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UNIS/OUS/127
30. Januar 2012

Regierungen, Betreiber von Autobahn- und Schnellstraßennetzen und Interessensvertreter aus Österreich und der Slowakei stärken die ökologische Verbindung zwischen den Alpen und den Karpaten

Internationale Konferenz für den Alpen-Karparten-Korridor
30. Januar 2012, Bratislava, Slowakei

WIEN/BRATISLAVA, 30. Januar (UNO-Informationsdienst) - Die am heutigen Tag stattfindende internationale Alpen-Karpaten-Korridor (AKK) Konferenz in Bratislava (Slowakei) ist ein wichtiger Meilenstein für den Schutz und die Revitalisierung der ökologischen Verbindung zwischen den Alpen und den Karparten.

Die wichtigsten Vertreter von nationalen und regionalen Behörden in Österreich und der Slowakei sowie die führenden Betreiber der Autobahn- und Schnellstraßennetze (ASFINAG und NDS) beider Ländern haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Diese Absichtserklärung legt Rahmenbedingungen für zukünftige Kooperationen fest und koordiniert Aktivitäten in den Bereichen der Raumplanung, des Verkehrs, der Infrastruktur, der Landwirtschaft und des Naturschutzes.

"Der Umweltschutz und die wirtschaftliche Entwicklung sind zwei Seiten derselben Medaille. Ich bin sehr erfreut darüber, dass wir Dank des Memorandums den Weg nach vorne aufzeigen können, wie und mit welchen Mitteln wir in einem vereinten Europa, wo Grenzen an Wichtigkeit verloren haben, eine Verkehrsinfrastruktur aufbauen und gleichzeitig zum Erhalt der natürlichen Wege für Flora und Fauna in geschützten Gebieten beitragen können," sagte Ján Figeľ, Minister für Verkehr, Aufbau- und Regionalentwicklung der Slowakei.

Die Abgeordneten des niederösterreichischen Landtags, Stephan Pernkopf und Karl Wilfing betonten die Bedeutung der Erklärung: "Die Unterzeichnung dieses Memorandums of Understanding ist ein Meilenstein für die Natur. Ein klares Zeichen: bei uns überwindet der Naturschutz Grenzen. Die weiterhin gesicherte Zusammenarbeit über Grenzen hinweg hat ein nachhaltiges Ziel: die barrierefreie Wanderung für Wildtiere und die Erhaltung des Erholungsraums für Menschen in unserem gemeinsamen Lebensraum. Diese Zusammenarbeit hat Vorzeigecharakter."

Im Zuge des österreichisch-slowakischen, grenzüberschreitenden Kooperationsprogrammes AKK kam mit der Unterstützung des Interimistischen Sekretariats der Karpatenkonvention (ISCC) des Büros des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Wien diese Absichtserklärung zu Stande.

Die Alpen und die Karpaten, Europas größte Bergketten, zählen zu den Ökoregionen mit der umfangreichsten Artenvielfalt der Erde. Vor nicht all zu langer Zeit konnten Säugetiere wie Rothirsche und Luchse (und mit ihnen jede Menge andere Arten) zwischen den beiden Gebirgsregionen umherwandern, ohne dabei auf Hindernisse zu stoßen. Ihre traditionellen Wanderrouten kreuzten die Region rund um Wien, Bratislava und Sopron, also eine Region, die zu den wirtschaftlich dynamischsten in Europa gehört. "Die Karpaten beheimten Europas größte Population von Braunbären, Wölfen, Luchsen, europäischen Bisons und Kaiseradlern - die heute alle zu den gefährdeten Tierarten zählen. Die Schaffung von solchen ökologischen Korridoren wird die ungestörte Wanderung der Tiere zwischen den Gebirgsketten absichern", sagte der slowakische Umweltminister, József Nagy.

Das AKK-Projekt hat sich in Kooperation mit der Abteilung Umweltschutz der niederösterreichischen Landesregierung zum Ziel gesetzt, den ökologischen Korridor zwischen den Karpaten und den Alpen in diesem Bereich wiederherzustellen. Erste Ergebnisse zu Untersuchungen beispielsweise über die Verringerung der Auswirkungen der Autobahninfrastruktur werden in Raumplanungsinstrumente und Anlagestrategien sowie in den Bau von Wildtierpassagen integriert. Die Bedeutung und der Beitrag des Projekts wurde bereits auf unterschiedlichen politischen Ebenen anerkannt. Darunter auch von der Europäischen Union, die die AKK-Pläne als Flaggschiff-Projekt für ihre eigene Strategie im Donauraum betrachtet. Das Projekt ist auch unter den Finalisten des RegioStars Awards 2012.

Weitere Informationen über das AKK-Projekt finden Sie unter www.alpenkarpatenkorridor.at oder www.alpskokarpatskykoridor.sk

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Für weitere Informationen kontaktieren Sie:

Matthias Jurek
Interim Secretariat of the Carpathian Convention (ISCC) - UNEP Vienna
EURAC Expert
Tel: (+43-1) 26060-4326
Email: matthias.jurek[at]unvienna.org