Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/1102
26. Januar 2021

UNO-Generalsekretär António Guterres

Erklärung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

27. Januar 2021

Heute erinnern wir an die sechs Millionen Juden und Millionen anderer, die im Holocaust von den Nazis und ihren Mitarbeitern systematisch ermordet wurden.

Das diesjährige Jubiläum findet im Schatten der COVID-19-Pandemie statt, die langjährige Spaltungen und Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft aufgedeckt hat und zu einem Wiederaufleben von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit beigetragen hat.

Zwei Jahrtausende von Diskriminierung, Angriffen, Vertreibungen und regelmäßigen Massenmorden an Juden führten zum Holocaust. Mit ihm hätte der Antisemitismus enden sollen. Aber das tat er nicht.

Der Antisemitismus bleibt bestehen.

Heute sind Rechtsextreme und Neonazis wieder auf dem Vormarsch, organisieren und rekrutieren sich grenzüberschreitend und verstärken ihre Bemühungen, die Geschichte einschließlich des Holocaust zu leugnen, zu verfälschen und umzuschreiben.

Die COVID-19-Pandemie hat ihnen neue Möglichkeiten eröffnet, Minderheiten ins Visier zu nehmen, basierend auf Religion, Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität, sexueller Orientierung, Behinderung oder Einwanderungsstatus.

Wir müssen dringend gemeinsam vorgehen, um sie zu stoppen.

Während der Erholung von der COVID-19-Pandemie müssen wir die durch die Pandemie aufgedeckten Fragilitäten und Lücken beseitigen und unsere gegenseitige Verbundenheit auf der Grundlage unserer gemeinsamen Menschlichkeit stärken.

Dieses Jahr muss ein Jahr der Heilung sein. Heilung von der Pandemie und Heilung unserer zerbrochenen Gesellschaften, in denen Hass allzu leicht Wurzeln geschlagen hat.

Unser bestes Tribut an die Opfer sowie den Überlebenden des Holocaust ist die Schaffung einer Welt der Gleichheit, der Gerechtigkeit und der Würde für alle.

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