Presseaussendungen

UNIS/INF/254
18. Dezember 2007

Bessere Ausbildung ist für viele Jugendliche noch kein Sprungbrett aus der Armut

Weltjugendbericht 2007 - Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter: Fortschritt und Herausforderungen

WIEN, 18. Dezember 2007 (UNO-Informationsdienst) - Jugendliche der heutigen Zeit sind die bestausgebildete junge Generation in der Geschichte. Allerdings ist der Übergang für viele Jugendliche zum Erwachsenenalter durch Armut und die Unfähigkeit angemessene Arbeit zu finden verlangsamt, wie die Vereinten Nationen in einem heute vorgestellten Bericht darstellen.

Investitionen in die Jugend sind in allen Regionen über die Jahre hinweg verbessert und der Zugang Jugendlicher zu Bildung ist ausgeweitet worden, zeigt der der Weltjugendbericht 2007 - Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter: Fortschritt und Herausforderungen. Wo die öffentliche Ausbildung zurückbleibt, ist häufig die private Ausbildung im Aufwind. Weitaus mehr Jugendliche als jemals zuvor, inklusive Mädchen, haben die Grundschule abgeschlossen und viele verfügen nun über den Zugang zu höherer Bildung.

Mangelnder Zugang zu Gesundheitsdiensten und qualitativer Bildung behindert den Übergang zum Erwachsenenalter

In allen Regionen der Welt ist der Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter von Armut beeinträchtigt. Aufgrund von Armut und manchmal wegen sozialer und kultureller Hemmnisse sind viele Jugendliche vom Zugang zu qualitativer Bildung, angemessener Arbeit, Gesundheitsdiensten und anderen öffentlichen Diensten ausgeschlossen. Das Erreichen des Schulabschlusses variiert nach dem finanziellen Vermögen in den meisten Ländern weltweit. Trotz Maßnahmen für einen kostenlosen Schulbesuch in vielen Ländern, sind die Kosten für Bücher, Schuluniformen und -beförderung für viele Haushalte zu hoch.

In vielen Teilen der Welt haben Jugendliche eingeschränkten Zugang zu qualitativer medizinischer Versorgung, obwohl sie einer schwierigeren Umwelt ausgesetzt sind. Mangelnde Bildung und Verhütung führt zu frühen Schwangerschaften, die Gesundheitsrisiken bergen und die zukünftigen Chancen der jungen Mütter verringern. Die zunehmende Zahl neuer Gesundheitsrisiken, vor allem die HIV/Aids-Epidemie, haben die Schwierigkeiten erhöht, denen Jugendliche in mehreren Regionen gegenüberstehen; vor allem in Afrika und in den Transformationsländern Osteuropas und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten.

Als ein Viertel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter kann die Gruppe der 15 bis 24-Jährigen eine Schlüsselressource für Entwicklung sein

Aufgrund ihrer schieren Masse, aber auch aufgrund des höheren Bildungsniveaus sind die 1,2 Milliarden jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren, die 18 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, ein wichtiger und ausschlaggebender Teil des Entwicklungsprozesses unserer Gesellschaften, wie der Weltjugendbericht zeigt. Niemals zuvor hatte diese Altergruppe einen so großen Anteil an der Gesamtbevölkerung. Weiterhin stellen die 15 bis 24-Jährigen 25 Prozent der Weltbevölkerung im erwerbsfähigen Alter dar.

Der Weltjugendbericht unterstreicht, dass Politiker sich nicht nur auf die Entwicklung der Fähigkeiten junger Menschen durch größere Investitionen in Bereichen wie Erziehung, Gesundheit und Praxisausbildung konzentrieren dürfen. Sie müssen auch Möglichkeiten für junge Menschen schaffen und wahren, um an der Entwicklung mit Priorität teilzunehmen.

Der Bericht ruft besonders alle Beteiligten dazu auf, die Diskriminierung junger Frauen zu beseitigen, um ihren Zugang zu Bildung und den Alphabetisierungsgrad zu erhöhen; dies beinhaltet auch außerschulische Bildung. Ebenso zielt dies darauf ab, die Entwicklung geschlechtssensibler Programme zu entwerfen, inklusive Sexual- und Fortpflanzungsmedizin. Der Bericht merkt an, dass eine Verbesserung der Bildung von Mädchen nicht zu verbesserten Arbeitsplatzchancen geführt hat. Besondere Anstrengungen müssen unternommen werden, um die Fähigkeiten junger Frauen auszubilden, damit sich ihre Anstellungschancen erhöhen und die Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau beseitigt werden.

Arbeit im informellen Sektor ist zu oft erster statt letzter Ausweg

Weil in den meisten Länder die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist, wenden sich viele junge Menschen dem informellen Sektor zu, wo sie lange Arbeitszeiten haben, geringes Einkommen beziehen und über keine soziale Sicherheit verfügen. Während die Jugend von der Globalisierung und den damit verbunden Politikwandel profitiert hat, ist sie zugleich auch Opfer des Prozesses, legt der Weltjugendbericht 2007 dar. Das Schrumpfen des Arbeitsmarkts in Verbindung mit der Globalisierung betrifft Jugendliche häufig als erstes, da oft sie es sind, die als letzte angestellt und als erste wieder entlassen werden.

Migration ist ein Ausweg für viele

Der Bericht sieht Migration als allgemeine Antwort der Jugendlichen aus Entwicklungsregionen. Von Asien bis Afrika, von Lateinamerika bis kleinen Entwicklungsinselstaaten - Jugendliche, die wenig Alternativen vor Ort haben, emigrieren in großer Zahl auf der Suche nach Chancen im Ausland. Der Weltjugendbericht warnt davor, dass viele Jugendliche in industriellen Marktwirtschaften, obwohl diese viele Vorteile gegenüber anderen Weltregionen haben, ungleiche Chancen haben und dass viele junge Migranten in diesen Regionen of ganz unten auf der sozialen Leiter stehen.

Der Bericht stellt fest, dass die soziale Integration von Emigranten ungenügend bleibt, unabhängig von der Tatsache, dass einige Jugendlichen mit Emigrationshintergrund erfolgreich waren und sich gut in industrielle Marktwirtschaften integriert haben. Viele neue Herausforderungen an die Ursprungsgesellschaft und an die Aufnahmeländer, die von Regierungen und anderen Beteiligten angegangen werden müssen.

Der Weltjugendbericht 2007 ruft Politiker auf, erstrangig die Hürden, die weiterhin die Teilnahme von Jugendlichen an der Entwicklung ihrer Gesellschaft behindern anzugehen. Der Bericht legt dar, dass Jugendliche nicht passiv auf Lösungen warten, die man ihnen reicht, sondern aktiv nach Lösungen suchen. In einem förderlichen Umfeld, das Zugang zu qualitativer Bildung, fairen Arbeitschancen und Gesundheitsversorgung bietet, kann die Jugend wichtige Beiträge für den Fortschritt die Welt machen, für die sie viele Jahrzehnte verantwortlich seinen werden.

Weitere Informationen:

http://www.un.org/esa/socdev/unyin/wyr07.htm

Pressekontakt:

Patience Stephens, UN Department of Economic and Social Affairs

Tel. + 1 212 963 8390, E-mail: stephensp@un.org

Franck Kuwonu, UN Department of Public Information

Tel. +1 212 963 8264, E-mail: kuwonu@un.org

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