Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/640
20. Juni 2015

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

Erklärung zum Weltflüchtlingstag

20. Juni 2015

WIEN, 20. Juni (UNO-Informationsdienst) - An diesem Weltflüchtlingstag wollen wir uns an die Not von Millionen Menschen weltweit erinnern, die gezwungen waren, ihr Zuhause infolge von Konflikten und Verfolgung zu verlassen. Ende 2014 wurden weltweit 59,5 Millionen Menschen - die höchste jemals verzeichnete Zahl - gewaltsam vertrieben. Das bedeutet, dass heute einer  von 122 Menschen entweder Flüchtling,  Binnenvertriebener oder Asylsuchender ist. 

Der anhaltende Konflikt in Syrien, wie auch die Krisen im Irak, in der Ukraine, im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, im Nordosten Nigerias and in Teilen Pakistans haben zu einem Anstieg und der Beschleunigung einer weltweit gewaltsamen Vertreibung geführt. 2014 wurden jeden Tag 42.500 Menschen zu Flüchtlingen, Asylsuchenden oder Binnenvertriebenen - eine Zahl, die sich in nur vier Jahren vervierfacht hat. Gleichzeitig blieben viele langjährige Konflikte ungelöst und die Zahl der Flüchtlinge, die vergangenes Jahr nach Hause zurückkehren konnten, war die niedrigste in mehr als drei Jahrzehnten. Langwierige Asylsituationen dauern mittlerweile durchschnittlich 25 Jahre.

Eine wachsende Flut von entwurzelten Menschen sucht Schutz vor Verfolgung und Gewalt. Viele von ihnen haben keine andere Wahl, als über gefährliche Wege in Sicherheit zu gelangen. Dies wurde uns durch den starken Anstieg irregulärer Schiffsfahrten im Mittelmeer, in Südostasien und anderswo gezeigt. In Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass sich Regierungen und Gesellschaften auf der ganzen Welt erneut verpflichten, jenen Menschen Unterkunft und Sicherheit zu gewähren, die aufgrund von Konflikten oder Verfolgung alles verloren haben. Mit 86 Prozent aller Flüchtlinge in den Entwicklungsländern und mit einem immer mehr überforderten humanitären System sind internationale Solidarität und Lastenverteilung wichtig, um die Bedürfnisse der vertriebenen Gemeinschaften wie auch der Unterbringer zu decken.

Füchtlinge sind Menschen wie du und ich. Bevor sie vertrieben wurden, haben sie ein normales Leben geführt und ihr größter Traum ist, wieder normal leben zu können. An diesem Weltflüchtlingstag wollen wir uns das gemeinsame Menschsein zurückrufen, Toleranz und Vielfalt zelebrieren sowie offene Herzen für Flüchtlinge überall auf der Welt.

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