Presseaussendungen

UNIS/SGSM/013
22. Juni 2007

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon

Mit politischer Führung und hinreichenden Ressourcen können wir Drogenmissbrauch vermeiden, behandeln und kontrollieren

Erklärung zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel am 26. Juni 2007

Wien / New York, 22. Juni 2007 (UNO Informationsdienst) -- Drogenmissbrauch ist ein Problem, dass vermieden, behandelt und kontrolliert werden kann. Einerseits  müssen wir unsere Bemühungen intensivieren um das Drogenangebot zu verringern, indem wir den Erzeugern illegaler Anbaupflanzen unterstützen legale und existenzsichernde Alternativen zu finden, und indem wir sicherstellen, dass Polizeikräfte und Strafverfolgungsbehörden ihre erfolgreiche Arbeit fortführen können. Anderseits gilt es die Nachfrage zu verringern, was die weitaus größere Herausforderung im Rahmen der globalen Drogenbekämpfung darstellt. Geringere Nachfrage verringert das Angebot und den Anreiz für Kriminelle mit Drogen zu handeln.

Der Kampf gegen den Drogenmissbrauch ist ein gemeinsames Bestreben. Er bedarf an politischer Führung und hinreichender Ressourcen, besonders an vermehrten und qualitativ besseren Behandlungseinrichtungen. Dieser Kampf benötigt das Engagement von Eltern und Lehrern, sowie von der Gesundheitsversorgung und von Sozialarbeitern. Auch die Medien und die Strafverfolgungsbehörden müssen ihren Teil beitragen.

Alle Gesellschaftsschichten müssen ihre Kräfte vereinen und den Gefährdeten ihre besondere Aufmerksamkeit widmen: denjenigen, die aufgrund ihrer persönlichen oder familiären Situation gefährdet sind Drogen zu nehmen, und auch denjenigen, die gefährdet sind weil sie bereits Drogen nehmen. Unsere Mission ist es, diesen Menschen zu helfen ihr Leben in die Hand zu nehmen, anstatt zu erlauben, dass Drogen ihr Leben bestimmen. Das bedeutet junge Menschen bei der Hand zu nehmen, ihnen Arbeitsplätze zu bieten, und ihnen die Möglichkeit zu geben sich zu engagieren, sodass ihre Aktivitäten dem Leben Sinn und Wert verleihen. Es bedeutet auch Eltern zu unterstützen, die ihren Kindern Liebe und Führung geben wollen. Und es bedeutet benachteiligten Gruppen zu begegnen und sicherzustellen, dass sie die notwendige Fürsorge erhalten um medizinische, psychologische oder soziale Probleme bewältigen zu können. Es bedeutet Gründe zur Hoffnung zu bieten.

Für jene die mit Drogenabhängigkeit kämpfen ist eine effektive Behandlung lebensnotwendig. Drogenmissbrauch ist eine Krankheit deren Behandlung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen muss und nicht auf Ideologie basieren darf.

Ich appelliere an die Mitgliedsstaaten der Früherkennung mehr Aufmerksamkeit zu widmen, und mehr zu tun, um die Verbreitung von Krankheiten durch Drogenkonsum - wie HIV und Hepatitis - zu verhindern. Ich appelliere an sie, alle Formen der Drogensucht zu behandeln und die Behandlung von Suchtkranken in die allgemein zugängliche Kranken- und Sozialversorgung zu integrieren.

Drogenmissbrauch bereitet den Betroffenen und deren Familien und Freunden Leid und Schmerz. Er zerstört die Struktur menschlichen Lebens, der Familie und der Gesellschaft. Dies ist ein Thema, dass jeder von uns betrifft. Lasst uns an diesem Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel sicherstellen, dass es in unserem Leben und unserer Gesellschaft keinen Platz für Drogen gibt.

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