Presseaussendungen

UNIS/SGSM/061
5. August 2008

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Jugend und Klimawandel: Zeit zu handeln"

Erklärung zum Internationalen Tag der Jugend, 12. August 2008

WIEN, 12. August (UNO-Informationsdienst) -- Obwohl die Wissenschaft vom Klimawandel sehr komplex ist, sind die Fakten einfach: Auf unsere Welt kommen schwierige Zeiten zu. Letztes Jahr konnte ich mir selbst ein Bild davon machen, als ich die Antarktis besuchte. Dort schmilzt das Dauereis sehr viel schneller als wir ursprünglich angenommen hatten. Wenn wir uns nicht darum kümmern, könnte der Klimawandel die Fortschritte, die hinsichtlich der Millenniums-Entwicklungsziele bereits erreicht wurden, zunichte machen. Dies hätte auch ernste Folgen für den Frieden und die Sicherheit auf der Welt. Wenn wir unsere Lebensweise nicht radikal umstellen, könnte zu dem Zeitpunkt, an dem die heutige Jugend mein Alter erreicht, aus der Welt ein unwirtlicher Ort geworden sein.

Der diesjährige Internationale Tag der Jugend steht unter dem Motto: "Jugend und Klimawandel: Zeit zu handeln". Die heutige Jugend wird die Folgen des Klimawandels, die unselige Hinterlassenschaft der vorherigen Generationen, tragen müssen. Gerade in vielen Entwicklungsländern sind junge Leute - und vor allem Mädchen und junge Frauen - für den Ackerbau, die Beschaffung von Wasser und das Sammeln von Brennholz zuständig. Da sich der Klimawandel negativ auf die Verfügbarkeit von Wasser, die landwirtschaftlichen Erträge und den Bestand der Ökosysteme auswirkt, werden diese Aufgaben immer schwieriger zu erfüllen sein und immer mehr Zeit in Anspruch nehmen - Zeit, in der die jungen Leute zur Schule gehen oder anderen produktiven Aktivitäten nachgehen könnten.

Junge Leute sind jedoch in der Lage aktiv zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen: Sie gehen geschickt mit Technik um und können sehr gut neue Gewohnheiten verbreiten. Da sie sehr anpassungsfähig sind, können sie ihr tägliches Leben sehr schnell durch eine andere Lebensweise und gezielte Karriereentscheidungen CO2-arm gestalten. Deshalb sollten junge Leute die Möglichkeit bekommen, aktiv an der Entscheidungsfindung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene teilzunehmen. Außerdem können sie tatkräftig bei Initiativen mitarbeiten, durch die weitreichende Gesetze erlassen werden.

Da die Welt auf der Suche nach saubereren und nachhaltigeren Energien ist - einschließlich erneuerbarer Energien - werden wir viel von der Tatkraft der Jugend benötigen. Der Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft, den die jungen Leute hoffentlich im Laufe ihres Lebens miterleben werden, bietet unglaubliche Möglichkeiten. Nicht zuletzt wird die Wirtschaft, die dank der sauberen Energien und der technologischen Innovationen wachsen wird, Arbeitsplätze schaffen, wodurch das weltweit ernste Problem der Jugendarbeitslosigkeit entschärft werden könnte.

An diesem Internationalen Tag der Jugend möchte ich alle jungen Leute der Welt dazu aufrufen, ihre Tatkraft und ihre brillanten Ideen zu nutzen, um unseren Planeten sicherer und nachhaltiger zu machen.

* *** *