Presseaussendungen

UNIS/INF/354
18. Januar 2010

UNO-Generalsekretär verspricht Unterstützung für Erdbebenopfer in Haiti

WIEN, 18. Januar (UNO-Informationsdienst) - Der UNO-Generalsekretär wird vorrausichtlich heute den UNO-Sicherheitsrat über seinen Besuch der haitianischen Hauptstadt, die in der vergangenen Woche durch ein katastrophales Erdbeben zerstört wurde, unterrichten. Am Sonntag drückte er erneut die Unterstützung der Vereinten Nationen für die Opfer der Katastrophe aus. Die UNO "wird auch weiterhin hinter dem haitianischen Volk stehen," erklärte Ban Ki-moon in der Hauptstadt Port-au-Prince, die am 12. Januar besonders hart von dem Beben getroffen wurde. Schätzungsweise ein Drittel der haitianischen Gesamtbevölkerung von neun Millionen Menschen ist betroffen.

Der Generalsekretär besuchte gemeinsam mit dem Nothilfe-Koordinator der Vereinten Nationen, John Holmes, und anderen hochrangigen UNO-Mitarbeitern Gebiete, die von der Katastrophe betroffen wurden, und traf mit dem haitianischen Präsidenten René Préval und anderen Regierungsbeamten sowie Vertretern der UNO-Mission in Haiti zusammen.

Der Generalsekretär hob während des Besuchs drei oberste Prioritäten hervor: der weiterbestehende Bedarf an Such- und Bergemaßnahmen, Nothilfe, darunter mit Nahrungsmitteln, Wasser, Zelten und deren Verteilung an die Hilfsbedürftigen durch die UNO und ihre Partnerorganisationen sowie die Koordination der Nothilfe-Maßnahmen.

Mehr als 40 Teams aus aller Welt mit mehr als 1800 Mitarbeitern und mehr als 160 Suchhunden arbeiten unermüdlich, um die Überlebenden, die unter den Trümmern begraben sind, zu retten. Such- und Berge-Teams haben am Samstag weitere als 13 Überlebende geborgen, womit sie insgesamt 71 Menschen gerettet haben - ein Rekord bei Such- und Berge-Maßnahmen in städtischen Gebiet nach einem Erdbeben. Ein UNO-Mitarbeiter, Jens Kristensen aus Dänemark, wurde am Sonntag lebend aus den Trümmern des Christopher Hotel, geborgen.

Der UNO-Generalsekretär besuchte das zerstörte Christopher Hotel, das das Hauptquartier der Weltorganisation in Haiti beherbergte. Unter anderem starben in dem Hotel der Sonderbeauftragte des UNO-Generalsekretärs für Haiti, Hédi Annabi, dessen Stellvertreter, Luiz Carlos da Costa, und der amtierende Polizeikommissar Doug Coates von der Königlichen Kanadischen Berittenen Polizei.

Ausweitung der humanitären Operationen

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat 4 Verteilungsstellen in Port-au-Prince eingerichtet und bereits 73.000 Menschen (Stand 17. Januar) geholfen.

Die Lage bezüglich Treibstoff wird immer kritischer. Beschränkungen für Treibstoff sind inzwischen erlassen worden. Der Flughafen ist stark überlastet und arbeitet nicht mit voller Kapazität. Der Hafen ist nicht operationell.

Mindestens 20.000 Zelte und Unterkunftsmaterial wird dringend für die provisorischen Notunterkunfts-Zentren in der kommenden Woche benötigt. Erst 3000-4000 Zelte sind im Land verfügbar.

Spendenaufruf

Am Freitag gaben die Vereinten Nationen und ihre Partner einen Aufruf in Höhe von fast 600 Millionen US-Dollar aus, um den Opfern des Erdbebens, das die Grunddienste an den Rand des Kollaps in Port-au-Prince gebracht hat, zu helfen.

Die Mittel sind dafür vorgesehen, schätzungsweise drei Millionen betroffene Menschen über einen Zeitraum von sechs Monaten zu unterstützen. Die Hälfte der Summe ist für Lebensmittelhilfe und der Rest für Gesundheitsdienste, Wasser, Sanitäreinrichtungen, Ernährung, Notfallwiederherstellung, Nothilfe-Bildungsmaßnahmen und anderen wichtigen Bedarf.

Die Internetseite der UNO-Nothilfe veröffentlicht regelmäßig den neusten Stand bezüglich Hilfsversprechen und Beiträge zum Spendenaufruf für Haiti.

Online-Spenden

Mehrere Organisationen der Vereinten Nationen und angeschlossene Körperschaften nehmen Spenden online entgegen, darunter: der Zentrale Fonds für die Reaktion auf Notsituationen ( CERF); die UN Foundation; der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen ( UNHCR); das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ( UNICEF) und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ( WFP).

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