Presseaussendungen

UNIS/INF/352
14. Januar 2010

Ban Ki-moon fordert internationale Unterstützung
nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti

WIEN, 14. Januar (UNO-Informationsdienst) - UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon richtete einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft, Haiti zu unterstützen, die Folgen des katastrophalen Erdbebens, das die Hauptstadt des verarmten Karibikstaates verwüstete, zu bewältigen.

Gebäude und Infrastruktur in Port-au-Prince haben erhebliche Schäden erlitten. Die Grundversorgung mit Trinkwasser und Strom steht kurz vor dem Zusammenbruch. Das volle Ausmaß der Verluste sei noch nicht bekannt, so Ban Ki-moon.

Zehntausende Menschen leben auf der Strasse. Viele weitere sind noch immer unter den Trümmern eingeschlossen. Schätzungen zufolge ist ein Drittel der 9 Millionen Menschen, die in Haiti, der ärmsten Nation der westlichen Hemisphäre, leben, von der Katastrophe betroffen.

"Ohne Frage wird eine großangelegte Hilfsaktion nötig sein," erklärte der Generalsekretär gestern in einer informellen Notstandssondertagung der UNO-Generalversammlung.

Gemeinsam mit dem UNO-Sondergesandten für Haiti, dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, fügte Ban Ki-moon hinzu, dass die Krise - ausgelöst durch ein Erdbeben mit der Stärke 7.0 - den Schäden, die in Haiti im Jahr 2008 durch eine Reihe von Wirbelstürmen ausgelöst wurden "entspricht, wenn sie sie nicht gar übersteigt."

Die Vereinten Nationen bestätigten, dass 16 Friedenssicherungskräfte, die für die UNO- Stabilisierungsmission in Haiti (MINUSTAH) tätig waren - ein Argentinier, elf Brasilianer, ein Tschader und drei Jordanier - in dem Erdbeben umkamen. Beamte mutmaßen, dass die Zahl der Todesopfer in den kommenden Tagen steigen wird.

Das Christopher Hotel, in dem das UNO-Hauptquartier untergebracht ist, ist wie andere Gebäude der Vereinten Nationen eingestürzt. 150 UNO-Mitarbeiter - darunter Hédi Annabi, der Sonderbeauftragte des UNO-Generalsekretärs - gelten als vermisst.

Das Erdbeben "ist eine Tragödie für das haitianische Volk und die Vereinten Nationen", sagte der höchste Friedenssicherungsbeamte der Vereinten Nationen, Alain Le Roy.

Es wird erwartet, sagte er, dass dieses Erdbeben die höchste Zahl an Menschenleben wie in keiner UNO-Mission zuvor fordern wird, und auch das Bombenattentat auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen im Irak im Jahr 2003 übertreffen wird, bei dem 22 Menschen, darunter der UNO-Sonderbeauftragt, Sergio Vieira de Mello, ums Leben kamen.

MINUSTAH wurde im Jahr 2004 eingerichtet and hat zur Zeit mehr als 9000 Militär- und Polizeikräfte und beinahe 2000 zivile Mitarbeiter.

Etwa 3000 Angehörige der Missionstruppen und Polizisten sind in und um Port-au-Price stationiert und unterstützen die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und die Hilfsaktionen. Sie haben auch damit angefangen, einige der Hauptstrassen zu sichern, um den Hilfskräften zu ermöglichen, jene zu erreichen, die in Not sind.

"Priorität hat die Suche und Bergung" durch Teams der Vereinigten Staaten, Chinas, Frankreichs, der Dominkanischen Republik und anderen, die auf dem Weg nach Haiti sind, sagte der Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten der Vereinten Nationen, John Holmes.

Ban Ki-moon, der in engen Konsultationen mit den Regierungen Haitis, der Vereinigten Staaten und anderen steht, erklärte Medienvertretern nach der Tagung der UNO-Generalversammlung, dass viele Länder Such- und Rettungsteams, Flugzeuge, mobile Krankenhäuser und andere humanitäre Güter, die dringend gebraucht werden, sofort bereitstellen.

Er drückte seine Hoffnung aus, dass "die Staatengemeinschaft gemeinsam Haiti hilft, diesen letzten Schock zu überstehen, und mit der Arbeit für den sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau beginnt, der diese stolze Nation voran bringen wird.

Reportern erklärte der Generalsekretär seine Dankbarkeit gegenüber Staaten, die den Opfern des Erdbebens schnell zu Hilfe kommen, und rief die Welt auf: "Eilt Haiti in dieser Stunde der Not zu Hilfe."

Ban Ki-moon entsendet Edmond Mulet, den ehemaligen Sonderbeauftragen für Haiti und jetzigen Beigeordneten Generalsekretär für Friedenssicherungseinsätze, ins Land, um das volle Kommando über die UNO-Mission zu übernehmen.

Darüber hinaus hat er die Bereitstellung von 10 Millionen US-Dollar des Zentralen Fonds für die Reaktion auf Notsituationen (CERF) veranlasst, um damit humanitäre Hilfsaktionen anzukurbeln. Es wird erwartet, dass ein kurzfristiger Aufruf für Haiti in den nächsten Tagen gestartet wird.

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Transkripte von Erklärungen des UNO-Generalsekretärs vor der Presse (nur auf Englisch):

http://www.unis.unvienna.org/unis/pressrels/2010/unisinf350.html

http://www.unis.unvienna.org/unis/pressrels/2010/unisinf351.html

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