Presseaussendungen

UNIS/SM/016
7. August 2007

Internationaler Tag der indigenen Völker

Gemeinsame Erklärung von Louise Arbour, Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, und von Rodolfo Stavenhagen, Sonderberichterstatter über die Menschenrechtssituation und Grundfreiheiten der indigenen Völker

Wien / Genf, 7. August 2007 (UNO-Informationsdienst) -- Bei der Begehung des Internationalen Tags der indigenen Völker werden viele der ausgegrenzten Völker der Welt aufmerksam verfolgen, wie die Generalversammlung in den nächsten Tagen in Bezug auf die Erklärung über die Rechte der indigenen Völker entscheiden wird.

Die Erklärung begründet die Standards des internationalen Menschenrechts für den Schutz der Rechte der indigenen Völker und ist im Juni 2006 durch den Menschenrechtsrat - das grundlegende internationale Menschenrechtsorgan der Vereinten Nationen - verabschiedet worden. 20 Jahre hat ihre Erarbeitung gedauert und die Erfahrungen von tausenden Vertretern indigener Völker, die sich über ihre Ängste und Hoffnungen ausgetauscht haben, sind einbezogen worden.

Nun, da wir kurz vor dieser historischen Entscheidung der Generalversammlung stehen, ist die Zeit gekommen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen aufzurufen, die Erklärung einstimmig zu verabschieden und so einen universalen Rahmen für die Rechte der indigenen Völker sowie für soziale Gerechtigkeit und Versöhnung zu bilden.

Die Verabschiedung dieser Erklärung durch den Menschenrechtsrat sollte als Impuls für neue Bemühungen der internationalen Gemeinschaft angesehen werden, die dringendsten Anliegen der 370 Millionen Angehörigen indigener Völker anzugehen, insbesondere die zwei wahrscheinlich wichtigsten Aspekte: Armut und Ausgrenzung.

Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben sich im Jahr 2000 zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele verpflichtet - besonders zur Halbierung der Armut bis zum Jahr 2015. Es wurden zwar Fortschritte in der Umsetzung erzielt, aber jetzt, da wir die Halbzeit erreicht haben, wird es immer eindeutiger, dass die indigenen Völker bei diesen globalen Bemühungen vernachlässigt werden. Sie gehören weiterhin zu den Ärmsten der Welt, werden aber kaum in den Berichten über die Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele erwähnt.

        Während man am Internationalen Tag der indigenen Völker die Unterschiede und Vielfältigkeit der Menschheit feiert, sollte dieser Tag auch an die Ausgrenzung erinnern, mit der die indigenen Völker fortwährend konfrontiert werden. Zur Halbzeit bis zum Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele und zur bevorstehenden Annahme der Erklärung durch die Generalversammlung, ist es an der Zeit, die Staaten und die internationale Gemeinschaft dazu aufzurufen, den indigenen Völkern entgegenzukommen und sicherzustellen, dass die Versprechen der Staatschefs zur Jahrtausendwende auch ihnen Vorteile bringen.

* *** *