem medizinischen Personal sicherstellen.

"Wir wissen, was die Leben von Frauen und Kindern retten kann, und wir wissen, dass Frauen und Kinder wichtig sind für die MDGs", sagte Generalsekretär Ban Ki-moon. "Wir sehen heute die Führungsqualitäten, die wir lange vermisst haben".

Zusätzlich sind eine Reihe von Zusagen von Regierungen, internationalen Organisationen und Partnern sowie Wirtschaftsvertretern für jedes der Entwicklungsziele auf dem vom UN Global Compact veranstalteten Private Sector Forum gemacht worden:

Ziel 1: Extreme Armut und Hunger auslöschen

  • die Weltbank wird ihre Unterstützung im Bereich Landwirtschaft im Rahmen des Landwirtschafts-Aktionsplans jährlich um $US sechs bis acht Milliarden in den nächsten drei Jahren erhöhen, von $US 4,1 Milliarden jährlich vor 2008. Dadurch sollen Einkommen, Beschäftigung und Lebensmittelsicherheit in vielen Regionen mit niedrigen Einkommen gestärkt werden.
  • Korea hat $US Dollar zugesagt for Lebensmittelsicherheit und Landwirtschaft in Entwicklungsländern.
  • Chile hat für 2011 eine Initiative Ethisches Familieneinkommen angekündigt, um die Einkommen der ärmsten Familien zu stützen.
  • Monster.com sagte zu, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche im ländlichen Indien durch erweiterten Zugang zum Jobportal Rozgarduniya.com verbessern zu wollen

Ziel 2: Grundschulbildung für alle ermöglichen

  • Die Weltbank wird ihre Investitionen in Grundbildung um $US 750 Millionen erhöhen. Im Fokus der Bemühungen sollen die Länder stehen, bei denen die Erreichung der Ziele bis 2015 unwahrscheinlich ist, besondern in Subsahara-Afrika.
  • Dell gibt $US 10 Millionen für Bildungsinitiativen im Technologiebereich

Ziel 3: Gleichstellung voranbringen und Frauen fördern

  • Earth Institute, Ericsson und Millennium Promise haben Connect to Learn vorgestellt, eine gemeinnützige globale Bildungsinitiative, die den Zugang zu höherer Bildung verbessern soll, besonders für Mädchen. Es werden Stipendien für drei Jahre bereitgestellt, von denen die Schulgebühren, Bücher, Uniformen und der Zugang zu Breitband-Technologie gezahlt werden. Die ersten 100 Stipendien werden in den Millenniums-Entwicklungsdörfern in Ghana und Tansania in den nächsten 100 Tagen bereitgestellt.
  • UPS International hat $US 2 Millionen für den Weltverband der Girl Guides und Girl Scouts zugesagt. Damit sollen Frauen durch Führungsseminare und Umweltprogramme in 145 Ländern unterstütz werden.
  • ExxonMobil stellt $US 1 Million in Zusammenarbeit mit Ashoka's Changemakers, dem International Council on Research on Women und Thunderbirds Emerging Markets Laboratory bereit um Technologien zu entwickeln, die Frauen dabei helfen, ihre Produktivität zu erhöhen und effektiver am Wirtschaftsgeschehen teilzunehmen. 13.500 Leute sollen direkt vom Programm profitieren, indirekt mehr als 475.000 in den nächsten zwei Jahren.

Ziel 4: Sterblichkeit von Kindern reduzieren und Ziel 5: Gesundheit von Müttern verbessern

  • vgl. detaillierte Liste der Zusagen von $US 40 Milliarden, die für die Strategie des Generalsekretärs zur Gesundheit von Frauen und Kindern gedacht sind unter www.un.org/sg/globalstrategy.
  • Kanada hat seine Zusage bekräftigt, $US 10 Milliarden von G8 und nicht-G8 Regierungschefs, Hauptgebern und privaten Stiftungen in den nächsten fünf Jahren durch die Muskoka Initiative für die Gesundheit von Müttern und Kindern, die auf dem G8-Gipfel beschlossen wurde, zu mobilisieren.
  • Trinidad und Tobago haben die Gründung eines Children's Life Fund angekündigt, der medizinische Nothilfe für Kinder finanzieren soll.
  • LifeSpring Hospitals hat angekündigt, 82.000 Frauen und deren Familien in Indien Zugang zur Gesundheitsversorgung bereit zu stellen. In den nächsten fünf Jahren wird LifeSpring die Anzahl der Krankenhäuser im ländlichen Indien von neun auf 200 erhöhen.

Ziel 6: HIV/AIDS, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

  • Frankreich will $US 1,4 Milliarden für den Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis und Malaria für 2011 bis 2013 geben, eine Steigerung um 20 Prozent. Dies ist die erste aus einer Reihe von Zusagen, die für den Fonds im Rahmen des Wiederauffüllungstreffens vom 4.-5. Oktober erwartet werden. (46 Prozent dieser Zusage - der Anteil, der direkt der Gesundheit von Frauen und Kindern zugeordnet werden kann, ist in den $US 40 Milliarden für die Global Strategy for Women's and Children's Health enthalten).
  • Großbritannien hat angekündigt, seine finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen Malaria von 150 Millionen Pfund auf 500 Millionen Pfund bis 2014 verdreifachen zu wollen.
  • Die Weltbank will seine Gesundheitsprogramme um $US 600 Millionen bis 2015 aufstocken, um die Gesundheitsversorgung in 35 Ländern, speziell in Asien und Afrika zu verbessern.
  • Sumitomo Chemical spendet 400.000 Malarianetze an die Millenniums-Dörfer von 2010 bis 2011. In 2006 wurden bereits 330.000 Netze gespendet.

Ziel 7: Nachhaltigkeit der Umwelt sichern

  • Die Vereinigten Staaten haben zugesagt, $US 50 Millionen in den nächsten fünf Jahren für eine Global Alliance for Clean Cookstoves geben zu wollen, um 100 Millionen neue Herde in Küchen zu installieren.
  • Kamerun hat ein Entwicklungsprogramm im Energiesektor angekündigt, um die Energieproduktion bis 2015 zu verdoppeln und bis 2020 zu verdreifachen.
  • WaterHealthInternational sagte zu, 75 Wasser-Reinigungsanlagen in Bangladesch bauen zu wollen und sein Netzwerk in Indien auf 100 weitere Dörfer zu erweitern. So soll sauberes Wasser für 175.000 Menschen bereitgestellt werden.
  • PepsiCo will sauberes Wasser für drei Millionen Leute bis 2015 bereitstellen.

Ziel 8: Globale Zusammenarbeit für Entwicklung

  • Die Europäische Union hat eine Milliarde Euro bereit gestellt für bedürftige Länder in den Bereichen, in denen sie noch am weitesten von der Zielerreichung entfernt sind
  • Belgien gibt 400.000 Euro für die Fourth United Nations Conference on Least Developed Countries, die 2011 in Istanbul/Türkei stattfinden wird.

Mehr Informationen unter www.un.org/en/mdg/summit2010

 

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