Presseaussendungen

UNIS/INF/171
SG/SM/10671
OBV/580
19. Oktober 2006

Generalsekretär Kofi A. Annan Botschaft zum Tag der Vereinten Nationen

24. Oktober 2006

NEW YORK 9. Oktober (UNO-Hauptquartier) -- Zum zehnten und letzten Mal wünsche ich, als Generalsekretär, Freunden und Kollegen auf der ganzen Welt alles Gute zum Tag der Vereinten Nationen.  Ich habe fast mein ganzes Berufsleben für die Vereinten Nationen gearbeitet  - dieser Tag und die Werte, für die er steht, werden für mich daher immer von spezieller Bedeutung sein. 

Während der letzten zehn Jahre haben wir in unserem gemeinsamen Kampf für Entwicklung, Sicherheit und Menschenrechte einige große Schritte vorwärts gemacht.

  • Fördermittel und Schuldenerlässe wurden erhöht, um damit die Weltwirtschaft einigermaßen fairer zu machen. 
  • Die weltweite Reaktion auf HIV/AIDS hat sich erhöht.
  • Es gibt weniger Kriege zwischen Staaten als früher, viele Bürgerkriege sind beendet worden. Mehr Regierungen werden von Menschen gewählt und sie sind jenen Menschen, die sie regieren, auch verantwortlich.  
  • Alle Staaten haben - zumindest in Worten - ihre Verantwortung anerkannt, Menschen vor Völkermord, Kriegsverbrechen, ethnischen Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschheit zu schützen. 

Aber es muss noch so vieles getan werden:

  • Die Kluft zwischen arm und reich wächst weiter.  
  • Nur wenige Länder werden bis 2015 alle acht Millenniumsentwicklungsziele erreichen.
  • Viele Menschen sind noch immer Gräueltaten, Unterdrückung und brutalen Konflikten ausgesetzt.
  • Das Regime zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen bedarf dringender Aufmerksamkeit.
  • Terrorismus, sowie die Reaktionen darauf, verbreiten Angst und Mißtrauen.

Es scheint, als ob wir uns nicht einmal darüber einigen könnten, welche Bedrohungen die wichtigsten sind. Jene, die auf einer kleinen Insel leben, sehen vielleicht die globale Erwärmung als größte Gefahr an.  Jene, die in einer Stadt leben, die von Terrorangriffen betroffen war - wie New York, Bombai oder Istanbul - haben vielleicht das Gefühl, dass der Kampf gegen den Terrorismus am dringlichsten sei.  Andere wiederum nennen vielleicht Armut, Krankheit oder Völkermord. 

Die Wahrheit ist, dass dies alles globale Bedrohungen sind.  Wir alle sollten uns um  alle Bedrohungen sorgen.  Andernfalls werden wir wahrscheinlich nicht einmal eine davon erfolgreich bewältigen können. 

Gerade zum jetzigen Zeitpunkt können wir es uns nicht leisten, uneinig zu sein. Ich weiß dass Sie, die Völker dieser Welt, das verstehen.  Ich danke Ihnen für all die Unterstützung und den Mut, die Sie mir gegeben haben, während dieser zehn schwierigen, aber aufregenden Jahre. 

Bitten Sie Ihre Staats- und Regierungschefs, mit meinem Nachfolger zusammen zu arbeiten und die Vereinten Nationen noch stärker und effektiver zu machen. 

Lang lebe unser Planet und seine Völker.  Lang leben die Vereinten Nationen!

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